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Corona-Hammer Nächster Kölner Wirt sagt Party am 11.11 ab – erkennt Gastroverband einen klaren Trend?

Alex Haag im Wirtz in der Südstadt

Alex Haag vom Wirtz in der Kölner Südstadt machte den Anfang: Der Gastronom teilte Allerheiligen mit, die Party in seinem Lokal am 11.11. abzusagen. Ihm folgte nun ein weiterer Kölner Wirt.

Paukenschlag in Köln: An Allerheiligen sagte Wirt Alex Haag die Kneipen-Party am 11.11.2021 wegen der Corona-Situation in der Stadt ab. Am Dienstag, 2. November, folgte nun der nächste Gastronom.

Köln. Die Party am 11.11. fällt in dieser Kneipe aus: Alex Haag ist mit seiner Gaststätte Wirtz direkt an der Vringsstroß vor allem im Fasteleer eine feste Größe. Hier tobt das Leben, hier gibt man Gas, speziell dann, wenn man jeck unterwegs ist. Für einen Gastronomen ist das Geschäft natürlich lukrativ.

Gerade und speziell nach den Horror-Monaten und zwangsbedingten Einbußen der Pandemie. Doch Haag hat für sich, seine Mitarbeiter und Gäste eine Entscheidung getroffen.

11.11. in Köln: Wirt Alex Haag erklärt Alaaf-Aus

Gegenüber EXPRESS.de erklärt der Wirt, dass er am 11.11. nicht wie üblich seine Tür der Kultkneipe gegenüber des Klösterchens aufmacht: „Ich habe die ganze Zeit kein gutes Gefühl gehabt“, sagt, er, Die Corona-Zahlen steigen, jetzt ist es so, ich bin bis Dezember 2021 ausgebucht, und wenn der Teufel es will, dass einer von meinem Team infiziert ist, vielleicht ich selbst, dann bin ich 14 Tage komplett raus. Soviel Geld kann ich nicht verdienen an dem Tag. Das Risiko, das sich einer meiner Mannschaft infiziert, oder dass ich ausfalle, ist zu groß. Und ich habe eine Verantwortung gegenüber meinen Stammgästen.“

Haag zieht diesen Schritt konsequent durch. Er habe ihn sich nicht leicht gemacht, sagt er. Unter dem Eindruck der „Anne Will“-Talkshow am Sonntagabend im TV, in der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erneut mahnend auftrat, habe er mit sich gerungen und dann den Entschluss zur Absage der Party gefasst: „Ich kenne Fälle von ganzen Mannschaften, die in Quarantäne gehen mussten. Es ist ein Abwägen. Ich bin mal gespannt, was noch passiert. Ich denke nicht, dass die Diskussion für die meisten vom Tisch ist. Die Intensivmedieziner sagen nicht ohne Grund: Es wird immer voller auf den Stationen.“

Kölner Wirt fragt: Ist der eine Tag am 11.11. das wert?

Geplant war in Sachen Organisation alles wie immer. Doch die zuletzt so ansteigenden Corona-Zahlen hätten den Ausschlag gegeben. Haag: „Mein Bauchgefühl sagt mir: Lass es. Ich habe ein paar Tage schon drüber gebrütet. Wir hatten alles geplant, Bändchen bestellt, Kontrollgitter. Aber es wird bei uns ja immer so voll, dass das Wasser an den Scheiben herunterläuft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut geht.“

Im Wirtz wird am 11.11. nicht wie gewohnt eine jecke Sause steigen.

Das Wirtz ist ein jecker Hotspot am 11.11.

Ein Beispiel aus dem Team habe ihm geradezu den Rest gegeben: „Unser Mitarbeiter war im Urlaub, sein Kumpel war doppelt geimpft und hat sich auf Malle dennoch infiziert. Das zeigt ja auch, dass, auch wenn du geimpft bist, du nicht davor gefeit bist, dass du es bekommst.“

Alex Haag und seine beklemmende Schlussfrage am Montagabend, 1. November 2021: „Gesetzt den Fall, du hast da ein Superspreader-Event veranstaltet - ist dieser eine Tag dann so wichtig?“ Seinen Gästen teilte er die Absage am Montagabend auch in den sozialen Medien – unter anderem via Facebook – mit.

Auch Bagatelle Südstadt sagt den 11.11. ab

Am Dienstagmorgen dann der nächste bekannte Laden mit einer Absage: Die Inhaber der Bagatelle Südstadt gaben das Party-Aus aus ähnlichen Beweggründen wie Alex Haag an und bezogen sich auch auf ihn.

Darin heißt es: „Als finalen Grund sehen wir es durchaus auch kritisch, dass ausgerechnet Köln sich für den größten Corona-Feldversuch der letzten zwei Jahre entschieden hat. Packen wir den Tag, dann gibt es wahrscheinlich nie wieder einen Grund für irgendwelche Einschränkungen. Packen wir den Tag aber nicht, dann lacht uns die ganze Welt aus, es sterben Menschen, und man wird sich sehr lange darüber unterhalten müssen, warum man das nicht hat kommen sehen. Die Bagatelle öffnet am 11.11. ab 17 Uhr ganz normal zum Abendessen für euch.“

Alexander Manek im Haus Unkelbach

Alexander Manek wird wie geplant am 11.11. im Haus Unkelbach feiern

Haus Unkelbach-Wirt: „Werde einen Teufel tun, das abzusagen“

Alexander Manek vom Jecken-Tempel Haus Unkelbach dagegen wird an der Party festhalten. Er sagt EXPRESS.de: „Das ist zu kurzfristig das abzusagen, wir machen 2 G plus PCR; ich werde einen Teufel tun, das jetzt abzusagen. Von der Größe her kann man das nicht vergleichen. Alle Mitarbeiter sind geimpft. Da muss schon ein Gesetz der Stadt Köln kommen. Nun Tage vorher wäre es zu spät um das abzusagen. Wir stecken seit drei Monaten in den Planungen.“

Gastro-Verband Dehoga bestätigt in Köln „vermehrte Einzelfälle“ von Party-Absagen

Bei der DEHOGA steht seit der EXPRESS.de-Meldung die Leitung kaum still. Ein Sprecher sagte auf Nachfrage am Dienstagmittag: „Wir können bestätigen, dass es vermehrte Einzelfälle gibt von Lokalen, die die Party absagen. Aber es ist kein klassischer Trend zu erkennen, dass ganze Veedel dicht bleiben würden. Es ist überhaupt heute schwer eine Einschätzung zu geben, wie viele Menschen nach Köln kommen werden.“

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