Domstürmer-Sänger Micky Nauber musste eine achtwöchige Pause einlegen. Wegen einer Netzhautablösung drohte ihm die Erblindung auf einem Auge. Jetzt konnte er sein Bühnen-Comeback feiern.
Comeback nach ZwangspauseDomstürmer-Sänger drohte zu erblinden

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Zurück auf der Bühne mit seinen Domstürmern. Sänger Micky Nauber muss nach seiner Augenoperation nun eine Schutzbrille tragen.
Er ist eine echte Frohnatur und ein wahres Temperamentsbündel. Doch hinter Domstürmer-Frontmann Micky Nauber liegen acht Wochen Zwangspause. Begleitet wurden sie von der Angst, auf dem rechten Auge zu erblinden.
„Es gibt Sachen, die suchst du dir nicht aus“, gesteht der Sänger im EXPRESS.de-Gespräch. „Es gibt da draußen Menschen, denen geht es weitaus schlechter, daher möchte ich nicht jammern, aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man nach einer tollen Session von jetzt auf gleich aus dem Verkehr gezogen wird.“
Micky Nauber: Arzt veranlasste sofortige Not-OP am rechten Auge
Bereits während der Karnevalstage hatte der Sänger Probleme mit seinem rechten Auge. „Immer, wenn ich im Bandbus etwas zur Ruhe kam, habe ich Blitze und schwarze Punkte gesehen. Ich habe das Ganze aber auf den Stress und das ganze Licht auf den Karnevalsbühnen geschoben. Eines Tages musste ich mir aber eingestehen, dass es nicht besser wurde und sich auch meine Sehfähigkeit drastisch verschlechtert hatte.“
Ende Februar dann der Schock. Im Augenzentrum Porz erhielt Nauber die Diagnose: Ablösung der Netzhaut am rechten Auge mit Verlust des Augenlichtes. Es folgte eine sofortige Einweisung ins Merheimer Krankenhaus, wo der Frontmann direkt von Prof. Dr. Schrage operiert wurde.
„Zwar habe ich bis zur letzten Minute noch Späße gemacht, wurde aber darauf hingewiesen, dass es nicht fünf, sondern drei Minuten vor zwölf sei und die Gefahr, mein Augenlicht zu verlieren, absolut real sei“, sagt der Domstürmer-Kopf.

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Wieder mittendrin im Gewühl. Micky Nauber beim Comeback-Konzert der Domstürmer im Zimmermanns in Bickendorf.
Die Netzhautablösung geschah durch mehrere Faktoren. „Das war wie eine Kettenreaktion. Bei einem Auftritt hat versehentlich jemand mit dem Finger mein Auge getroffen. Zu der Verletzung kamen der Stress der Session und die Vorgeschichte einer früheren Augen-OP. Außerdem hätte ich einfach früher zum Arzt gehen sollen“, gesteht der Sänger.
„Ich habe Schwein gehabt, dass alles gut gelaufen ist. In den nächsten sechs Monaten wird kontrolliert, wie sich mein Auge entwickelt. Wenn ich Glück habe, bekommen wir 80 Prozent Sehfähigkeit wieder hin.“

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Micky Nauber zeigt die spezielle Schutzbrille, die er nun nach seiner Operation vorsorglich trägt.
Nach zweimonatiger Zwangspause standen die Domstürmer im ausverkauften „Zimmermanns“ endlich wieder auf der Bühne. Micky Nauber war nach seinem Bühnen-Comeback happy: „Es hat mir wirklich gutgetan. Es war so, als hätte die Bühne meine Seele gestreichelt.“ Trotz aller Euphorie blieb im Hinterkopf das Erlebte.
„Nach der langen Pause hatte ich tatsächlich Lampenfieber und gehörigen Respekt vor dem Abend. Hält die Stimme? Funktioniert das mit meinem Auge oder kommt es wieder zu einem Unfall? Schließlich stehen Musiker nicht stocksteif auf der Bühne, sondern bewegen sich viel und rasseln körperlich schon mal aneinander. Da sind immer viel Energie und Leidenschaft im Spiel.“
20 Jahre Domstürmer: Jubiläumskonzert im Eltzhof
Hinzu kommt der Kontakt mit dem Publikum: „Wie oft ich schon mein Mikro auf die Lippe bekommen habe. Sogar ein Stück Zahn habe ich bereits verloren. So etwas passiert einfach im Eifer des Gefechtes.“ Zur Beruhigung diente seine extra angefertigte Schutzbrille. „Die Brille ist nicht nur ein Schutz für mein Auge, sondern hat mir meine Sicherheit zurückgegeben.“
Nach dem gefeierten Konzert war Nauber glücklich. „Ich bin unfassbar dankbar, dass wir das wieder machen dürfen. Jetzt schauen wir nach vorn, denn die Domstürmer feiern in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. Das ist unfassbar für mich.“ Unter dem Motto „Das Jubiläumsding“ findet das große Geburtstags-Open-Air am 18. Juli 2026 im Eltzhof statt.
