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NewstickerHochwasser in Köln: Die aktuelle Lage am Mittwoch

Koeln_Hochwasser

Am Montagabend wurde der Höchststand erreicht.

Köln/Bonn/Düsseldorf – Die Lage entspannt sich: Nachdem das Hochwasser am Rhein in Köln am Montagnachmittag mit 8,78 Meter seinen Höchststand erreicht hatte, fällt der Pegel wieder.

Am frühen Mittwochmorgen liegt er in Köln bei 8,11 Meter (Stand 06.48 Uhr), damit  sei dieser Flussabschnitt für die Schifffahrt im Prinzip wieder frei, erklärten die Stadtentwässerungsbetriebe.

„Das Hochwasserereignis wurde ohne Störungen gemanagt“, sagte der Vorstand Otto Schaaf. Für die nächsten Tage werde kein starker Regen mehr erwartet, so dass die Pegelstände dann noch schneller sinken würden. Die Schifffahrt könne schrittweise wieder aufgenommen werden. 

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Zu großen Überschwemmungen von Wohngebieten kam es nicht. Für die Altstadt wäre es erst ab einem Pegelstand von deutlich mehr als elf Metern bedrohlich geworden.

Hier die beeindruckenden Bilder im Video

Der aktuelle Rhein-Pegelstand:

Am frühen Mittwochmorgen hat der Pegel in Köln noch einmal um 37 Zentimeter abgenommen, er liegt nun bei 8,11 Meter. Und fällt weiter mit etwa 1 bis 2 Zentimeter pro Stunde. 

Über den Dienstag ist der Rhein-Pegel in Köln weiter gefallen. Um 19.15 Uhr lag er bei 8,48 Metern und damit bereits 30 Zentimeter unter dem Höchststand vom Montag. Für Mittwochmorgen, 6 Uhr, wird mit einem Pegel von etwa 8,15 Metern gerechnet.

Aufatmen in Köln: Hier scheint das Schlimmste überstanden. Die Lage entspannt sich langsam. Das Wasser steigt nicht mehr - im Gegenteil. Der Rhein-Pegel sinkt, ist in der Nacht bereits leicht gesunken. Am Dienstagmorgen wurden 8,70 Meter (Stand: 6 Uhr) gemessen. Und der Deutsche Wetterdienst sagt nur noch geringe Niederschläge für die kommenden Tage voraus.

Der Pegel in Bonn zeigte am frühen Dienstagmorgen laut Hochwassermeldedienst einen Stand von 8,11 Meter. Nach dem Erreichen der Höchstständen sollen die Pegelstände begünstigt durch die Wetterbesserung nun weiter fallen.

In Düsseldorf wurde der Höchststand mit 8,38 Metern gegen 1 Uhr in der Nacht erreicht - um 6 Uhr am Morgen war das Wasser dort schon um zwei Zentimter gesunken, wie der Hochwassermeldedienst Rhein in Mainz angab.

Gute Nachrichten aus dem Süden: Die Pegelstände zwischen Mainz und Wiesbaden sinken. 

In Köln lag die Marke um 18 Uhr am Montag bei 8,78 Metern, wie Stadtentwässerungsbetriebe mitteilte. In der Domstadt ist das Flussbett besonders eng.

In Düsseldorf kletterte das Wasser den Angaben zufolge auf 8,18 Meter.

Der Pegel in Bonn zeigte am frühen Montagmorgen laut Hochwassermeldezentrum einen Stand von 8,17 Meter.

So war die Lage am Sonntag

Stadtteil Kasselberg wird zur Insel im Rhein. Hier das Video angucken:

Am Abend musste vorübergehend auf der Rheinuferstraße Richtung Norden vor dem Tunnel eine Fahrspur gesperrt werden. Es strömte Wasser aus einem Gulli.

Ein Veedel wird zur Insel: Sie kennen das schon, die Kasselberger. Wenn der Rhein kommt, dann zuerst in das nördliche Veedel von Köln. Daher nehmen die Bewohner die derzeitige Situation relativ gelassen  – obwohl die erste Straße am Sonntagnachmittag absoff.

„Wir haben zwar alle einen Steg am Haus, doch den müssen wir zum Glück noch nicht nutzen. Aber ich rechne damit, dass ich Montag früh möglicherweise nicht mehr einfach mit meinem Hund Gassi gehen kann“, sagt Ines Fay dem EXPRESS. Denn dann soll laut Hochwasserschutzzentrale der Pegel von rund 9 Metern erreicht sein. Kasselberg säuft aber schon bei 8,40 Meter ab.

Die Flut nimmt alles mit, was bislang in den Büschen am Ufer des Rheins lag oder Anwohner vergessen haben: Alte Matratzen, Plastikeimer, Fässer, Gartenstühle, Bierbänke oder zig Kubikmeter Gehölz.

Da hat sich jemand offenbar zu optimistisch hinters Steuer gesetzt: In Rodenkirchen blieb am späten Nachmittag ein Auto im Wasser stecken.

Nun ist sie weg: Wie ein Sprecher des Schokoladenmuseums zuvor angekündigt hatte (siehe unten), musste die Drehbrücke auf Land gelegt werden. Für viele Passanten ein ungewohnter Anblick.

Aktuell beträgt der Pegel kurz vor 16 Uhr 8,53 Meter. Der Hochwasser-Pegelstand in Köln hat den Schiffsverkehr auf einem Abschnitt von rund 180 Kilometern zwischen Duisburg und Koblenz weitestgehend zum Erliegen gebracht.

Bonn: Die Stadtbahnlinie 66 fährt seit Samstag, 17.15 Uhr, nur noch bis Königswinter-Oberdollendorf. Fahrgäste bis Bad Honnef können dort in Busse umsteigen.

Betroffen ist auch das Restaurant „Eleven Stories" im Rheinauhafen: „Augrund des immer weiter ansteigenden Kölner Rhein Pegels, mussten wir unsere im Keller befindlichen Anlagen vorsorglich evakuieren. Leider ist ein Betrieb ohne diese Anlagen nicht möglich.

Die Wiedereröffnung steht in Abhängigkeit des weiteren Pegelverlaufs, welcher zur Zeit noch nicht ausreichend vorhersehbar ist.

Auch das Schokoladenmuseum muss reagieren: Um voraussichtlich 15 Uhr muss die Drehbrücke  auf Land gelegt werden. Der direkte Zugang ist dann nicht mehr möglich.

Wie Museumssprecher Klaus H. Schopen mitteilt, bringt ein kostenloser Shuttle-Service mit den grün-gelben Bimmelbahnen die Museumsgäste zum Museum und vom Museum wieder an Land. Die Strecke erfolgt über die Rheinuferstraße, den Harry-Blum-Platz und den unter den Kranhäusern hindurch zum Schokoladenmuseum.

Fußgänger können auch die Treppen an der Severinsbrücke nutzen und auf diesem Weg zum Schokoladenmuseum gelangen.

Kleine Anekdote am Rande: Als das Schokomuseum 1993 eröffnet wurde, schaute der Rhein mit seinem Weihnachtshochwasser vorbei. Jetzt, wo das Museum 25-jähriges Jubiläum feiert, gehört der Rhein abermals zu den ersten Gratulanten.

Bislang nicht betroffen ist die Tiefgarage am Rheinauhafen. Sie bleibt geöffnet.

Hunderte Kölner sind am Rheinufer der Altstadt unterwegs, um sich selbst ein Bild vom Hochwasser zu machen. Die Spundwände werden von Sicherheitspersonal überwacht.

In Neuss haben Feuerwehrleute zwei Obdachlose gerettet, die von Hochwasser auf einer Insel eingeschlossen waren (hier lesen)

In Köln wurde am frühen Sonntagmorgen die kritische Marke von 8,30 Metern überschritten. Die Schifffart wurde daraufhin eingestellt.

Für die griechisch-orthodoxe Gemeinde spielte das Hochwasser am Samstag eine untergeordete Rolle: Sie erinnerten im Beisein von Stadtdechant Robert Kleine am Dreikönigstag an die Taufe Jesu im Jordan.

Bei der Zeremonie wurde Vater Rhein gesegnet und an die Bedeutung von Gewässern als Teil der Schöpfung  erinnert.