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Herzzerreißende Aktion in Köln72 Katzen gerettet – doch 22 sind spurlos verschwunden

Eine Katze schleicht nachts über das Gelände des ehemaligen Kölner Großmarkts.

Copyright: Mania Leveringhaus

Eine Katze schleicht über das Gelände des ehemaligen Kölner Großmarkts. Der weitaus größte Teil der dort lebenden Samtpfoten konnte bereits gerettet werden. 

Ein riesiger Erfolg mit einem traurigen Schatten: Tierschützer in Köln ziehen Bilanz ihrer Mission am Großmarkt. Freude und Schmerz liegen nah beieinander.

Was für eine Leistung: Ganze 72 Samtpfoten sind jetzt in Sicherheit! Tierschützer haben sie vom Areal des früheren Kölner Großmarkts geholt. „Dass wir schon so viele retten konnten, ist ein großer Erfolg, über den wir uns sehr freuen“, sprudelt es aus Mania Leveringhaus heraus. Die 31-Jährige rief im Mai des Vorjahres gemeinsam mit dem Straßenkatzen Köln e. V. und dem Katzenschutzbund Köln die Initiative „Rettung der Großmarktkatzen“ ins Leben.

Der Grund für die ganze Aktion ist bitterernst: Ende 2025 macht der Großmarkt dicht. Jahrelang hatten Händler die Katzen dort als Jäger gegen Ratten und Mäuse eingesetzt. Doch mit dem Aus für den Markt drohte den Tieren, die oft krank und schwach waren, ein furchtbares Schicksal: Verwahrlosung und der Tod durch Hunger. Die Helfer rechneten mit über 100 heimatlosen Katzen auf dem riesigen Gelände.

Ein harter Kampf: Die Suche nach einem Quarantäne-Platz

Doch der Weg bis hierhin war steinig und voller Hindernisse. Ein riesiges Problem: Es gab ewig keinen passenden Ort für die Quarantäne der eingefangenen Tiere. Hilfe von der Stadt Köln, um eine Lösung zu finden, gab es nicht. Leveringhaus findet dafür klare Worte: „Es gab schon vor dem Start unseres Projektes einen bestätigten Fall von Katzenseuche, von dem die Stadt auch wusste. Von daher war ihr Verweis, die Katzen in Pflegeplätzen, Tierheimen oder Tierarztpraxen unterzubringen, völlig unsinnig“.

Über Monate hinweg waren die Freiwilligen jeden Morgen und Abend am Großmarkt. Sie versorgten die Katzen mit Futter und lockten sie an bestimmte Plätze, um sie später fangen zu können. Doch mit dem Einfangen selbst konnte es erst losgehen, als ein Quartier für die Isolationsphase feststand. Eine vorübergehende Möglichkeit in einem Tierheim bei Köln zerschlug sich schnell wieder, da neue Krankheitsfälle auftraten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit dann endlich der Durchbruch! Die Tierschützer entdeckten ein ungenutztes Bürohaus im Süden von Köln. In Eigenregie und nach strengen veterinärmedizinischen Regeln bauten sie es zu einer Quarantänestation um. „Wir sind dem Vermieter ungeheuer dankbar, dass er uns das ermöglicht hat“, so Leveringhaus.

Hier werden die Miezen nun aufgepäppelt und gewöhnen sich an Menschen. Jeden Tag gibt es Futter, saubere Boxen, Streicheleinheiten und Spielzeit. „In Hochzeiten hatten wir hier 20 Katzen gleichzeitig, aber es hat gut geklappt“, erzählt Leveringhaus. Die Stadt trägt zwar die Tierarztkosten – das ist ihre Pflicht als Kommune –, aber für alles andere kommen die Tierschützer durch Spenden auf. Die monatlichen Fixkosten für das Gebäude allein betragen schon etwa 3000 Euro.

Happy End für 65 Katzen – doch 22 bleiben verschollen

Der ganze Einsatz hat sich ausgezahlt: Für 65 der 72 geretteten Samtpfoten konnte ein neues Zuhause bei Privatleuten gefunden werden. „Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet, weil die Tiere frei auf dem Großmarkt gelebt hatten und sehr scheu waren. Aber in der Betreuung und durch den Menschenkontakt wurden sie erstaunlich zahm“, sagt eine sichtlich bewegte Leveringhaus. Vier weitere Katzen konnten in Gebiete entlassen werden, die von Tierschutzvereinen betreut werden. Momentan harren nur noch drei Tiere in der Station aus und warten auf ihr Glück.

Von den neuen Familien bekommen die Helferinnen und Helfer immer wieder Updates und kleine Videos. Die Tierschützerin erzählt: „Das ist total rührend und schön zu sehen, dass die Katzen so schöne Zuhause mit liebevollen Menschen gefunden haben. Das zeigt, dass es sich gelohnt hat, nicht aufzugeben“.

Aber die Rettungsmission hat auch eine dunkle, herzzerreißende Kehrseite. „Es fehlen 22 Katzen, die immer regelmäßig an die Futterstellen kamen. Sie kommen nicht mehr, und wir wissen nicht, was mit ihnen passiert ist“, erklärt Leveringhaus mit schwerer Stimme. Die Befürchtung ist grausam: „Dass sie abgewandert sind, ist eher unwahrscheinlich, wahrscheinlich sind sie tot. Darüber sind wir sehr traurig“.

Die Mission ist aber noch nicht ganz vorbei. Die Helfer schätzen, dass noch ungefähr vier Katzen eingefangen, versorgt und ein neues Zuhause für sie gefunden werden muss. Der Mietvertrag für die Quarantänestation läuft Ende April aus. Leveringhaus ist aber optimistisch: „Damit kommen wir gut hin, wir befinden uns im Endspurt“.

Und auch danach wird ihr Engagement nicht enden. Ihr Augenmerk richtet sich ebenfalls auf andere Tiere auf dem Großmarkt-Areal, darunter Tauben, Schwalben und Fledermäuse, die von den kommenden Abrissarbeiten bedroht sind. Erst im März wurde Anzeige gegen einen früheren Pächter erstattet. Dieser soll beim Abriss des Daches seiner Halle zahlreiche Tauben verletzt und sogar getötet haben. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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