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Ärzte alarmiert Engpass bei Grippe-Impfungen in Köln – scharfe Kritik an Apotheken

Eine Ärztin impft einen Mann mit dem Influenza-Impfstoff Vaxigrip Tetra von Sanofi Pasteur in der niedersächsischen Staatskanzlei.

Einige Arztpraxen bekommen nicht die bestellten Dosen der Grippeschutzimpfung geliefert. Das Foto entstand am 8. Oktober 2020 in Hannover.

Kommt es zu einem Engpass bei den Grippeschutzimpfungen? Laut Hausärzteverbandes Nordrhein wurden genug Dosen bestellt, allerdings kommen die nicht in ausreichender Menge bei den Praxen an.

Köln. Der Hausärzteverband Nordrhein schlägt Alarm: Es gibt einen Engpass bei den Grippeschutzimpfungen. Dabei wurde der Impfstoff bereits im Frühjahr in ausreichenden Mengen bestellt.

Wie kann es dann nun in den Monaten Oktober bis Dezember, in denen die Impfung gegen die Grippe am meisten in Anspruch genommen wird, zu einer Verknappung kommen? Der Verband hat da eine klare Meinung.

Hausärzteverband: Apotheken sollen Kernaufgabe nachkommen

„Die Apotheken sorgen durch eigene Impfangebote für eine künstliche Verknappung des Impfstoffes und behindern die Impfungen in den Arztpraxen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Hausärzteverbandes Nordrhein. Das Impfen sei eine originäre ärztliche Aufgabe, allerdings kämen aktuell die bestellten Mengen nicht in allen Praxen vollständig an.

Das läge laut des Verbandes daran, dass Apotheken bei ihren eigenen Impf-Angeboten auf die Dosen zugreifen, die eigentlich für die Arztpraxen vorgesehen waren. „Die Apotheken sollen die Versorgung mit Impfstoffen und Medikamenten 24/7 flächendeckend sicherstellen. Das ist ihre Kernaufgabe“, betont Dr. Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbandes. „Und das gilt auch für die Auslieferung der Grippeimpfstoffe an die Arztpraxen.“

Grippeschutzimpfungen: 27 Millionen Dosen bundesweit

Bis zum 10. Oktober 2021 wurden vom Paul-Ehrlich-Institut bundesweit bereits 25 Millionen Grippeschutzimpfdosen nach der eingehenden Prüfung freigegeben. Insgesamt soll es laut der Pressemitteilung 27 Millionen Dosen im Bundesgebiet geben. „Wir haben alle deutlich mehr Grippeimpfstoff bestellt, da wir aufgrund von Corona schon im April dieses Jahres mit einer Nachfragesteigerung bei den Grippeschutzimpfungen gerechnet haben. Die Anfragen der Patienten bestätigen unsere Einschätzung“, so Dr. Funken.

Ein Apotheker hält nah an dem Arm einer Kundin seiner Apotheke eine Spritze mit Grippeschutzimpfstoff.

Die Grippeimpfung wird auch in vielen Apotheken angeboten, wie hier am 24. September 2021 in Dortmund.

Nur kommen diese Dosen eben nicht in genügender Zahl bei den Arztpraxen an. Dr. Oliver Funken kritisiert die Apotheken scharf: „Für das Impfen fehlt den meisten Apothekern und Apothekerinnen die entsprechende ärztliche Aus- und Weiterbildung.“ (nb)

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