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Umstrittene Duden-Änderung Kölner Professorin über vermeintlichen „Gender-Wahn”

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Der Online-Duden bietet neben dem generischen Maskulin jetzt auch eine weibliche Form für das Wort „Gast” an. Das Symbolbild wurde im August 2020 aufgenommen.

Köln  – Gendersternchen, Doppelpunkt oder gleich ein anderes Wort? Mit der Einführung von „Gästin” als weibliche Form des Wortes „Gast”, stößt der Online-Duden bei vielen auf Kritik. Professorin Kirsten Schindler von der Universität Köln erklärt, warum die Änderung mehr bedeutet als den vermeintlichen „Gender-Wahn”.

  • Online-Duden nimmt „Gästin” als Wort auf
  • Kölner Professorin über gendergerechte Sprache
  • Sprach-Debatte seit Änderung von Personenstandsgesetz 2017 neu entfacht

Duden-Änderung schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt

Es mag exotisch klingen, aber das Wort „Gästin” tauchte schon im 19. Jahrhundert im Grimm'schen Wörterbuch auf.

„Gästin war und wird bislang nicht häufig verwendet und erscheint den meisten vermutlich ungewohnt und irritierend”, sagt Professorin Dr. Kirsten Schindler von der Universität Köln.

Kölner Professorin spricht über gendergerechte Sprache 

Die Debatte um gendergerechte Sprache ist für viele eine mühsame Änderung im täglichen Sprachgebrauch und stößt oft auf Feindseligkeit und Ablehnung.

Dabei ist „die Diskussion um die Frage, ob und wie sich in der Sprache das Geschlecht von Personen abbildet, nicht neu.“

Generisches Maskulinum in deutscher Sprache seit 1970 in der Kritik

Seit den 1970er Jahren wird versucht, auch Frauen größere Sichtbarkeit in der Sprache zu ermöglichen. Immerhin handelt es sich bei vielen Wörtern um die Form des generischen Maskulinums.

Die Mehrfachbedeutung sorgt dafür, dass nicht differenziert werden kann, um welches Geschlecht es sich bei der Bezeichnung handelt.

„Die sprachliche Information, ob Lehrer nun generisch oder geschlechtsspezifisch verwendet wird – also nur männliche Lehrkräfte meint –, ist unklar”, sagt Schindler.

Sprach-Debatte nach Änderung des Personenstandsgesetzes

Mit der Änderung des Personenstandsgesetz in 2017 (neben männlich und weiblich kann nun auch die Form divers ins Geburtenregister eingetragen werden), hat die Diskussion an Relevanz gewonnen.

„Der Wunsch, alle Menschen so zu adressieren, dass sie sich angesprochen fühlen, entspringt dabei ganz grundsätzlich der Haltung einer respektvollen und zielführenden Kommunikation“, sagt Schindler.

Köln: Professorin über Problem bei Sprach-Diskussion

Dennoch bleibt die Umsetzung im alltäglichen Sprachgebrauch schwierig. Eine finale Entscheidung zu einzelnen Sprachformen gibt es bislang nicht. „Dieses Abwarten ist verständlich, schafft aber auch Unsicherheit”, sagt die Professorin.

Und so treffen „Einzelne, die geschlechtergerechte Sprache weiterentwickeln und systematisch nutzen” auf andere, „die solchen Änderungen in der Sprache gegenüber skeptisch sind.”

Ein heikles Thema also, das weiter für Diskussionen sorgen wird. „Das Durchsetzen/Abschaffen von Wörtern wird vor allem davon abhängen, wie wir miteinander sprechen und schreiben. Sprache verändert sich ja fortwährend. Dieser Trend wird sicher andauern”, so Schindler.