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Drogenkrieg eskaliertExplosionen und Geiselnahme in Köln: Steckt „Mocro Maffia“ dahinter?

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) verlassen einen Tatort.

SEK-Kräfte waren unter anderem in Köln-Rodenkirchen im Einsatz. Das Symbolfoto zeigt einen Einsatz 2016 in Riedlingen (Baden-Württemberg).

Nach den Explosionen und der Geiselbefreiung in Köln gibt es neue Infos. 

Erst erschüttert eine Explosionsserie Köln und Engelskirchen, dann kommt es zu einem spektakulären Befreiungseinsatz zweier Geiseln im feinen Rodenkirchen. Am Montag (8. Juli 2024) gaben Kölner Staatsanwaltschaft und Polizei bekannt: Es besteht ein Zusammenhang.

„Die Tathintergründe liegen im Bereich des organisierten Drogenhandels“, so ein Polizeisprecher. So soll es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Tätergruppen gekommen sein, nachdem bei einem Drogengeschäft Drogen im Wert von mehr als einer Million Euro unterschlagen worden sein sollen. 

Explosionen und Entführung: Drogenkrieg eskaliert in Köln

Unter anderem soll die niederländische „Mocro Maffia“ verwickelt sein. Eine offizielle Bestätigung der Kölner Staatsanwaltschaft gibt es allerdings bislang nicht. Die Banden der „Mocro Maffia“ („Mocro“ ist das niederländische Slangwort für Marokko) handeln vor allem mit Kokain, das sie über die Häfen von Antwerpen (Belgien), Rotterdam (Niederlande) und Algeciras (Spanien) einschmuggeln. Öffentliche Aufmerksamkeit erregten sie in den 2010er Jahren mit einem Bandenkrieg und damit verbundenen Auftragsmorden, darunter an dem Journalisten Peter R. de Vries.

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Am Freitag (5. Juli 2024) hatten Spezialkräfte zwei von Bochum nach Köln entführte Personen aus einem Wohnhaus in Rodenkirchen befreit, vier Tatverdächtige festgenommen und mehrere scharfe Schusswaffen sichergestellt. 

Bei den Entführten handelt es sich um ein Paar. Bei dem Mann soll es sich um den Bruder eines Mitglieds des Al-Zein-Clans handeln, berichtet die „Bild“. Er und seine Partnerin sollen regelrecht gefoltert worden sein. Vermutlich, um an Informationen, möglicherweise zu den angeblich unterschlagenen Drogen, zu kommen. 

Zuvor hatte es mehrere Explosionen in Köln (29. und 30. Juni) und Engelskirchen (1. Juli) gegeben, unter anderem knallte es auf der Keupstraße. Die Polizei ging schnell davon aus, dass die Taten in Zusammenhang stehen. Verletzt wurde zum Glück niemand. 

Wenige Tage später dann die Befreiungsaktion der beiden Geiseln in Rodenkirchen. Direkt anschließend war es zu weiteren Einsätzen – überwiegend im rechtsrheinischen Köln – gekommen, bei denen Spezialeinheiten in weitere sechs Wohnungen eindrangen und zwei weiterer Männer festnahmen. 

Explosionen und Geiselnahme: Sechs Tatverdächtige in U-Haft

Nach Informationen der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag befinden sich inzwischen alle sechs Tatverdächtigen (22 bis 29) in Untersuchungshaft. Gegen fünf besteht der Verdacht der gemeinschaftlichen Geiselnahme und der gefährlichen Körperverletzung. Dem sechsten Tatverdächtigen wird Beihilfe zur Geiselnahme und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. 

Ein siebter Mann wurde am Sonntag (7. Juli) in Engelskirchen festgenommen. Bei dem Einsatz wurden Bargeld und Mobiltelefone sichergestellt. Er wird jetzt dem Haftrichter vorgeführt. 

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Die Ermittlerinnen und Ermittler sehen auch einen Zusammenhang mit einer Explosion in Duisburg-Hochemmerich in der Nacht zu Freitag (5. Juli). Ob Verbindungen zu einer Explosion in Solingen am 25. Juni bestehen, sei ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen, heißt es. Der Polizeisprecher: „Die intensiven Ermittlungen, die auch in die Niederlande führen, dauern an.“ 

Mitglieder der Großfamilie Al-Zein wurden bereits unter anderem wegen Drogenhandels und schweren Gewaltdelikten verurteilt. Ende 2022 schickte das Düsseldorfer Landgericht den Clan-Chef unter anderem wegen gewerbs- und bandenmäßigen Sozialhilfebetrugs und zwei seiner Söhne wegen Geldwäsche hinter Gittern und zog die Clan-Villa in Leverkusen ein.