Verbrenner-Verbot Kölner Wirtschaftsexperte empört: „Sehenden Auges ins Elektrochaos“

Der Kölner Wirtschaftsexperte Karl Alexander Mandl

Am Mittwoch (8. Juni) hat die Europäische Union beschlossen, Neuwagen mit Verbrenner-Motoren ab 2035 zu verbieten. Der Kölner Wirtschaftsexperte Karl Alexander Mandl, Foto vom 19. August 2021, übt heftige Kritik.

Die EU hat am Mittwoch für ein Verbrenner-Verbot ab 2035 gestimmt – und erntet dafür auch aus Köln heftige Kritik. 

Am Mittwoch (8. Juni) hat das Europäische Parlament in Straßburg beschlossen, Neuwagen mit Verbrennermotor ab 2035 zu verbieten.

Stattdessen dürfen bald nur noch Autos verkauft werden, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Aber es gibt gleich mehrere Haken – und heftige Kritik.

Kölner Wirtschaftsexperte empört: EU-Verbot führt ins Chaos

„Die linke Mehrheit im Europaparlament stürzt uns sehenden Auges ins Elektrochaos“, befürchtet Karl Alexander Mandl, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Köln.

Weder die Ladestationen noch die Netze oder die Stromversorgung seien weit genug ausgereift, um so schnell flächendeckend auf Elektroautos umzusteigen. 

Kölner Wirtschaftsexperte: EU-Verbot hemmt Innovationen

Außerdem sei völlig unklar, ob es nicht in fünf oder zehn Jahren weitaus klimafreundlichere Alternativen zur E-Mobilität geben wird – etwa neue, umweltschonende Flüssigkraftstoffe.

Aber gerade diese Innovationen hemme der EU-Entschluss, entrüstet sich Mandl: „Mit dem Verbot moderner Motoren verbaut sich Europa den Weg ins Zeitalter synthetischer Kraftstoffe“.

Deutsche Umwelthilfe: EU-Brennstoffverbot viel zu spät

Andere glauben hingegen, der Schritt komme viel zu spät. Zum Beispiel Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe:

„Die eskalierende Klimakrise lässt uns nicht die Zeit, noch weitere 13 Jahre Millionen neue Verbrenner-Autos auf Europas Straßen zu spülen, die dann wiederum 15 Jahre oder noch länger auf klimaschädlichen Sprit angewiesen sind“, zitiert die Deutsche Presseagentur am 8. Juni.

EU-Brennstoff-Verbot: Mercedes begrüßt die Forderung

Doch es gibt auch positive Stimmen. Der Autohersteller Mercedes etwa begrüßt das neue Brennstoff-Verbot.

„Der Beschluss nimmt die Politik in die Pflicht, für die erforderliche Infrastruktur zu sorgen“, sagte der Leiter des Bereichs Außenbeziehungen des Konzerns, Eckart von Klaeden. (str/dpa)

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