Erzbistum Köln Missbrauchsopfer will Schmerzensgeld – Höhe ist enorm

Über dem Kölner Dom ziehen Wolken ziehen auf.

Wolken ziehen über dem Kölner Dom auf: Ein Missbrauchsopfer will am Freitag (5. August 2022) Schmerzensgeld-Klage gegen das Erzbistum einreichen. Das Symbolfoto von Dom und Rhein wurde am 10. Juli 2022 gemacht. 

Auf das Kölner Erzbistum kommt eine Schmerzensgeldklage zu. Es geht um 750.000 Euro.

Schmerzensgeldklage gegen das Erzbistum Köln: Der Krankenhausseelsorger Georg Menne, der als Minderjähriger in den 1970er Jahren von dem inzwischen verstorbenen Priester Erich J. mehrere hundert Male sexuell missbraucht wurde, verlangt von der Kirche eine Summe von 750.000 Euro.

Die von dem Bonner Rechtsanwalt Eberhard Lütjohann vertretene Klage soll am Freitag (5. August) beim Landgericht Köln eingereicht werden. Die Vorwürfe gegen das Erzbistum wiegen schwer.

Klage gegen Erzbistum Köln nach sexuellem Missbrauch

So soll die Bistumsleitung ihre Amtspflichten verletzt haben, indem sie den Täter in der Seelsorge belassen, ihn nicht überprüft oder beaufsichtigt habe. „Das Erzbistum hätte das alles verhindern können, wenn man J. rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen hätte“, sagte der 1960 geborene Menne gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Trotz Gerüchten schon in den 60er Jahren habe kein Verantwortlicher nachgeforscht. Er erwarte Gerechtigkeit, sagte Menne, der bis heute an den Spätfolgen des Missbrauchs leidet. „Das Erzbistum muss endlich Verantwortung übernehmen. Dafür stehe ich jetzt auf. Ich lasse mir nicht mehr den Mund verbieten.“

Die von seinem Mandanten geforderte Schmerzensgeldsumme bewege sich am unteren Rand dessen, was die Tabellen vorsehen, betonte Anwalt Lütjohann.

Menne habe schreckliche Gewalterfahrungen machen müssen. Diese sind teils auch dokumentiert. So zeigt ihn ein Foto gefesselt in einer Duschwanne. Das Erzbistum teilte auf Anfrage dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit, da aktuell keine Klage vorliege, sei keine Stellungnahme möglich.

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