Corona-Lockerungen Ebertplatz: Dealer sind wieder da – mit einem ausgeklügelten Trick

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An der Rolltreppe zum Eigelstein-Tor stehen die Dealer und fangen ihre Kundschaft ab. Das Foto entstand vor wenigen Tagen am Ebertplatz.

Köln – Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob (64) bezeichnete den Ebertplatz einst als „gefährlichsten Platz Deutschlands“, nachdem dort bei Auseinandersetzungen in der Dealer-Szene in der Vergangenheit zwei Menschen getötet wurden. Jetzt ist wieder Unruhe auf dem Platz. Denn trotz Videoüberwachung sind die schwarzafrikanischen Dealer wieder da.

Dealer am Ebertplatz: Corona-Pause offensichtlich beendet

In Corona-Zeiten waren sie verschwunden, die Marihuana-Dealer aus Afrika. Denn mit der ausbleibenden Kundschaft – die Straßen waren wie leergefegt – zogen auch sie sich zurück. Zu gut wären sie sonst auch für die Polizei sichtbar gewesen. Doch kaum sind die Corona-Beschränkungen wieder gelockert und die Straßen wieder voller geworden, da tauchten auch sie wieder auf. Denn sie haben ebenfalls massive finanzielle Einbußen und müssen nun wieder Drogen verkaufen.

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Die Dealer sind wieder auf dem Ebertplatz sichtbar. Das Foto entstand vor wenigen Tagen am Ebertplatz.

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Der Betreiber eines Ladens hat die letzten Tage den Platz beobachtet: „Sie stehen jetzt ganz eng an den Rolltreppen zur Eigenstein-Torburg, wie an einem Schlagbaum. Die Deals gehen blitzschnell“, erzählt er gegenüber EXPRESS.

Hier lesen Sie mehr: Polizei zieht Bilanz nach Videoüberwachung

„Der Kunde kommt die Rolltreppe hoch, sagt im Vorbeigehen, was er will. Dann wird Geld gegen Ware getauscht und der Kunde geht wieder runter und verschwindet.“ Die Polizei mit ihren Videoüberwachungskameras, die dort installiert sind, kann diese Dealer nicht sehen. Denn die dreisten Gangster haben sich in die Bereiche verzogen, die die Kameras nicht erreichen.

Der Geschäftsmann, der die Szene schon lange beobachtet, glaubt: „Die Dealer machen hier jetzt solange weiter, bis die Polizei ihnen wieder auf die Füße tritt und sie mit engmaschigen Kontrollen überzieht. Dann verziehen sie sich und wickeln ihre Deals woanders ab.“

Dealer am Ebertplatz: Das sagt die Kölner Polizei zu den Zuständen

EXPRESS fragte die Kölner Polizei, ob die jetzigen Zustände bekannt sind. Sprecher Christoph Schulte: „Wir haben im Bereich Ebertplatz 14 Festnahmen seit Beginn des Jahres durchgeführt. Starker Kontrolldruck führt grundsätzlich auch zu einem gewissen Verdrängungseffekt.

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Die Dealer wissen, wo die Kameras am Ebertplatz hängen und entgehen ihnen. Das Foto entstand im November 2019.

Polizeiliche Konzepte berücksichtigen diese Tendenz und beinhalten genau aus diesem Grund auch Maßnahmen in den umliegenden Bereichen. In Bezug auf den Ebertplatz handelt es sich bei den „Verdrängungsbereichen“ insbesondere um das Eigelsteinviertel und den Sudermanplatz. Auch hier ist die Polizei Köln regelmäßig präsent.“

Dealer am Ebertplatz: Sie weichen den Kameras der Polizei aus

Stimmt es, dass die Dealer versuchen, dem Blickwinkel der Kameras zu entgehen? „Die Angehörigen der Drogenszene kennen die Videobeobachtung und versuchen regelmäßig, sich dem Beobachtungsbereich der Kameras zu entziehen. Darauf reagieren wir mit regelmäßigen Streifen im Bereich des Ebertplatzes. Hier kommen Polizistinnen und Polizisten in Uniform und in ziviler Kleidung zum Einsatz, um den Kontrolldruck zu steigern.“

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