Kurz vor der Urteilsverkündung hat sich ein Angeklagter im Kölner Lynchmord-Prozess das Leben genommen.
Kurz vor UrteilDrama im Kölner Lynchmord-Prozess: Angeklagter bringt sich in Zelle um

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Die Angeklagten im Lynchmord-Prozess von Köln mit Verteidigerin Pantea Farahzadi und Verteidiger Ingmar Rosentreter. Der 57-Jährige (r.) hat sich das Leben genommen.
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Die Entscheidung wurde mit Spannung erwartet. Am Freitag (9. Juni 2023) hätte im Prozess um den Lynchmord in Köln-Höhenberg das Urteil fallen sollen. Doch es fiel nicht – und kurz darauf war auch klar, warum: Einer der Angeklagten, ein 57-jähriger Mann, hat sich wenige Stunden vor der Urteilsverkündung in seiner Zelle in der JVA Ossendorf umgebracht.
„Die Todesfallermittlungen wurden, wie in diesen Fällen üblich, aufgenommen. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gibt es derzeit nicht“, heißt es von der JVA am Freitagnachmittag. Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet.
Angeklagter in Lynchmord-Prozess in Köln bringt sich vor dem Urteil um
Gegen 6 Uhr am Morgen war der 57-Jährige von einem JVA-Mitarbeiter blutend in seiner Zelle gefunden worden. Er lebte noch, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort verstarb er gegen 13 Uhr.
Seit Oktober 2022 saß der Angeklagte in U-Haft. Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ soll Anordnung bestanden haben, alle 15 Minuten nach ihm zu sehen. Allerdings galt er nicht als suizidgefährdet, die Anordnung wurde aus medizinischen Gründen veranlasst.

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Ein Bild vom Tatort: Der sogenannte Lynchmord von Köln fand am 10. März 2022 statt.
Angeklagt war der Tote gemeinsam mit seinem Sohn (23). Den beiden Männern droht eine lebenslängliche Strafe, womöglich sogar mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Diesem Leben wollte der 57-Jährige offenbar mit dem Selbstmord entgehen.
Das Urteil im Lynchmord-Prozess wurde verschoben, es soll nun in der nächsten Woche fallen.
Lynchmord von Köln: Tat schockte im März 2022 die ganze Stadt
Im März 2022 war ein junger Familienvater (†37) in seinem Smart auf offener Straße in Köln-Höhenberg gestoppt worden. Angeblich, weil sein Bruder in einem öffentlichen Video Teile des verfeindeten Clans beleidigt hatte. Die Schlüssel des Autos werden gezogen, der 37-Jährige sitzt in der Falle.
Ein Mob aus rund 30 Personen tritt und schlägt auf ihn ein, als er flüchten will, wird auch mit Messern zugestochen. Die 17 Stiche sind letztlich tödlich. Der 23-jährige Angeklagte soll Teil des Mobs gewesen sein, sein toter Vater soll eines der Fluchtautos gesteuert haben. (tw)
