Zuletzt gab es ZoffDie Fake-Häuser von Köln – Kult-Objekt plötzlich wieder komplett?

Die Giebelhäuschen am Kölner Fischmarkt, bei den beiden linken ist nur eine Fake-Fassade zu sehen.

Die zwei zum Teil abgerissenen Giebelhäuschen sind wieder zu sehen, zumindest eine dem Original ähnliche Fassade. Das Foto wurde am 14. Juni aufgenommen.

Die Giebelhäuschen am Kölner Fischmarkt sind wieder komplett – könnte man bei einem kurzen Blick zumindest meinen.

von Thomas Werner (tw)

Sind sie etwa wieder komplett? Wer aktuell nur einen flüchtigen Blick auf die legendären Giebelhäuschen am Kölner Fischmarkt wirft, könnte das tatsächlich denken.

In Wahrheit sind das grüne und das orange, ganz links in der Fünfer-Anordnung, weiterhin abgerissen. Nur die Fassade ist zurück – als Werbefläche mit einem großen Deutschland-Schal und VW-Logos sowie einem „Goal“-Schriftzug. Dahinter ist nichts, nur Baugerüste, aber logischerweise keine richtige Bausubstanz.

Giebelhäuschen in Köln plötzlich wieder komplett – aber nur optisch

Wie EXPRESS.de erfuhr, soll es sich bei der Aktion nicht um ein städtisches Projekt handeln. Offenbar hat der Inhaber, die Centralis Immobilien GmbH, die Fläche selbst zur Verfügung gestellt, die nun von VW beworben wird.

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Die Erinnerung an die vollständigen Giebelhäuschen sind damit zurück, der Zoff der vergangenen Monate aber natürlich für Kölnerinnen und Kölner nicht vergessen. Viele wünschen sich die Kult-Häuschen in ihrer alten Form zurück, doch die Zukunft ist weiter offen.

Die Giebelhäuschen in Köln. Fünf nebeneinander in fünf unterschiedlichen Farben.

So sahen sie mal aus: die Giebelhäuschen am Fischmarkt im Oktober 2021.

Zuletzt musste Stadtkonservator Dr. Thomas Werner für Historien-Fans eine Hiobsbotschaft überbringen. Die beiden Häuschen, seit 2023 zum Teil abgerissen, können offenbar nicht mit historischer Substanz wieder aufgebaut werden. Diese Erkenntnis hatten Werner und Baudezernent Markus Greitemann Anfang Mai 2024 mitgeteilt.

Der Grund: Die 600 bis 700 beim Abbruch sichergestellten historischen Holzbalken des Fachwerks seien in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht wieder verbaut werden können. „Ich bedauere zutiefst, dass die Gebäude in dieser Form unwiederbringlich verloren gehen“, sagte Greitemann.

Für die Centralis GmbH heißt das weitgehend freie Hand beim Wiederaufbau der Gebäude. Nur die Proportionen müssen ins Bild der anderen Häuser passen.

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Diese Entscheidung war auf viel öffentliche Kritik gestoßen. Die Häuschen gelten als Mini-Wahrzeichen von Köln, nicht nur als beliebtes Fotomotiv. Unter anderem hatte sich der Ortsverband Köln Stadtbild Deutschland e.V. in einem offenen Brief an OB Henriette Reker gewandt.

Weil der eigentliche Hingucker seit Ende 2023 hinter Bauzäunen steht, ist die Stadt Köln dennoch auf einen möglichst schnellen Neubau bedacht. Mit der neuen Fake-Konstruktion können die Kölnerinnen und Kölner, vielleicht ein letztes Mal, in Erinnerungen an die „echten“ Häuschen schwelgen.