Dick Brave ist wieder auf Tour. Das Rockabilly-Alter-Ego des Sängers Sasha wird beim Auftritt im ausverkauften Gloria frenetisch gefeiert. Auch für die nächste Köln-Show gibt es keine Tickets mehr.
In fünf Minuten ausverkauftFulminantes Köln-Comeback mit Kondom-Verkauf

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Popstar Sasha ist wieder auf Rock-’n’-Roll-Mission. Als Dick Brave gab er am Samstagabend (25. April 2026) ein umjubeltes Konzert im Kölner Gloria.

„Ich klinge wie eine Mischung aus Samu Haber und Rea Garvey“, sagt er von sich selbst, wenn er halb auf Englisch, halb auf Deutsch zum Publikum spricht. Nach langer Auszeit ist Dick Brave zurück auf Deutschlands Bühnen.
Hinter der Kunstfigur des kanadischen Rockabilly-Sängers steckt natürlich der 54-jährige Sasha, der vor einem Vierteljahrhundert die Idee hatte, neben der seichten Popkarriere mit Hits wie „If You Believe“, „Lucky Day“ oder „I Feel Lonely“ noch eine zweite Karriere zu starten.
Dick Brave: Open-Air-Tour wegen der hohen Nachfrage bis September
Aber viele Jahre ruhte das Projekt. „Ich war zwölf Jahre nicht hier, war stattdessen in einer Rock-’n‘-Roll-Auffangstation. Ich habe eine freudige Erregung“, sagt er mit einem breiten Grinsen, als er am Samstagabend (25. April 2026) auf die Bühne im rappelvollen Gloria kommt.
Aus Hamburg sind viele Freunde und Familienangehörige gekommen. Ehefrau Julia steht mit ihnen hinter dem Mischpult und jubelt begeistert mit, als ihr Mann auf dem Klavier vor 900 Fans einen Kopfstand präsentiert.
Das Comeback von Dick Brave elektrisiert die Massen. Zunächst wurde eine Clubtour mit 17 Terminen angesetzt. Die Kölner Show war binnen fünf Minuten ausverkauft. Am 5. Mai gibt es ein zweites Konzert, dann in der Live Music Hall. Auch dafür gibt es keine Tickets mehr. Anschließend steigen 27 Open-Air-Shows, auch da sind schon einige ausverkauft.

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Da gibt es kein Halten mehr. Dick Brave zeigt einen Kopfstand auf dem Klavier.
Petticoats, Denim, Pomade-Frisuren, College-Jacken im Publikum, dazu ein knapp zweistündiges Konzert als wilde Zeitreise mit hoher Durchtanz-Garantie. „Es ist anstrengend und heiß. Aber Dick Brave ist immer ein Mitmach-Konzert“, sagt der Sänger und rast mit seiner Band durch viele Jahrzehnte Musikgeschichte.
Sämtliche Hits erhalten von der Band einen eigenen, typischen Rock-’n’-Roll-Anstrich. Los geht es mit „Back for Good“ (Take That), „Get the Party started“ (Pink), „Blinding Lights“ (The Weeknd), „Take on Me“ (a-ha), „Shake it off“ (Taylor Swift) und „Beautiful Things“ (Benson Boone). Alle Titel kommen im Kontrabass-Sound daher und fühlen sich plötzlich wie Evergreens aus den 50ern an.

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Dick Brave verpasste den bekannten Hits einen Kontrabass-Sound aus den 50er Jahren.
Die Zeitreise wird noch authentischer, als sich der Frontmann mit seinen Musikern um ein einziges Mikrofon schart, um „All Shook Up“ und „Teddy Bear“ von Elvis Presley sowie „Summertime Blues“ von Eddie Cochran in einer Akustik-Version zu präsentieren.
Die Fans tanzen pausenlos, die gute Laune ist einfach ansteckend, und das Mitsing-Potenzial gigantisch. „Buona Sera“ (Louis Prima), „The Winner Takes It All“ (ABBA), „What’s Love Got to Do With It“ (Tina Turner) und gleich zwei Titel von Sashas Lieblingsband Depeche Mode werden gecovert („Just Can't Get Enough“ und „Enjoy the Silence“).

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Dick Brave nahm seine Fans mit auf eine Zeitreise in die eigene Jugend.
Passend zum Elton-John-Kracher „I’m Still Standing“ gibt es am Merchandise-Stand sogar Kondome. „Make love and Music“ ist das Motto von Dick Brave, dessen Name übersetzt im Grunde „mutiger Schwanz“ bedeutet.
An einen der Hits von Sasha wagt sich Dick Brave jedoch nicht heran. „Ich war in Deutschland stationiert, in Soest. Da habe ich Sasha kennengelernt“, radebrecht der vermeintliche Kanadier. „Ich war dort auf einem Schützenfest. Was ich sehr mochte, war das Schunkeln.“ Aber lieber feiert er mit „Walk This Way“ von Aerosmith am Ende noch einmal seine Jugend.
