Köln – Dieser Opel kommt einfach nicht vom Fleck. Jeden Tag brettern auf dem Hohenzollernring tausende Autos an dem Wagen mit dem Kennzeichen K-HM 175 vorbei. Kein Wunder, schließlich ist der alte „Kapitän“, so die Modellbezeichnung, von 15 Tonnen Stahlbeton umgeben.
„Ruhender Verkehr“ – so nennt sich das Werk des Künstlers Wolf Vostell, das seit 1989 seinen festen Platz auf den Kölner Ringen hat. Erschaffen wurde die Plastik aber schon 20 Jahre zuvor. Auf einem Parkplatz in der Domstraße ließ der Rheinländer seinen Wagen mit Holz verschalen und anschließend mit Beton übergießen. Knapp elf Tage dauerte der Aufbau.
Ein auf ewig geparktes Auto, Vostell sah darin „die ideale gesellschaftliche Relevanz. Das eingefrorene Auto mitten zwischen den anderen noch verkehrstüchtigen Autos. Das alogische Element würde dann sehr stark zum Bewusstsein kommen“, erklärte der Künstler in einer WDR-Dokumentation.
Das wollte damals nicht allen Kölnern einleuchten. „Grober unfug ist noch zu glimpflich ausgedrückt“, empörte sich einer. „Das entspringt keinem normalen Geist“ fand wiederum ein anderer. Und eine Frau sorgte sich, dass der Wagen jetzt völlig sinnlos einen Parkplatz blockierte: „Das muss doch Gebühren kosten.“
Trotz seiner gewaltigen Masse setzte sich der Opel Kapitän nochmal in Bewegung, machte unter anderem Halt in Paris und Berlin und wurde schließlich an seinen heutigen Standort transportiert.
Wie das Auto in Beton gegossen wurde und welche Kommentare die Kölner dazu abgaben, sehen Sie unten in einem Ausschnitt aus der Dokumentation.

