Mehrere Millionen Euro Hilfe beantragt Köln ist Hauptstadt der Corona-Betrüger

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Die Ermittler gehen gegen Corona-Betrüger vor. Das Symbolfoto zeigt eine Razzia von Polizei und Zoll im februar 2019.

Köln – Corona-Hilfen sollen schnell und unbürokratisch die Unternehmen und Selbstständigen unterstützen, denen das Wasser bis zum Hals steht. Schnell und unbürokratisch – das finden leider auch Betrüger super. Bei der Kölner Staatsanwaltschaft stapeln sich die Verfahren. 

  • Staatsanwaltschaft Köln mit Zahl der Verfahren weit vorne
  • Prozesse wegen Subventionsbetrug vor Kölner Amtsgericht
  • Großfamilien beantragen mehrfach Geld

Seit Pandemiebeginn seien Stand Anfang Februar 1145 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug eingeleitet worden, erklärt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag (18. Februar) gegenüber EXPRESS. Das Subventionsvolumen, also das, was die Tatverdächtigen beantragt hatten, beläuft sich dabei auf satte 11,8 Millionen Euro.

Betrug mit Corona-Hilfen: Bei Staatsanwaltschaft Köln stapeln sich Verfahren

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Damit liegt die Kölner Staatsanwaltschaft NRW-weit vorne. Zum Vergleich: In ganz NRW gibt es rund 5600 Ermittlungsverfahren rund um die Corona-Soforthilfen mit einem Gesamtvolumen von rund 39 Millionen Euro. 

„Die Staatsanwaltschaft Köln hat inzwischen160 Strafbefehle beantragt und 50 Anklagen erhoben“, so Bremer. 

Die Anträge zur Soforthilfe im Frühjahr 2020 hatten es den Corona-Betrügern leicht gemacht – wie auch ein Angeklagter bei seinem Prozess Anfang Februar vor dem Kölner Amtsgericht bemerkte. Der Unternehmer gab zu, die Soforthilfe gar nicht gebraucht, sondern nur für alle Fälle beantragt zu haben. 

In anderen Fällen wurden Anträge von Personen gestellt, die weder selbstständig sind, noch ein Unternehmen führen. Fast noch dreister: Gelder wurden mehrfach beantragt. Zum Beispiel aus Kreisen von Großfamilien, wie Ulrich Bremer von der Kölner Staatsanwaltschaft erklärt. (iri)

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