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Olympia-BürgerentscheidDarum lieferte Köln die Zahlen mit dicker Verspätung

Oberbürgermeister Torsten Burmester besucht das Auszählzentrum und läßt sich von einem Abstimmungshelfer die amtliche Abstimmungsunterlagen der Stadt Köln für die Briefwahl des jeweiligen Bezirks zeigen.

Copyright: Thomas Banneyer

Oberbürgermeister Torsten Burmester besucht das Auszählzentrum und läßt sich von einem Abstimmungshelfer die amtliche Abstimmungsunterlagen der Stadt Köln für die Briefwahl des jeweiligen Bezirks zeigen.

Aktualisiert:

„Ja“ zu Olympia, „nein“ zu schnellen Zahlen – so in etwa fühlte sich der Abend in Köln an. Das lange Warten führte auch zum Ausfall eines geplanten Spektakels.

Die Kölner und Kölnerinnen waren über Wochen aufgerufen, ebenso wie viele andere Bürger und Bürgerinnen in Nordrhein-Westfalen ihre Stimme für oder gegen die Bewerbung zu den Olympischen Spielen abzugeben. Um 19.36 Uhr trudelten als Erstes die Ergebnisse der Briefwahl aus Duisburg ein. Bis auch Köln ein Ergebnis hatte, sollte es noch Stunden dauern.

Zählt man in Köln also einfach langsamer als etwa in Düsseldorf? Zugegeben, hier gab es nicht nur fast doppelt so viele Stimmberechtigte (812.370 gegenüber 471.768), sondern auch eine höhere Wahlbeteiligung (nach Angaben am Abend 40,5 gegenüber 33,7 Prozent). Ein solch langes Warten war trotzdem nicht erwartet worden.

Erste Vermutungen: Darum dauerte es so lange

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst verkündete die Ergebnisse im Köln-Triangle, 28. Etage. Die Stimmung unter den geladenen Gästen war bei Kölsch und spektakulärem Domblick gut. Offizielle Informationen zur Verzögerung suchte man jedoch vergeblich.

Immerhin gab es nach Angaben unseres Reporters vor Ort Erklärungsansätze. So wird bei normalen Wahlen die Messe zum Auszählen genutzt. Die war aber wegen der Sport-Messe FIBO besetzt. Stattdessen wurden die Briefe im Hans-Böckler-Berufskolleg in Deutz geöffnet, wo der Platz offenbar einfach begrenzt war. Auch die hohe Anzahl an zu öffnenden Umschlägen wurde angeführt.

Dass mit Köln ausgerechnet die größte und wichtigste Stadt der Olympia-Bewerbung alle warten ließ, war hart. Laut Medienberichten mussten zudem die Abstimmungsbezirke neu zugeschnitten werden, deshalb gab es offenbar Auszählungsprobleme.

Beleuchtung der Hohenzollernbrücke nur für Nachtschwärmer

Das große Farbspektakel auf der Hohenzollernbrücke konnten so nur Nachtschwärmer erleben. Die Organisatoren hatten eine aufwendige Brückenbeleuchtung geplant. 112 Strahler wurden aufgestellt, damit die Hohenzollernbrücke in den Olympia-Farben erstrahlt. Seit 10 Uhr wurde alles von Security bewacht. Nach dem Entscheid wurde das Licht angeknipst, die Brücke leuchtet kurz vor Mitternacht also doch noch.

Leverkusen-OB zu Olympia

Wie dem auch sei: Ausgehend von den ersten Zwischenergebnissen, werden die Kölner auch offiziell „Ja“ zur Olympia-Bewerbung sagen, wenn auch nicht ganz so deutlich wie in anderen NRW-Städten. 2036, 2040 oder 2044 könnten die Spiele dann an Rhein und Ruhr stattfinden. Ans lange Warten auf den Bürgerentscheid erinnert sich dann wohl niemand mehr. (red)

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