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Badeverbot im RheinKöln will selbst Füße abkühlen bestrafen

Die Stadt Köln will hart durchgreifen und schon das Abkühlen der Füße im Rhein bestrafen.

Die Stadt Köln will hart durchgreifen und schon das Abkühlen der Füße im Rhein bestrafen.

Die Stadt Köln will das Baden im Rhein komplett verbieten. Selbst das Füße-Abkühlen soll bestraft werden. Im Rat gibt es Zoff um den Plan.

Schluss mit der Abkühlung im Rhein! Die Stadt Köln plant einen radikalen Schritt: ein komplettes Badeverbot für das gesamte Stadtgebiet.

Und das hat es in sich: Selbst wer an heißen Tagen nur die Füße ins Wasser hält, soll zur Kasse gebeten werden. Mindestens 60 Euro Bußgeld drohen dann. Wer uneinsichtig ist und sich oder andere gefährdet, muss sogar mit einer Strafe von bis zu 1000 Euro rechnen!

Schon nächsten Donnerstag (4. September) soll der Stadtrat über den Vorschlag der Verwaltung entscheiden. Nach mehreren tödlichen Badeunfällen in der Vergangenheit gilt eine Mehrheit für ein grundsätzliches Verbot als sicher. Doch über die Härte der neuen Regel ist ein heftiger Streit entbrannt.

Die Stadt will „jedes Betreten“ des Rheins verbieten. Die Begründung: Gefahren lauern schon im direkten Uferbereich. Ganz anders in Düsseldorf: Dort ist nur das „planmäßige Verweilen“ in mehr als knöcheltiefem Wasser verboten.

Alternativen wie Badeschiffe gefordert

Für die FDP sind die Kölner Pläne schlicht „absurd“. Fraktionschef Volker Görzel stellt gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ klar: „Wir wollen den Kölnerinnen und Kölner nicht verbieten, die Füße an heißen Sommertagen im Wasser abzukühlen.“ Er fordert Alternativen wie Badeschiffe.

Auch die CDU-Fraktion will den Plan nicht einfach so durchwinken. Ihr Chef Bernd Petelkau fordert, sichere Bade-Ausnahmen zu prüfen, etwa am künftigen Deutzer Hafen, am Mülheimer Hafen oder in der Groov.

Volle Unterstützung für ein striktes Verbot kommt dagegen von SPD und Linken. SPD-Fraktionschef Christian Joisten nennt das Verbot „überfällig“, denn „es geht hier um Menschenleben“. Die Linke will mit ihrer Zustimmung die Sicherheit für „Schwimmerinnen und Schwimmer“ und besonders Kinder gewährleisten.

Rückendeckung für ein Verbot, aber mit Augenmaß, kommt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Alexander Lustig vom Kölner Bezirk nennt den Vorstoß einen „sinnvollen Fingerzeig“. Er findet aber auch: „Man muss auch die Kirche im Dorf lassen.“ Eine Lösung wie in Düsseldorf könnte deshalb eine gute Alternative sein.

Vom Verbot ausgenommen bleiben sollen übrigens unter anderem behördliche und Rettungsmaßnahmen, das Ein- und Aussteigen bei Schiffen, Kanufahren, Rudern, Angelsport und genehmigte Veranstaltungen.

Die große Frage, die sich nun alle stellen: Wie hart wird der Bade-Hammer die Kölnerinnen und Kölner wirklich treffen? Nächste Woche wissen wir mehr. (red)