Arbeitsgericht Köln Nach Covid-Skandal: Schwangere Klinikärztin mit rührenden Worten

Prozess schwangere Ärztin

Die Ärztin wartet mit ihren Anwalt Rolf Bietmann auf den Beginn ihres Prozesses vor dem Kölner Arbeitsgericht. 

Köln/Erftstadt – Das Interesse der Öffentlichkeit war riesig, als am Donnerstag (11. Februar) der Prozess vor dem Kölner Arbeitsgericht begann: Die schwangere Klinikärztin Alia M. (29, Name geändert) hatte gegen ihren Arbeitgeber, das Marien-Hospital in Erftstadt, schwere Vorwürfe erhoben – so soll er sie trotz Schwangerschaft auf Stationen eingeteilt haben, auf denen auch Covid-19-Patienten liegen. 

  • Verfahren vor Kölner Arbeitsgericht endet mit Vergleich
  • Dienstplan laut Erftstädter Klinikum nicht aktuell
  • Schwangere Ärztin aus Köln nach Einigung erleichtert

Zahlreiche Pressevertreter waren um 13 Uhr vor Ort, um den Prozess zu verfolgen. Denn der Fall hatte hohe Wellen geschlagen. Auch EXPRESS berichtete

Arbeitsgericht Köln: Schwangere Klinikärztin und Klinikum schließen Vergleich

Alia M.s Anwalt Rolf Bietmann hatte gefordert, dass seiner Mandantin gemäß den Regelungen des Mutterschutzgesetzes ab sofort eine Weiterbeschäftigung gemäß den Inhalten ihres Ausbildungsvertrages angeboten und der Dienstplan, der ihre Beschäftigung auf der sogenannten Covid-Station vorsieht, aufgehoben wird. 

Nach rund 45 Minuten war das Verfahren durch und ein Vergleich geschlossen. Anwalt Bietmann war zufrieden. „Wir hatten eine einstweilige Verfügung begehrt, dass meine Mandantin weiter beschäftigt, aber nicht auf Stationen mit Covid-Patienten eingesetzt wird“, erklärt der erfahrene Arbeitsrechtler aus Köln. „Das hat die Gegenseite akzeptiert.“

In dem Verfahren war auch eine betriebsärztliche Stellungnahme Gegenstand. Demnach darf die schwangere Ärztin aufgrund der Coronalage derzeit überhaupt keinen Kontakt zu Patienten haben.

Schwangere Ärztin aus Köln: Statt Krankenstation erstmal Bürojob

Laut eines Dienstplanes, der Alia M. zugeschickt worden war, wäre die Kölnerin aber im Januar 2021 nahezu den ganzen Monat auf einer Station mit Covid-Bereich eingeteilt gewesen. 

Der Dienstplan war vor Gericht aber nicht mehr streitig. Denn laut des Erftstädter Klinikums sei er erstellt worden, bevor man von M.s Schwangerschaft gewusst habe. Mit dem Wissen, dass die Ärztin schwanger ist, wäre sie ab Januar im Büro eingesetzt worden. So lange, bis sie wieder auf einer Krankenstation – dann aber ohne Covid-Bereich – arbeiten kann. Alia M. wird in dem Klinikum zur Internistin ausgebildet. 

Am Ende war auch Alia M. sehr erleichtert über die Einigung. Nach einer Woche Urlaub wird sie am 22. Februar wieder zum Dienst erscheinen. „Jetzt kann ich covid-frei arbeiten und mich endlich über meine Schwangerschaft freuen“, so die 29-Jährige. (iri)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.