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An Kölner S-BahnHochschwanger ausgesetzt – Geburt endet dramatisch

Ein winziges Katzenbaby liegt auf einer Decke.

Copyright: Tierheim Dellbrück/Hemmerling

Das Dellbrücker Tierheimteam kämpfte vergeblich um diesen Winzling. Seine drei Geschwister waren bereits tot zur Welt gekommen.  

Aktualisiert:

Erneut sind Tiere in Köln einfach ausgesetzt worden. Beide Katzen hochträchtig – kurz darauf kam es zu einer dramatischen Geburt. 

Im Korb an einer Haltestelle ausgesetzt, im Park an einen Baum gebunden, im Käfig zum Sperrmüll gestellt: Was geht in den Köpfen und Herzen der Menschen vor, die so ihre Haustiere regelrecht entsorgen?

Jetzt wurden zwei junge Katzen von einer Frau in einem Korb an der S-Bahn in Holweide gefunden und im Dellbrücker Tierheim abgegeben. Beide hochträchtig und möglicherweise Mutter und Tochter.  Tierheimsprecherin Sylvia Hemmerling richtet sich nun in einem emotionalen Facebookpost an die Person, die die Katzen an der Bahn ihrem Schicksal überlassen hat. 

Kölner Tierheim: Kampf um jedes Katzenleben

„Sicherlich wusstest du, dass die beiden trächtig waren, das war ja  nicht zu übersehen“, beginnt Sylvia Hemmerling ihren Beitrag. Dann schildert sie die dramatische Geburt von vier Kitten – drei seien tot zur Welt gekommen, um das Leben des vierten Babys habe das Tierheimteam gekämpft. Es habe lediglich 63 Gramm gewogen.

Es sei ein traumatisches Erlebnis für die Kolleginnen, die Dienst hatten, gewesen, so die Tierheimsprecherin. „In den nächsten 24 Stunden versuchten wir alles Menschenmögliche, um das winzige Katzenkind zu versorgen.“

Sylvia Hemmerling schildert, dass die eigene Mutter, mit circa sechs Monaten selbst noch ein halbes Kind, keine Milch gehabt habe. Eine andere Katzenmutter habe den Winzling nicht annehmen wollen und die Flasche habe das Kleine auch nicht gewollt. 

„Es wurde immer wieder kalt und miaute ständig nach seiner Mama, die ihm nicht helfen konnte. Unser Kollege Marco nahm es schließlich gestern Abend mit nach Hause und wachte die ganze Nacht neben dem Winzling. Bis es starb“, erzählt sie. 

Zwei Katzen wurden Ende August 2026 an der S-Bahn in Holweide ausgesetzt, beide hochträchtig (Foto). Die eine (selbst noch halb ein Kind) brachte im Dellbrücker Tierheim drei tote Kitten zur Welt. Eins lebte, starb aber wenig später.

Copyright: Tierheim Dellbrück/Hemmerling

Zwei Katzen wurden Ende August 2026 an der S-Bahn in Holweide ausgesetzt, beide hochträchtig (Foto). Die eine (selbst noch halb ein Kind) brachte im Dellbrücker Tierheim drei tote Kitten zur Welt. Eins lebte, starb aber wenig später.

Das Tierheim Köln-Dellbrück berichtet regelmäßig über solche Schicksale. „Die Fälle von Verwahrlosung und Aussetzungen haben sich gehäuft. Es scheint immer mehr eine Wegwerf-Gesellschaft zu werden. Dass man sich ein Tier anschafft, weil man es zum Beispiel auf Instagram oder TikTok gesehen hat – und dann passt es doch nicht und man will es wieder loswerden“, beklagt Sylvia Hemmerling. 

Andere hätten laut der Sprecherin zum Kastrieren kein Geld oder keine Lust – und würden dann die Konsequenzen nicht tragen wollen. Es passiere inzwischen auch extrem oft, dass Leute beim Tierheim anriefen und erzählten, sie hätten „nicht aufgepasst“ und jetzt sei die Katze oder der Hund trächtig, aber sie hätten kein Geld.  

Die zweite Katze, die an der Bahn in Holweide ausgesetzt wurde, hat ihre Kitten noch nicht zur Welt gebracht. Wie bei der jüngeren hatte ein Ultraschall gezeigt, dass auch sie mindestens vierfachen Nachwuchs im Bäuchlein hat. Im Dellbrücker Tierheim hoffen jetzt alle, dass zumindest bei ihr die Geburt gut verläuft und die Jungen gesund sind. 

Wer dem Tierheim in Köln-Dellbrück mit einer kleinen Spende helfen möchte, findet auf der Internetseite alle wichtigen Informationen. Team und Tiere freuen sich über jeden Euro.

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