Sie sind bekannt aus der ARD-Dokuserie „In höchster Not“, jetzt waren die Bergretter aus Grainau zu Gast in Köln.
Alpin-Retter in KölnWarum die „Bergwacht Hollywood“ heiß begehrt ist

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Zwei fesche Buam: Franz Dörfler (links) und Simon Preibisch von der Bergwacht Grainau Anfang Februar 2026 zu Gast in Köln. Sie hatten den Rheinländern einiges über ihre ehrenamtlich (!) Arbeit und spannende Einsätze zu berichten.
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Wenn Wanderer, Kletterer oder Bergsteiger in Not geraten, sind sie zur Stelle. Ehrenamtlich. Das Team der Bergwacht Grainau ist mit der BR-Dokuserie „In höchster Not“ (Staffel zwei startet am 6. Mai) nicht nur lokal im Zugspitzgebiet zu Berühmtheiten geworden. In Köln erzählen zwei Retter von Avancen aus der Damenwelt und einem lebensgefährlichen Einsatz.
Im Freundes- und Bekanntenkreis heißen sie nun schon „Bergwacht Hollywood“. Und auch im Hauptbereich würden sie regelmäßig auf ihre neu erlangte Bekanntheit angesprochen, sagt Simon Preibisch (22). Er ist einer der Bergretter, die in der Dokuserie „In höchster Not“ zu Einsätzen mit der Kamera begleitet wurden. Die Sendung wurde zum Hit im BR und in der ARD-Mediathek.
Ehrenamtlicher Bergretter bekommen Fanpost – auch von Frauen
Zusammen mit seinem Kollegen Franz Dörfler (30) ist er zum Pressebesuch von Grainau an der Zugspitze nach Köln gereist. Standesgemäß trifft man sich im bayrischen Restaurant in der Altstadt. Ab 6. Mai startet die zweite Staffel „In höchster Not“. Die Serie machte das Team der Bergwacht Grainau und die Kollegen aus Ramsau geradezu berühmt. Selbst bei Rettungen wurden sie von Patienten schon erkannt. Und mit Ruhm kommen Begehrlichkeiten – auf die Frage, ob sich sie nun mit Anfragen aus der Damenwelt überschüttet werden, schauen sich die zwei an und müssen lachen: „Ja, gab's scho“, geben beide zu, bei genauerer Nachfrage nach der Menge wird ihr Grinsen nur breiter, sie verweigern allerdings die Aussage …
Hier kannst du die Bergwacht bei der Arbeit bewundern:
Heroische Rettungen ziehen halt. Wobei, und das ist keine Koketterie, die Bergretter sich nie als Helden bezeichnen würden – die Bergrettung sei ihr Hobby, ein Ehrenamt (und damit unbezahlt), sagen beide. Ihre Leidenschaft ist das Bergsteigen. Dass man dabei Menschenleben rettet – ja mei, gehört dazu. Dass das aber alles andere als ein Spaziergang ist, beweist ein spektakulärer und lebensgefährlicher Einsatz. Franz erzählt: „Simon, ich und zwei andere Kameraden sind am Zugspitzgletscher, und während eine andere Rettung läuft, stürzt jemand in eine Gletscherspalte.“
Ein Gewitter zog gleichzeitig auf. Simon: „Dann war es, als hätte man einen Schalter umgelegt. Der Nebel ist reingezogen, wir haben nichts mehr gesehen, zwei Stunden war Starkregen, Hagel, Sturm, Steinschlag ohne Ende und es gewitterte ringsum.“ Selbst für die Berge ein extrem starker Wetterumschwung. Absolute Lebensgefahr. 50 Meter über Simon schlug der Blitz ein, erzählen die zwei.
In der Situation hatte er beinahe mit allem abgeschlossen, sagt Simon. „Ich habe meiner damaligen Freundin noch eine Sprachnachricht geschickt, dass ich nicht weiß, wann und ob ich hier weg komme. Wir haben da oben aber das Gefühl für Raum und Zeit völlig verloren.“ Arbeitstitel der Folge: „Weltuntergang“. Die Bilanz: Funkgeräte mit Wasserschaden, zerrissene Kleidung, durchlöcherte Helme. „Aber wir sind alle noch da!“
Wer will sich da über Kölschen Nieselregen beschweren, der die Kameraden und Freunde willkommen geheißen hat? Viel Zeit für Sightseeing bleibt ihnen aber nicht, „den Dom und die Brücke mit den vielen Schlössern haben wir geschafft“, sagt Franz. Schon früh morgens geht es für sie am weiter. Podcast. Die „Bergwacht Hollywood“ ist heiß begehrt.



