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Heftige Kritik Adenauer-Enkel (77): „Köln ist brutal, Köln kann keine Plätze“

Konrad Adenauer steht am Barbarossaplatz und kritisiert die Bauweise.

Konrad Adenauer steht am Barbarossaplatz und kritisiert die Bauweise.

Konrad Adenauer, der gleichnamige Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers, hat vier Kölner Plätze unter die Lupe genommen. Seine Kritik fällt deutlich aus.

Er radelt und radelt und radelt. Konrad Adenauer war Anwalt, CDU-Politiker, Notar, ist der gleichnamige Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers und in gut ein Dutzend Kölner Stiftungen und Vereinen tätig.

Der 77-Jährige radelt deshalb so oft und lange und gerne durch Köln, auf seinem alten Elektro-Damenrad mit urigem Ledersitz und abgewetzten Satteltaschen, dass man ihn fast KonRADenauer taufen könnte.

Als Vorstandschef des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins liegt ihm das Stadtbild besonders am Herzen. EXPRESS ging mit Adenauer auf City-Tour. Von Platz zu Platz platzte aus ihm immer mehr Ärger und Wut heraus. Hier seine ungefilterten Statements.

Kölner Ebertplatz „Eher Loch als Platz, der Beton ist brutal“

  • Adenauer: „Es ist eher ein Loch als ein Platz, hier möchte man sich gar nicht aufhalten. Die vielen Obdachlosen, Leute, die Drogen konsumieren und hier den Tag verbringen. Keine Bänke, nur kalte Betonpoller. Wir haben in Köln sehr viel Beton. Die Plätze sind brutal, weil Beton brutal ist. Man nennt diesen Baustil Brutalismus. Köln ist brutal. Köln kann keine Plätze. Die Parteien müssen sich zusammentun und ideologiefrei einigen können, um mehr Gemütlichkeit zu schaffen. Es gibt ja nicht cdu-gemütlich oder grün-gemütlich, es gibt nur gemütlich.“

Dom und Treppe „Es ist erschreckend, das darf nicht sein“

  • Adenauer ist empört, wie verwahrlost bereits die aufwendig erneuerte Hälfte der Großbaustelle Domtreppe erscheint. „Es hat etwas Beschämendes. Dass die Treppe generell schon nach 17 Jahren wieder baufällig ist, das ist erschreckend, das darf nicht sein. Auch der Anblick des Domherrenfriedhofs, wo mein 1937 gestorbener Großonkel Johannes Adenauer begraben liegt, ist unwürdig. Die Dombauhütte muss etwas tun, hier müssen Blumen und Pflanzen hin. Ein Baum, ein Strauch, mehr ist hier nicht. Man sieht: Gras vergeht, Unkraut besteht.“

Barbarossaplatz „Das ist nur ein Schnittpunkt von Straßen“

  • Adenauer: „So viel Lärm, so viel Getöse vom Verkehr – das ist kein Fleck, wo man verweilen möchte. Hier will man ganz schnell weg. Man sieht nur einen langen Bahnsteig und viele Straßen. Das Wort Platz kann man weglassen. Das ist nur ein Schnittpunkt von Straßen, und der Schnittpunkt heißt Barbarossaplatz. Die Stadt spielt gerne Eisenbahn und verlegt gerne Gleisbetten mitten durch die Stadt. Wenn da Schotter liegt, verdient die Stadt Schotter – weil es dafür Zuschüsse der öffentlichen Hand gibt. Ich will den Kleingeist in Köln bloßstellen.“

Neumarkt „Ein Hohlraum, man fühlt sich nicht wohl“

  • Adenauer: „Statt den Platz zu pflegen, vermarktet die Stadt den Neumarkt nur. Für Märkte, Veranstaltungen, den Zirkus. Dabei sind die Einnahmen lächerlich und das Pflaster geht kaputt. Man fühlt sich hier nicht wohl, es fehlt das Leben. Der Neumarkt ist ein großer Hohlraum. Die Stadt muss mehr Würde zeigen. Das ist hier kein Dorfplatz, wir sind nicht Bottrop oder Herne. Das hier ist Köln mit 2000 Jahren Geschichte!“

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