Zwischen Bastei und Zoobrücke wird ein altes Bürohaus abgerissen. Für die drei Neubauten fehlt noch ein Mieter.
Abriss an der ZoobrückeDrei neue Bürohäuser in Köln – doch noch kein Mieter

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Neues Rheinufer: Links der Dom, rechts die neuen Bürohäuser.
Die Bagger sind schon da. An der Ecke Konrad-Adenauer-Ufer/Elsa-Brandström-Straße, rund 500 Meter nördlich der Bastei, wird gerade ein altes Bürogebäude abgerissen. Was hier entstehen soll? Drei neue Bürogebäude, die miteinander verbunden sind. Bauherr ist die Commerz Real. Laut ihrem Geschäftsbericht sollen die Häuser bis 2028 stehen.
Auch die beiden direkt angrenzenden Villen, die schon bestehen, bekommen eine Frischekur. Bis 2028 und 2029 sollen sie „revitalisiert“ sein. In eines der beiden Gebäude soll ein Ärztehaus einziehen. Geplant sind außerdem ein Restaurant im Erdgeschoss und ein Innenhof, der für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll.
Baustelle am Konrad-Adenauer-Ufer: Für viele Autofahrer gut zu sehen
Wer über das viel befahrene Konrad-Adenauer-Ufer fährt, kann die Baustelle kaum übersehen. Sie liegt direkt an der Straße. Und genau dort wird künftig auch eines der Bürohäuser stehen – anders als bisher. Insgesamt geht es um etwa 21.000 Quadratmeter neue Fläche, rund 250 Meter südlich der Zoobrücke. Das Grundstück hat die Commerz Real bereits vor fünf Jahren gekauft.
Der Name des Projekts: „Fünf Villen“. Fünf? Dabei stehen dort doch nur zwei alte Villen. Die Erklärung ist simpel: Die Commerz Real bezeichnet auch die drei neuen Bürohäuser selbst als Villen.
Und was kostet das Ganze? Dazu hält sich das Unternehmen bedeckt. Ein Sprecher wollte auf Nachfrage nicht verraten, wie viel die Commerz Real an der Stelle investiert – das stehe erst nach dem Bau fest. Auch wer in die Häuser einzieht, ist nach seiner Aussage noch nicht fix. Genau davon hängt aber ab, wie viele Arbeitsplätze dort entstehen.
Beim Bauherrn gibt man sich trotzdem optimistisch. „Wir haben erst gerade mit der Ansprache potenzieller Mieter begonnen, sind aber zuversichtlich, das Ensemble komplett vermieten zu können“, so der Sprecher.
Büromarkt in Köln schwächelt
Allerdings: Der Markt für Büroimmobilien entwickelt sich rückläufig. „Zurückhaltende Nachfrageseite“ – so überschrieb unter anderem der Immobilienberater BNP Paribas Real Estate seine Analyse zu den Neuvermietungen in Köln in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Ein kleiner Lichtblick steckt aber drin: Demnach ist der Leerstand moderner Flächen zumindest gesunken.
Noch deutlicher werden die Zahlen des Beraterunternehmens Savills. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Flächenumsatz in Köln demnach um 40 Prozent zurückgegangen. Gemessen am Zehn-Jahres-Schnitt beträgt das Minus sogar 49 Prozent. Julian Turner von Savills Köln sagt: „KI löst bei einigen Unternehmen Unsicherheiten bezüglich ihrer Flächenbedarfe aus und stellt Flächenentscheidungen infrage, die sie im Zuge hybrider Arbeitsmodelle gerade erst getroffen haben.“ Zudem klafft laut Turner weiter eine Lücke zwischen dem Wunsch nach hochwertigen Flächen und den Kosten dafür: „Das verlängert Entscheidungsprozesse auf Nutzerseite und macht Eigentümer verhandlungsbereiter.“
Sieht die Commerz Real angesichts fehlender Mieter ein Risiko? Auf diese Frage entgegnete der Sprecher: „Hochwertige Büros in sehr guten Lagen finden immer Mieter. Insofern sehen wir hier kein Risiko.“ Das Neubauprojekt zählt zum offenen Immobilienfonds „Hausinvest“ der Commerz Real, die eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank ist.
Den seit 1972 bestehenden Fonds beziffert das Unternehmen auf 160 Immobilien in 17 Ländern auf vier Kontinenten. Zum 31. März lag das Fondsvermögen demnach bei knapp 15 Milliarden Euro – knapp 2,5 Milliarden Euro weniger als drei Jahre zuvor – und die Vermietungsquote bei 93,1 Prozent. (red)
