Wäsche, Einkauf, Bad putzen und schon ist der Kopf voll? Ausgerechnet junge Erwachsene fühlen sich überraschend häufig vom eigenen Haushalt überfordert. Und Hilfe anzunehmen fällt ihnen besonders schwer.
Ist das schon Mental Load?Warum der eigene Haushalt die Gen Z stresst

Copyright: Pressematerial Wecasa
Putzen, planen, bloß nichts vergessen: Besonders überraschend ist, wie viele junge Erwachsene sich vom eigenen Haushalt überfordert fühlen. Hilfe anzunehmen fällt ausgerechnet ihnen besonders schwer.

Die erste eigene Wohnung klingt erst einmal nach Freiheit. Niemand fragt, wann du nach Hause kommst, niemand kommentiert den Inhalt deines Kühlschranks und die Klamotten können theoretisch drei Tage auf dem Stuhl liegen. Blöd nur: Irgendwann braucht man den Stuhl wieder.
Denn mit der Freiheit zieht noch jemand ein: der eigene Haushalt. Und der ist offenbar für erstaunlich viele junge Menschen ziemlich anstrengend.
Fast jeder Dritte fühlt sich überfordert
Eine aktuelle YouGov-Befragung im Auftrag von Wecasa zeigt: 31 Prozent der 18- bis 24-Jährigen fühlen sich häufig durch die Organisation ihres Haushalts überfordert. Bei Menschen ab 55 Jahren sind es nur elf Prozent. Damit ist der Anteil unter den Jüngsten fast dreimal so hoch.
Bevor jetzt jemand „Die Jugend von heute!“ ruft: Einen Haushalt zu führen bedeutet nicht nur Staubsaugen und Waschmaschine einschalten. Du musst einkaufen, planen, Rechnungen im Blick behalten, daran denken, dass kein Waschmittel mehr da ist, den Müll runterbringen und irgendwann feststellen, dass sich das Badezimmer leider auch 2026 noch nicht selbst putzt.
Und während eine Aufgabe erledigt wird, steht die nächste längst Schlange. Genau dieses ständige Mitdenken kann aus ganz normaler Hausarbeit ziemlich schnell Mental Load machen.
Warum Ü55 offenbar entspannter ist
Dass ältere Menschen deutlich seltener von Überforderung berichten, bedeutet nicht automatisch, dass sie mehr Lust auf Hausarbeit haben. Eine mögliche Erklärung liegt viel näher: Routine.
Wer seit Jahrzehnten einen eigenen Haushalt führt, muss über viele Abläufe kaum noch nachdenken. Für jemanden in der ersten eigenen Wohnung sind sie neu. Dazu kommen Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg, Freunde, Beziehung, Sport und der Anspruch, das eigene Leben bitte auch noch einigermaßen souverän aussehen zu lassen.
Vielleicht ist also gar nicht die einzelne Aufgabe das Problem. Es sind die vielen kleinen Dinge, die gleichzeitig im Kopf herumschwirren.
Überfordert? Ja. Hilfe? Lieber nicht!
Noch spannender wird es bei einer zweiten Zahl: 37 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Hilfe annehmen. Bei den über 55-Jährigen sind es nur 13 Prozent.
Das ist ein ziemlich gemeiner Kreislauf: Ich bin überfordert, könnte Unterstützung gebrauchen und fühle mich anschließend schlecht, wenn ich sie tatsächlich bekomme.
Vielleicht sollten wir deshalb unser Bild von Selbstständigkeit ein bisschen entrümpeln. Erwachsen sein bedeutet nicht, jede Aufgabe allein bewältigen zu müssen. Unterstützung kann heißen, sich in einer WG wirklich fair aufzuteilen, Verantwortung in einer Partnerschaft abzugeben, Familie oder Freunde einzuspannen oder, wenn man es sich leisten kann, bestimmte Arbeiten auszulagern.
Du möchtest mal wieder richtig flirten und suchst nach der großen Liebe oder einem knisternden Date? Dann entdecke Bütz Mich, das kölsche Partnerportal aus deiner Region.
➔ Jetzt bei Bütz Mich kostenlos anmelden*
Und manchmal hilft die vielleicht erwachsenste Erkenntnis überhaupt: Es passiert nichts, wenn das Bad erst morgen geputzt wird.
Denn vielleicht haben die über 55-Jährigen der Gen Z beim Haushalt nicht nur ein paar Jahrzehnte Erfahrung voraus. Vielleicht wissen sie inzwischen auch besser, was heute wirklich erledigt werden muss und was einfach bis morgen warten kann.
Quelle: Die genannten Zahlen stammen aus einer aktuellen YouGov-Studie im Auftrag von Wecasa, einer Plattform für haushaltsnahe Dienstleistungen.
