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Sex-MythosWarum guter Sex oft gerade NICHT spontan ist

Copyright: Louisa Noack / image generator pro

Zwischen To-do-Listen, Alltagschaos und Klopapier-Einkauf: Gute Sexualität scheitert oft nicht am fehlenden Feuer, sondern daran, dass niemand Zeit ins Feuer wirft

Hier wird’s heiß: Filme haben uns wirklich einiges beigebracht. Zum Beispiel, dass Menschen sich plötzlich ansehen, sich gegen die Wand drücken, leidenschaftlich küssen und dann einfach loslegen.

Ja, das wäre perfekt. Ohne Gespräche. Ohne Unsicherheit. Ohne „Moment, ich muss noch kurz aufs Klo“ oder „Warte, ich bin gerade komplett im Kopf“. Schnitt. Kerzen. Bett. Perfekter Sex. Klingt toll. Hat nur einen kleinen Haken: Das echte Leben sieht oft anders aus. Und genau daran verzweifeln erstaunlich viele Menschen.

Der Druck, dass es einfach passieren muss

Viele Paare glauben, guter Sex müsse spontan entstehen. Wenn die Lust nicht plötzlich aus dem Nichts auftaucht, wenn man darüber sprechen muss oder sogar bewusst Zeit dafür einplant, klingt das für manche fast schon unromantisch. So nach dem Motto: Wenn wir Sex planen müssen, stimmt doch etwas nicht. Nur: Wer hat das eigentlich beschlossen? Denn wir planen alles andere auch. Geburtstage. Urlaube. Treffen mit Freunden. Selbst den Zahnarzt. Aber beim Sex erwarten wir plötzlich magische Selbstläufer.

Die Realität sieht ziemlich anders aus

Gerade am Anfang einer Beziehung ist vieles leicht. Hormone schieben kräftig an, alles ist neu und aufregend. Später kommt das echte Leben dazu. Arbeit. Müdigkeit. Kinder. Stress. Die berühmte Frage: „Haben wir eigentlich noch Toilettenpapier?“ Und genau hier beginnt häufig die große Verunsicherung. Denn viele denken plötzlich: Früher war es anders. Warum ist es nicht mehr wie am Anfang?

Guter Sex braucht oft etwas völlig Unsexyes

Nämlich Kommunikation. Und ja, das klingt erst einmal ungefähr so sexy wie ein Termin beim Finanzamt. Aber gute Sexualität entsteht häufig nicht dadurch, dass zwei Menschen zufällig gleichzeitig plötzlich völlig überwältigt werden. Sie entsteht oft dadurch, dass Menschen neugierig bleiben. Reden. Sich zeigen. Sagen, was sie mögen, was sie vermissen oder worauf sie Lust haben.

Therapeutische Einschätzung

In Gesprächen begegnet mir dieser Gedanke immer wieder: Wenn Sex geplant werden muss, ist die Leidenschaft tot. Dabei stimmt oft eher das Gegenteil. Gerade langfristige Beziehungen brauchen Aufmerksamkeit. Nicht, weil etwas kaputt ist, sondern weil Nähe nicht einfach dauerhaft auf Autopilot läuft. Spontanität kann wunderschön sein. Aber sie ist keine Voraussetzung für guten Sex.

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Fazit

Vielleicht ist die romantischste Vorstellung gar nicht, dass Sex einfach passiert. Sondern dass zwei Menschen sagen: „Du bist mir wichtig genug, dass ich mir bewusst Zeit für uns nehme.“

Plötzlich peinlich
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