Sven Glöckner (32) hat seinen Opa verloren – jetzt läuft er für ihn durch Köln. Mit dessen FC-Trikot.
Im FC-Trikot durch KölnDie traurige Geschichte hinter Startnummer 37945

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Sven Glöckner (32) trainiert im FC-Trikot seines verstorbenen Opas für den Kölner Halbmarathon.

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Es wird kein normaler Lauf – schon jetzt bekommt Sven Glöckner Gänsehaut.
Am Sonntag (4. Oktober) steht der 32-Jährige mit der Startnummer 37945 beim Köln-Halbmarathon an der Startlinie. Für den Lauf wird er ein besonderes Trikot tragen: „Ich werde das FC-Trikot meines verstorbenen Opas anhaben“, sagt Glöckner im Gespräch mit EXPRESS.de.
Sven Glöckner läuft Köln-Marathon für toten Opa „Ebi“
Glöckner kommt aus Neuwied bei Koblenz. Mit seinem Opa Jürgen – von der Familie nur „Ebi“ genannt – verband ihn vor allem eines: die Liebe zum 1. FC Köln und zur Stadt selbst.
Im vergangenen Jahr erkrankte der Opa schwer an Prostatakrebs. Einer seiner letzten großen Wünsche war eine gemeinsame Fahrt ins Kölner Rhein-Energie-Stadion. Über das Hospiz nahm die Familie deshalb Kontakt zum Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf, der die Fahrt organisieren sollte.
Doch der Ausflug kam zu spät. „Ebi“ starb am 28. September 2025 im Alter von 74 Jahren – genau an dem Tag, an dem die Fahrt ins Stadion hätte stattfinden sollen. Zusammen wollten sie sich die Bundesliga-Partie 1. FC Köln gegen VfB Stuttgart anschauen. Der FC verlor das Spiel 1:2.
Nach dem Tod seines Opas sei er „in ein ziemliches Loch gefallen“, erinnert sich Glöckner an die Zeit. „Wir haben uns immer gut verstanden. Wir haben so viel miteinander gelacht. ‚Ebi‘ war so ein toller Mensch. Sein Tod hat mich sehr bewegt.“

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Sven Glöckner (l.) und sein Opa „Ebi“
Glöckner habe über 150 Kilogramm gewogen und sich als „komplett unsportlich“ beschrieben – an einen Halbmarathon sei damals nicht zu denken gewesen. Im März fing er trotzdem an zu laufen. Aus wenigen Kilometern wurden fünf, dann zehn und schließlich 17. Rund 15 Kilogramm habe er seitdem verloren.
Am Sonntag will er nun 21,1 Kilometer schaffen – ausgerechnet in Köln, der Stadt, die er mit seinem Opa teilte. Das FC-Trikot trägt er dabei bewusst: „Ich werde ihn damit noch einmal mit durch die Stadt nehmen, die uns beide so sehr verbunden hat“, so Glöckner. Vorne im Feld werde er nicht laufen, das sei auch nicht sein Ziel.
Parallel zu seinem Lauf hat Glöckner eine private Spendenaktion für den ASB-Wünschewagen Rheinland-Pfalz gestartet. Innerhalb weniger Tage sind bereits mehr als 900 Euro zusammengekommen.
Mit dem Spendengeld soll anderen Menschen ein besonderer Wunsch in ihrer letzten Lebensphase erfüllt werden.
Dank Spenden und des Engagements der ehrenamtlichen Helfer fahren die ASB-Wünschewagen für ihre Gäste kostenfrei. „Mitfahren darf jeder, der noch transportfähig ist, das Ziel bleibt dem Wünschenden überlassen – ob ans Meer, ins Stadion, zum Konzert, der Familie oder noch einmal nach Hause. Möglichst jeder Wunsch wird erfüllt“, erklärt der ASB.

