Neuzugang in Kölner Tierheim„Ein Hund, den nur Mütter lieben können“

Einer Bulldogge hängt die Zunge aus dem Maul.

Copyright: Tierheim Dellbrück/Hemmerling

Die Französische Bulldogge Albi (10 Monate) hat das Dellbrücker Tierheim von seinem Partnertierheim in Ungarn übernommen. Albi ist das Ergebnis einer Qualzucht.

Die kleine Bulldogge Albi ist das Ergebnis einer Qualzucht. Im Tierheim Köln-Dellbrück kümmert man sich jetzt liebevoll um den Neuzugang aus Ungarn, wo Albi in der Tötungsstation gelandet war. Einige sehen den Einsatz des Tierheims allerdings skeptisch. 

Die Zunge hängt ihm raus, er japst, das Fressen fällt ihm schwer, er hat zu kleine Nasenlöcher und zu viele Falten, seine Füße haben eine Fehlstellung: Der kleine „Albi“ aus Ungarn ist der Neuzugang im Tierheim Köln-Dellbrück. 

„Er ist ein absolutes Musterbeispiel einer Qualzucht“, erklärt Tierheimsprecherin Sylvia Hemmerling. Sie predigt immer wieder, die Finger von Qualzuchten zu lassen. Zuletzt sprach sie brutal ehrlich über Scottish-Fold-Katzen.

Bulldogge Albi: Im Kölner Tierheim lieben ihn alle

Albi sei aus ihrem ungarischen Partnertierheim übernommen worden, berichtet sie auf Facebook. „Den haben wir zu uns genommen, weil er uns unfassbar leid tut“, so Sylvia Hemmerling. „Wir nehmen an, dass er sogenannte Ausschussware eines Vermehrers ist. Den konnte man wahrscheinlich nicht verkaufen, so krank, wie er ist und wie er aussieht. Dann hat man ihn vermutlich ausgesetzt.“  

In seiner Heimat sei die junge Französische Bulldogge (circa zehn Monate alt)  in einer Tötungsstation gelandet. Die Kölner Tierheimsprecherin: „Unsere Kolleginnen haben ihn gerettet und nun bekommt er bei uns die Chance auf ein neues Leben.“ 

Zwar hat Albi zahlreiche Handicaps und wird um eine Gaumensegel-OP nicht herumkommen, damit er besser atmen kann – aber es spricht auch vieles für den kleinen Kerl. „Er ist unfassbar lieb, liebesbedürftig und verschmust. Auch super verträglich mit anderen Hunden“, schwärmt Sylvia Hemmerling.

Tierpflegerin Jenny, die sich im Dellbrücker Tierheim um ihn kümmert, meint mit Blick auf Albis Aussehen lachend: „Ein Hund, den nur Mütter lieben können.“ Im Kölner Tierheim lieben ihn aber schon alle!

Unter dem Facebookpost des Dellbrücker Tierheims sammeln sich jedoch auch kritische Stimmen. So kommt die Frage auf, ob es nicht besser wäre, Albi zu erlösen. „So viele OPs, ob es danach besser ist? Der arme Kerl kann weder atmen noch laufen, und ich mag mir nicht vorstellen, wie er durch die nötigen OPs noch leiden wird. Ein normales Hundeleben wird er bestimmt nie führen können“, schreibt eine Userin. Eine andere meint: „Das viele Geld, was die OPs kosten, wo man keine 100-prozentige Garantie hat, dass alles in Ordnung kommt, würde sehr viele Mäulchen stopfen können...“

Tierheimsprecherin Sylvia Hemmerling stellt klar: „Wir haben ihn nicht gezüchtet, aber er ist ja auf der Welt und wir wollen ihm helfen.“ Es müsse dahin kommen, dass solche Rassen gar nicht erst gezüchtet werden, sagt sie. Das gelte auch für Scottish-Fold-Katzen.

„Aber, wenn die auf der Welt sind, tun wir alles, um ihnen ein würdevolles und schmerzfreies Leben zu ermöglichen“, so die Tierheimsprecherin. In Bezug auf den kleinen Albi sagt sie: „Der arme Kerl hätte in Ungarn keine Chance gehabt. Hier aber hat er schon viele Fans. Ich bin mir sicher, dass wir ihn unterkriegen.“ 

Weil für die Französische Bulldogge noch Operationen anstehen, wird Albi noch eine Weile im Dellbrücker Tierheim bleiben, freut sich aber über Patentanten und Patenonkel (hier alle Infos). Mit einer Patenschaft kann man helfen, damit die süße „Großbaustelle“ die nötige Versorgung bekommt und man begleitet ihn auf seinem Weg.

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