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Mietpreisbremse ein WitzKölner Familie schamlos abgezockt – so wenig zahlte der Vormieter

Matthias Jakob wohnt mit seiner Familie in Köln-Zollstock

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Matthias Jakob wohnt mit seiner Familie in Köln-Zollstock. Jetzt fordern sie Geld zurück.

Neustart geplatzt: Eine Kölner Familie zog ein – und landete in einem Albtraum aus Schimmel, Lärm und einer Miete, die alle Grenzen sprengt.

Für Matthias Jakob (47) und seine Familie sollte der Einzug im Dezember 2024 ein Neustart sein.

Doch statt eines gemütlichen Zuhauses fanden der Familienvater, seine Frau und die beiden Kinder (10 und 12 Jahre) eine Kölner Wohnung vor, die den Jakobs den Neustart gründlich vermasselte. Und das zu einem Preis, der selbst hartgesottene Kölner sprachlos macht.

Mietwahnsinn in Köln: Familie zahlt fast 79 Prozent mehr

Wie Jakob erst nach dem Einzug erfuhr, zahlte der Vormieter für dieselbe Wohnung (106 Quadratmeter) in Köln-Zollstock gerade einmal 800 Euro Miete. Familie Jakob hingegen wird monatlich mit 1431 Euro zur Kasse gebeten, im Übrigen plus mietvertraglich vereinbarter Staffelung. Eine Steigerung von saftigen 78,9 Prozent, rein rechnerisch. Dabei gilt in Köln die Mietpreisbremse.

Die erlaubt bei Wiedervermietung grundsätzlich maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, sofern keine gesetzlichen Ausnahmen greifen.

Offizielle Zahlen für die Vergleichsmiete für die Wohnlage in Zollstock gibt es nicht. Nach Schätzungen von Experten liegt diese aber bei 6,90 Euro bis 9,50 Euro pro Quadratmeter. Maximal wäre das eine Miete von 1007 Euro – und nicht wie verlangt 1431 Euro.

Beweise haben die Jakobs schwarz auf weiß: Beide Mietverträge, der neue und der alte, liegen EXPRESS.de vor.

Blick auf den maroden Balkon der Wohnung in Köln-Zollstock

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Blick auf den maroden Balkon der Wohnung in Köln-Zollstock beim Einzug

Als wäre die hohe Miete nicht genug, kämpft die Familie täglich mit handfesten Missständen.

Schimmel an den Außenwänden. Fenster aus dem Jahr 1979, die nicht richtig schließen. „Kein Wunder, dass wir fürs Heizen monatlich bei 230 Euro Abschlag monatlich liegen“, sagt Jakob – Kosten, die die Familie zusätzlich direkt an den Versorger zahlt. Ein Besuch der Verbraucherzentrale bestätigte die mangelnde Betriebsineffizienz.

Und wer glaubt, zumindest auf dem Balkon Ruhe zu finden, der irrt gewaltig: Wird es draußen warm, dröhnt ein lautes Kühlgerät der Spielhalle im Erdgeschoss direkt neben der Terrasse. Zusätzlich sorgt ein altes Kühlhaus im Keller für weiteren Lärm.

Schon beim Einzug registrierte und meldete die Familie zahlreiche Mängel: schlechter Wasserdruck, beschädigte Türrahmen, Löcher in den Wänden. Nur ein Teil davon wurde bislang behoben.

Familie Jakob hat sich Hilfe geholt: Der Mieterverein Köln verschickte bereits Ende Februar eine offizielle Rüge an den Vermieter und setzte zusätzlich eine Frist von zwei Wochen zur Stellungnahme.

Schimmel über den Fenstern – auch dieses Foto dokumentiert den Zustand der Wohnung beim Einzug.

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Schimmel über den Fenstern – auch dieses Foto dokumentiert den Zustand der Wohnung beim Einzug.

Und tatsächlich – die Hausverwaltung meldete sich. In einem Schreiben vom 27. April 2026 bat man um eine detaillierte Aufstellung des geforderten Rückzahlungsbetrags und sicherte zu, „eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten“. Gibt es vielleicht doch ein Happy End?

Gegenüber EXPRESS.de bestätigte die Hausverwaltung, dass man in Kontakt sei – mit Mieter und Vermieter.

Anspruch auf Rückzahlung der zu viel gezahlten Miete?

Experten zufolge könnte Familie Jakob rückwirkend Anspruch auf die Rückzahlung der zu viel gezahlten Miete haben, sogar seit Mietbeginn.

„Wir haben jedenfalls bisher jeden einzelnen Euro überwiesen und unsere Pflichten als Mieter ernstgenommen“, sagt Jakob. „Da kann man ruhig verlangen, dass auch von Vermieterseite die Gesetze eingehalten werden.“

Der Familienvater ergänzt: „Uns ist wichtig, dass auch andere erfahren, was man als Mieter für Rechte hat. Nicht umsonst existiert ja die Mietpreisbremse. Damit sich Menschen das Wohnen in ihrer Stadt weiterhin leisten können.“

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