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„Geht mir auf den Zünder“Baumgart kritisiert Geste von Bundesliga-Stürmer

Steffen Baumgart schreit etwas von der Seitenlinie auf den Platz, dabei trägt er eine schwarze Jacke.

Union-Trainer Steffen Baumgart kann es nicht leiden, wenn sich Spieler für ein Tor entschuldigen.

In der Bundesliga kommt es des Öfteren dazu, dass sich ein Stürmer nach einem Tor gegen seinen Ex-Verein entschuldigt. Wenn es nach Steffen Baumgart geht, können die Angreifer sich dieses Verhalten sparen.

Für den 1. FC Köln, den SC Paderborn und Union Berlin stand Trainer Steffen Baumgart (54) in der Bundesliga mittlerweile in über 150 Spielen am Seitenrand. An das Fußballgeschäft auf der größten sportlichen Bühne Deutschlands hat sich der Coach also schon lange gewöhnt.

Trotzdem gibt es Dinge, die dem 54-Jährigen in der Bundesliga gehörig gegen den Strich gehen – so auch das Verhalten von dem ein oder anderen Stürmer. Nach dem 1:1 am Wochenende gegen den VfB Stuttgart gab es deswegen Kritik von Baumgart.

Steffen Baumgart: „Das Geilste, was du machen kannst“

Konkret ging es dabei um eine Szene von Berlin-Stürmer Woo-yeong Jeong (26), der in der 83. Minute den ersehnten Ausgleich für die Eisernen erzielte. Nach seinem Treffer verfiel der Südkoreaner jedoch nicht in ausgelassenen Jubel, stattdessen entschuldigte er sich für sein Tor.

Der Grund: Jeong stand in der Saison 2023/24 bei den Schwaben unter Vertrag und wechselte anschließend zunächst per Leihe und dann fest in die Hauptstadt. Weil es also auf dem Rasen gegen seine alten Teamkollegen ging, verzichtete der Angreifer aus Respekt vor Fans und Verein auf einen Jubel.

Eine durchaus übliche Geste, wenn jemand gegen seinen Ex-Verein trifft. Wenn es jedoch nach Baumgart ginge, sollten die Stürmer das unterlassen: „Mir geht das auf den Zünder. Er ist bei Union und dann soll er jubeln, wenn er das Tor macht. Stuttgart hat damals die Entscheidung getroffen, ihn abzugeben und wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Nach der Partie polterte der Trainer weiter: „Wenn die Spieler der Meinung sind, das ist ‚In‘, ich hätte gejubelt. Nicht weil ich mal bei dem Verein gespielt habe, sondern weil ich ein geiles Tor gemacht habe. Das ist das Geilste, was du machen kannst als Spieler. Gib deinen Gefühlen freien Lauf, aber mittlerweile fangen wir alle an nachzudenken was wir wieso machen. Alles raus damit, entschuldigen muss man sich nicht.“

Für die Aussagen gab es von den Fans auf Social Media sowohl Zuspruch als auch Gegenwind. Ein User kommentierte beispielsweise: „Recht hat er. Hat früher auch keiner gemacht und niemanden hat’s gestört.“ Ein anderer entgegnete: „Das nennt sich Respekt gegenüber Fans, ehemaligen Mitspielern und Mitarbeitern.“

Ein Thema, was wohl auch in Zukunft noch für Diskussionen sorgen wird. Für Baumgart ist die Sache aber klar: Jedes seiner 96 Tore für unter anderem Hansa Rostock, Union Berlin und den VfL Wolfsburg wurde ausgiebig gefeiert.

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