Belinda Bencic spielt in Wimbledon groß auf. Dabei macht ihr Körper der jungen Mutter durchaus zu schaffen.
„Damit ihr das nicht sehen müsst“Trotz Schmerzen: Tennis-Star erspart Wimbledon-Fans Ekel-Bilder

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Belinda Bencic kann es nicht fassen: Zum ersten Mal steht sie im Wimbledon-Halbfinale.
10.07.2025, 11:17
Sie ist die Super-Mama von Wimbledon! Zum ersten Mal in ihrer Karriere hat es Belinda Bencic (28) im All England Club ins Halbfinale geschafft – und das nur rund 15 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Bella!
Im Viertelfinale setzte sich Bencic am Mittwoch (9. Juli 2025) mit 7:6, 7:6 gegen die Russin Mirra Andreeva (18) durch – und konnte es selbst kaum fassen. „Mein zweites Grand-Slam-Halbfinale überhaupt, ich bin sprachlos“, sagte sie überwältigt beim On-Court-Interview auf dem Centre Court. 2019 hatte sie bei den US Open die Runde der letzten Vier erreicht.
Aus Rücksicht auf Fans: Bencic verzichtet auf Behandlungspause
Die Schweizerin hat sich nach ihrer Babypause eindrucksvoll zurückgemeldet, spielt so gut wie selten zuvor. Ein wohl entscheidender Schritt: Sie ging zunächst bei ihrem Comeback im Herbst 2024 den Weg über kleinere ITF-Turniere, um sich Spielpraxis zu holen. Im Januar dieses Jahres stand sie dann bei den Australian Open bereits im Achtelfinale, im Februar gewann sie das WTA-Turnier in Dubai. Nun der Erfolgslauf in Wimbledon.
Der ist allerdings durchaus von Schmerzen begleitet. Im Match gegen Andreeva fasst sich Bencic immer wieder an den Fuß. Das war auch dem BBC-Reporter aufgefallen, der sie unmittelbar nach dem Spiel auf dem heiligen Rasen interviewte.
„Wie geht es dem Fuß?“, fragte er die Tennisspielerin, die nach dem Turnier wieder in den Top 20 stehen wird, ganz offen. „Ich glaube, das ist mein Nagel. Meine Zehennägel reißen ständig. Das ist das Leben eines Tennis-Profis“, erwiderte Bencic.
Ihre Erklärung, warum sie trotz Schmerzen auf ein Medical Timeout verzichtet hatte, zeugte dann von großer Rücksichtnahme auf die Zuschauerinnen und Zuschauer: „Ich wollte keine Behandlungspause nehmen, damit ihr das nicht sehen müsst“, erklärte Bencic. Die Fans auf dem Centre Court antworteten mit einem kollektiven Lachen – vermutlich gepaart mit einem Aufatmen, dass ihnen die Ekel-Bilder erspart geblieben waren.
In der Tat sind gerissene Zehennägel ein Problem, mit dem sich viele Tennisspielerinnen und -spieler herumschlagen. Der Sport erfordert ständige und schnelle Richtungswechsel, ein Rutschen der Füße in den Schuhen lässt sich kaum vermeiden. Dabei stoßen die Zehen immer wieder an der Vorderseite des Schuhs an.
Davon kann auch Novak Djokovic (38) ein Lied singen. Der Serbe, der ebenfalls im Halbfinale steht, musste sich in der Vergangenheit sogar einige Zehennägel entfernen lassen, weil diese sich entzündet hatten.
Von einem schmerzenden Zeh wird sich Bencic ihr Wimbledon-Abenteuer aber sicher nicht verderben lassen. Im Halbfinale trifft sie auf die ehemalige Weltranglisten-Erste Iga Swiatek (24) aus Polen. „Ich freue mich unglaublich auf das Match“, sagte Bencic.
Als bislang letzte Mutter hatte 1980 die Australierin Evonne Goolagong (73) den Klassiker gewonnen. Mit einem solchen Szenario wollte sich die Schweizerin aber noch nicht befassen. „Ich spiele erst einmal mein Halbfinale. Und dann reden wir weiter“, stellte sie klar.