Nach ihrem Zweitrunden-Sieg bei den Australian Open sieht sich Naomi Osaka mit der äußerst unterkühlten Reaktion ihrer Gegnerin konfrontiert. Die Japanerin reagiert mit Spott – und bedauert das später.
„Weißt nicht, was Fairplay ist“Tennis-Star bekommt Meinung gegeigt – später schämt sie sich
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Ein schweres Stück Arbeit für Naomi Osaka, doch die ehemalige Weltranglisten-Erste hat bei den Australian Open die dritte Runde erreicht. Der Handshake mit Gegnerin Sorana Cirstea fiel aber alles andere als warmherzig aus.
Die Rumänin, die in der ersten Runde die deutsche Nummer eins Eva Lys ausgeschaltet hatte, würdigte Osaka zunächst nur mit einem eisigen Blick, während sie die Hand der Japanerin schüttelte.
Osaka reagiert erst mit Spott – dann hat sie ein schlechtes Gewissen
Als Osaka offenbar nachfragte, warum Cirstea so reagierte, kam es zum verbalen Schlagabtausch. „Weil du nicht weißt, was Fairplay ist, meine Freundin“, sagte Cirstea gar nicht freundschaftlich. „Du spielst schon so lange Tennis.“
Der Grund für die Wut war eine Szene beim Stand von 4:2 für Osaka im dritten und entscheidenden Satz. Nachdem Cirstea ihren ersten Aufschlag ins Netz geschlagen hatte, feuerte sich Osaka mit einem lauten „Come on!“ an. Solche Zwischenrufe zwischen erstem und zweitem Service verstoßen zumindest gegen die Tennis-Etikette.
Schon während des Matches hatte sich Cirstea deshalb bei der Stuhlschiedsrichterin beschwert, die aber keinen Regelverstoß feststellen konnte. „Solange du noch nicht in der Aufschlagbewegung bist, ist es okay“, erklärte die Schiedsrichterin.
Unfair fand Cirstea die Aktion dennoch und ließ ihre Gegnerin das am Netz spüren. Osaka ließ der unterkühlte Handshake keine Ruhe.
Im Interview auf dem Platz wurde sie gefragt, was nötig gewesen war, um dieses umkämpfte Match auf ihre Seite zu ziehen. „Offenbar viele ,Come ons‘, über die sie sauer war. Naja“, antwortete Osaka unter dem hämischen Gejohle einiger Fans etwas spöttisch. „Sie ist eine tolle Spielerin. Ich glaube, dass es ihre letzten Australian Open waren. Okay. Sorry, dass sie sauer war.“
Cirstea hat in der Tat angekündigt, dass 2026 ihr letztes Jahr als Profispielerin sein wird. Die Rumänin versuchte, nach ihrem letzten Auftritt in Melbourne das unschöne Ende herunterzuspielen. „Es gab kein Drama. Das war nur ein Fünf-Sekunden-Austausch zwischen zwei Spielerinnen, die schon lange auf der Tour sind. Das bleibt unter uns“, erklärte sie.
Osaka bedauerte hingegen später auf der Pressekonferenz, dass sie das Thema im On-Court-Interview angesprochen hatte. „Ich möchte mich dafür entschuldigen, ein paar Dinge, die ich gesagt habe, waren respektlos“, erklärte sie beschämt. Sie sei etwas verwirrt über die Reaktion gewesen, habe aber Verständnis dafür, dass bei Cirstea die Emotionen hochgekocht seien.


