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Vor Olympia-Start vergewaltigt? Schwere Missbrauchs-Vorwürfe von Ex-Springer Jan Hempel

Der ehemalige Weltklasse-Wasserspringer Jan Hempel ist nach eigener Aussage jahrelang von seinem damaligen Trainer sexuell missbraucht worden.

Jahrelang vom Trainer missbraucht: Jan Hempel, früherer Wasserspringer, hier bei Olympia 1996 in Atlanta.

Missbrauchs-Skandal im Deutschen Schwimm-Verband: Eine ARD-Doku enthüllt unfassbare Vorgänge und schwere Vorwürfe von Ex-Wasserspringer Jan Hempel gegen seinen ehemaligen Trainer.

Schockierende Vorwürfe eines frühreren Weltklasse-Athleten: Der Ex-Wasserspringer Jan Hempel (50) wurde nach eigener Darstellung über mehr als anderthalb Jahrzehnte sexuell missbraucht – von seinem Trainer Werner Langer!

In der ARD-Dokumentation „Missbraucht – Sexualisierte Gewalt im deutschen Schwimmsport“ (in der ARD Mediathek) wirft er seinem ehemaligen Trainer 14 Jahre Misshandlungen vor. „Alle haben geschwiegen“, sagt Hempel. Ein riesiger Skandal im Deutschen Schwimm-Verband!

Jan Hempel wurde mit elf Jahren erstmals missbraucht

Die Übergriffe seien losgegangen, als Jan Hempel gerade einmal elf Jahre alt war. „Es ging an mit Anfassen, erst einmal im Monat, bis es dann täglich zu sexuellen Handlungen kam“, berichtet Hempel. „Er hat seinen Wünschen freien Lauf gelassen.“

Selbst am Tag des Olympia-Wettkampfs in Barcelona 1992 habe Langer ihn auf einer Toilette vergewaltigt! „Ich weiß bloß, dass man das dann am Ende über sich ergehen ließ, weil er eben solche Dinge sagte wie: Wenn du das machst, dann hast du heute Nachmittag frei“, erklärt Hempel.

Der Olympiazweite von 1996, Vize-Weltmeister und mehrmalige Europameister will durch seinen Gang an die Öffentlichkeit die Kultur des Schweigens im deutschen Schwimmverband aufbrechen. Denn Hempel scheint kein Einzelfall, wie die ARD-Recherchen zeigen. Seit den 1980er Jahren habe es zahlreiche Übergriffe auf Athletinnen und Athleten gegeben.

Der ehemalige Weltklasse-Turmspringer Jan Hempel erzählt im Film von sexuellem Missbrauch durch seinen Trainer, der über 20 Jahre andauerte. Für die Doku kehrte Hempel auch ins Olympische Schwimmstadion der Spiele von Barcelona 1992 zurück.

Jan Hempel auf dem Olympiaturm von Barcelona. Vor dem Wettkampf soll er missbraucht worden sein.

Äußern kann Langer sich nicht mehr zu den Vorwürfen. Er nahm sich 2001 das Leben. Aber Hempel sagt, er habe den Verband 1997 über den Missbrauch informiert.

Jan Hempel: „Für den Erfolg geht man über Leichen“

Hempels Vorwürfe werden durch Zeitzeugen gestützt. „Ich habe es viele Jahre am eigenen Leibe spüren müssen, dass dem DSV nur der sportliche Erfolg wichtig ist. Es wird einfach über Leichen gegangen und wenn man nicht mitzieht, fliegt man raus“, sagt Jan Hempel.

Bildnummer: 00869475 Datum: 24.06.2003 Copyright: imago/Hentschel Bundestrainer Lutz Buschkow (li.) im Gespräch mit Jan Hempel (beide Deutschland), der sich das Handgelenk bandagiert; Vdig, quer, Trainer, Coach, Nationaltrainer, Nationalcoach, bandagieren, tapen, Tape, Bandage, Arm, Unterarm Kunstspringen 2003, Nationalmannschaft, Nationalteam, Dresden Wasserspringen Herren Einzel Deutschland Gruppenbild Randmotiv Personen

Bundestrainer Lutz Buschkow mit Springer Jan Hempel am 24. Juni 2003. Buschkow soll von den Missbrauchsvorwürfen gewusst und geschwiegen haben.

So soll die damalige Bundestrainerin Ursula Klinger, die inzwischen verstorben ist, neben anderen DSV-Trainern auch Leistungssport-Direktor Lutz Buschkow über Hempels Vorwürfe informiert haben. Werner Langer aber wurde nicht angezeigt, sondern wegen seiner Stasi-Tätigkeit entlassen und konnte später als österreichischer Bundestrainer weiterarbeiten. Eine ARD-Anfrage habe Buschkow nicht beantwortet, die aktuelle DSV-Führung gibt an, erst durch die Informationen der Fernseh-Leute von Hempels Vorwürfen erfahren zu haben.

Buschkow beerbte Langer als Bundestrainer und bemühte sich nicht um Aufklärung. Doch Hempel will das Schweigen endlich durchbrecben. „Man ist es anderen für die Zukunft schuldig, dass man darüber spricht“, sagt der Ex-Wasserspringer. Zudem kämpft er gegen das Vergessen. Vor kurzem erfuhr er, dass er an Alzheimer leidet.

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