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Ukraine unter Beschuss Olympia-Heldin berichtet, wie sie Russlands Attacke erlebte

Anschelika Terljuha nach dem Gewinn ihrer Silbermedaille bei Olympia 2021 in Tokio.

Anschelika Terljuha, hier, am 5. August 2021 nach dem Gewinn ihrer Silbermedaille bei Olympia 2021 in Tokio. Die Ukrainerin berichtete am Donnerstag (24. Februar 2022) über ihre Erlebnisse nach der russischen Invasion in ihrer Heimat.

Dramatische Schilderungen einer ukrainischen Olympia-Heldin. Anschelika Terljuha holte im Sommer noch Silber im Karate, jetzt erlebte sie die russische Invasion in ihrer Heimatstadt hautnah mit.

Dieser Bericht einer Olympia-Heldin geht unter die Haut. Schon aus der Ferne macht der Blick auf die dramatische Eskalation in der Ukraine betroffen. Wie sich die russische Invasion am Donnerstag (24. Februar 2022) für die Menschen im Land anfühlte, machte jetzt die ukrainische Kampfsportlerin Anschelika Terljuha (29) mit ihrer eindrücklichen Schilderung deutlich.

Im Sommer war die Europameisterin von 2018 noch gefeierte ukrainische Olympia-Heldin, holte im Karate Silber bei den Tokio-Spielen 2021. Ein halbes Jahr später folgte der wohl schlimmste Tag ihres Lebens. Terljuha stammt aus der Küstenstadt Odessa am Schwarzen Meer, die Russland am frühen Donnerstagmorgen mit Luftschlägen attackiert hatte. Dort hielt sich Terljuha auch auf, als die Einwohnerinnen und Einwohner um 5 Uhr morgens von den ersten Einschlägen aus dem Schlaf gerissen wurden.

Olympia-Teilnehmerin Anschelika Terljuha über Lage in der Ukraine

Bei Instagram schilderte Terljuha, wie sie die für viele bis zuletzt unvorstellbare Eskalation erlebte: „Es war beängstigend, um 5 Uhr morgens durch die Explosionen aufzuwachen... Ich dachte, es hätte nur den Anschein gemacht... jetzt hat die ganze Welt gesehen, wie die russische Armee mit Panzern und Truppen in unsere ukrainische Heimat gekommen ist, wir wurden mit Raketen und von Hubschraubern aus bombardiert...“

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Ihren Beitrag unterlegte die Kampfsportlerin mit diversen Videos: Aufnahmen, die in Europa eigentlich der dunklen Vergangenheit angehört hatten: Tiefschwarze Rauchschwaden über zerbombten Gebäuden, gewaltige Feuerbälle nach Einschlägen aus der Luft und das beängstigende Dröhnen der Militär-Hubschrauber am Himmel.

„In meiner geliebten Stadt Odessa ereignet sich eine Explosion nach der anderen. Das gesamte Gebiet der Ukraine kämpft gegen diesen Aggressor. Was soll ich tun? Ich weiß es nicht“, beschreibt die Olympia-Athletin ihre Gefühlslage: „Viele Leute schrieben mir: ‚Bist du in Sicherheit?‘ – Natürlich, nicht!!! Wie können wir in Sicherheit sein?! Öffnet bitte eure Augen. Wie könnt ihr helfen? Zeigt in euren Ländern die Wahrheit! Fordert, den Krieg zu stoppen!!!!“

Anschelika Terljuha verurteilt Vorgehen von Russland-Präsident Wladimir Putin

Wie viele andere prominente Ukrainer, etwa Fußball-Nationalspieler Oleksandr Zinchenko (25), richtete sie ihre Entrüstung ausdrücklich nicht gegen ganz Russland, sondern vor allem gegen Präsident Wladimir Putin (69), der die Lage immer weiter hatte eskalieren lassen, um die nun selbst hervorgerufene Eskalation mit kruden Begründungen rechtfertigen zu können.

„Ich weiß, dass Russland nicht unser Feind ist, dieser Feind hat ein Gesicht“, machte Terljuha klar: „Ich hoffe, dass die Russen das nicht gleichgültig hinnehmen und nicht stumm bleiben. Wir haben euch nichts getan!“

Nach etlichen Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt schränkte die Ukrainerin die Kommentare unter ihrem Beitrag ein. Nun hofft sie vor allem, dass ihre Botschaft und die geschilderten Erlebnisse auch weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus Wirkung zeigen. (bc)

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