Massive Proteste Kugelstoßer bekommt Gold und Weltrekord wegen Unpünktlichkeit aberkannt

Muhammad Ziyad Zolkefli bei den Paralympischen Spielen.

Muhammad Ziyad Zolkefli wurden seine Goldmedaille und sein Weltrekord nachträglich aberkannt.

Diese Verspätung ist richtig ärgerlich: Muhammad Ziyad Zolkefli wurden seine Goldmedaille und sein aufgestellter Weltrekord im Kugelstoßen bei den Paralympischen Spielen aberkannt.

Tokio. Dem Para-Kugelstoßer Muhammad Ziyad Zolkefli (31) aus Malaysia ist bei den Paralympics in Tokio die Goldmedaille und der Weltrekord nachträglich aberkannt worden – weil er zu spät zum Wettkampf erschienen war. „Der Kampfrichter stellte fest, dass es keinen berechtigten Grund dafür gab, dass der Athlet nicht rechtzeitig zum Callroom erschien“, erklärte der Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Craig Spence, am Mittwoch (1. September) in Tokio.

Paralympische Spiele: Kugelstoßer Muhammad Ziyad Zolkefli zu spät und bestraft

Bei einem Callroom handelt es sich um eine Art Vorstartraum. Dort müssen sich die Athletinnen und Athleten kurz vor dem Beginn ihres Wettkampfes zu einer bestimmten Uhrzeit versammeln. Drei Athleten, darunter Zolkefli, hielten sich jedoch nicht daran. Zolfekli tritt aufgrund einer geistigen Beeinträchtigung bei den Paralympischen Spielen an.

Dass alle drei dennoch an den Start gehen durften, begründeten die Organisatoren damit, dass zu dem Zeitpunkt noch nicht alle Informationen vorlagen. „In Übereinstimmung mit den Regeln durften die Athleten unter Protest antreten, während der Schiedsrichter alle Beweise dafür prüfte, warum die Athleten zu spät zum Callroom kamen“, erläuterte der IPC-Sprecher das Vorgehen. „Was wir nicht machen wollten, war zu sagen: ‚Schau, du bist zu spät, du wirst nicht anfangen‘, um dann hinterher herauszufinden, dass es einen legitimen Grund gab, warum sie nicht antreten konnten“, erklärte Spence.

Wütende Reaktionen auf Entscheidung

Doch den habe es nicht gegeben. Die Betroffenen hätten sich damit entschuldigt, dass sie die Durchsage nicht gehört hätten und sie in eine Sprache erfolgt sei, die sie nicht verstehen könnten. Doch alle anderen Athleten seien pünktlich gewesen. Und so wurde statt des Malaysiers dem Ukrainer Maksym Koval (24) der Sieg in der Startklasse F20 zugesprochen. Zolkefli hatte mit einer Weite von 17,94 Meter einen Weltrekord aufgestellt.

Die Entscheidung löste unter Malaysiern in sozialen Medien einen Shitstorm aus, das Team aus der Ukraine sieht sich massiven Anfeindungen aus dem asiatischen Land ausgesetzt. „Wirklich enttäuschend, dass solch ein Missbrauch in den sozialen Medien passiert“, beklagte der IPC-Sprecher. Die Regeln seien nun mal so. (dpa)

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