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Polizeikontrollen statt Partys in Kitzbühel Feuz siegt bei Hahnenkammrennen – Zehn Fakten über die Streif

Die Streif zählt zu den gefährlichsten Abfahrten im Ski-Zirkus.

Blick auf die legendäre Streif in Kitzbühel. Im Jahr 2022 steigen die Rennen am 21. und 22. Januar.

Es ist DAS Wintersport-Ereignis des Jahres! Die Profis brettern wieder beim legendären Hahnenkamm-Rennen die Piste runter.

In diesem Jahr steigen die Rennen am 21., 22. und 23. Januar 2022 in Kitzbühel. Die ARD und Eurosport übertragen. Das Programm in diesem Jahr ist etwas anders: Es gibt zwei Abfahrten, dafür entfällt der Super G.

Am Freitag startete die erste Kitzbühel-Abfahrt. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde (29) siegte. Am Samstag überraschte der Brite Dave Ryding (35) dann mit seinem Sieg im Slalom, am Sonntag wurde die Original Streif-Abfahrt auf 13.30 Uhr verschoben. Das Hahnenkammrennen wurde zuvor schon wegen des Tiefdruckgebiets von Samstag auf Sonntag verlegt.

Zum Abschluss gab es einen Schweizer Doppelsieg auf der legendären Streif. Am Sonntag gewann Beat Feuz das Hahnenkammrennen. Marco Odermatt wurde Zweiter. Der Österreicher Daniel Hemetsberger kam als Dritter aufs Podest. Bester Deutscher war Romed Baumann auf Rang 15. Josef Ferstl landete nach seinem Sturz im Training unter der Woche auf Rang19.

Kitzbühel: Abfahrt auf der Streif verkürzt

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Wegen starken Windes im oberen Streckenabschnitt wurde die erste der zwei Abfahrten der alpinen Skirennfahrer in Kitzbühel an diesem Wochenende etwas verkürzt. Der Start des Rennens am Freitag auf der Streif wurde an die berühmte Mausefalle hinunterverlegt.

Kitz-Ski vom Feinsten war angesagt beim härtesten Rennen der Welt, während die Athleten tollkühn die Streif bezwingen, genießen die Schönen und Reichen normalerweise Champagner und Trüffel in Kitzbühel. Wegen Corona alles extrem eingeschränkt. Trotzdem ist und bleibt die Streif das legendärste Skirennen der Welt.

EXPRESS.de war vor Ort und erklärt die Streif: Zehn Fakten, die jeder Fan wissen muss.

1. Historie: 1906 fuhren die ersten Pioniere die Pisten in Kitzbühel hinunter, das erste Hahnenkammrennen wurde 1931 auf der Fleckalm ausgetragen. Seit 1937 steigt das Rennen auf der Streif.

2. Rekorde: Erster Sieger auf der Streif war Thäus Schwabl aus Kitzbühel in 3:53,10 Minuten. Den aktuellen Streckenrekord hält Fritz „the Cat“ Strobl (Österreich) in 1:51,58 Minuten aus dem Jahr 1997.

Die Streif-Rekorde sind mit Goldtafeln im Startbereich verewigt.

Die Streckenrekorde des Hahnenkamm-Rennens sind auf einer Tafel am Starthäuschen verewigt. Das Foto entstand im Januar 2020.

3. Strecken-Fakten: Der Start liegt auf 1665 Metern, das Ziel auf 805 Metern, die Fahrer müssen 3312 Meter zurücklegen. Der Sieger erhält 100.000 Euro!

4. Gefälle: Der Start ist mit 50 Prozent Gefälle einer der steilsten im Skizirkus. Der erste Sprung führt in die „Mausefalle“ – mit einem Gefälle von 85 Prozent. Die Profis fliegen hier bis zu 80 Meter weit.

5. Geschwindigkeit: Im Schnitt fegen die Athleten mit rund 103 km/h die Piste runter. Bisherige Höchstgeschwindigkeit: 153 km/h (Michael Walchhofer im Jahr 2006).

Sturz-Opfer auf der Streif: Wiley Maple.

Auf der Streif kommt es immer wieder zu spektakulären Stürzen, hier erwischte es Wiley Maple (USA) im Jahr 2012.

6. Rekordsieger: König der Streif ist der Schweizer Didier Cuche, der fünf Siege verbuchen konnte (1998, 2008, 2010, 2011 und 2012). Viermal gewann Ösi-Legende Franz Klammer (1975, 1976, 1977,  1984).

7. Deutsche Sieger: Thomas Dreßen gewann 2018 die Abfahrt, zuvor waren nur zwei andere Deutsche auf der Streif erfolgreich: Sepp Ferstl (1978 & 1979) und Ludwig Leitner 1965. Sepps Sohn Josef gewann 2019 den Super-G auf der Streif.

Arnold Schwarzenegger feiert in der Nähe von Kitzbühel beim Stanglwirt.

Vor Corona: Die Weißwurstparty beim Stanglwirt war immer Auftakt des Hahnenkammrennens: Arnold Schwarzenegger mit Freundin Heather Milligan, Andreas Gabalier und Mario Adorf feierten im Januar 2019 mit.

8. Favoriten: Zu den Favoriten zählen Beat Feuz (Schweiz) und Dominik Paris (Italien).

Hansi Hinterseer war ein Top-Skifahrer.

Schlagersänger Hansi Hinterseer (hier am 26. Januar 2019) stammt aus Kitzbühel. Mit 19 Jahren gewann er 1974 den Slalom-Wettbewerb auf der Streif. Insgesamt holte er sechs Weltcup-Siege, bevor er 1994 erfolgreicher Sänger wurde.

9. Opfer:  Nahezu jedes Jahr fordert das Rennen auf der Streif bei schweren Stürzen seine Opfer. 1989 lag Brian Stemmle nach einem Sturz tagelang auf der Intensivstation, musste ein Jahr später die Karriere beenden. Bill Hudson zog sich 1991 schwere Lungenverletzungen und zahlreiche Brüche im Oberkörper zu. Patrick Ortlieb zertrümmerte sich den Oberschenkel 1999, Scott McCartney lag nach einem Sturz beim Zielsprung tagelang im künstlichen Koma.

Uwe Bödeker auf der legendären Streif bei Kitzbühel.

Express-Reporter Uwe Bödeker fuhr die Streif am 2. Januar 2020 in Kitzbühel.

Skirennfahrer Josef Ferstl (33, Traunstein) ist im Abfahrtstraining in Kitzbühel am Mittwoch (18. Januar 2022) schwer gestürzt, musste mit dem Helikopter in eine Klinik geflogen werden. Er hat nach Untersuchungen im Krankenhaus aber Entwarnung gegeben. „Ich bin froh, dass der Sturz glimpflich verlaufen ist. Zwar fühle ich mich aktuell wie nach einem Vollwaschgang – die Muskeln sind zu, die Prellungen sind nicht zu leugnen – aber ich werde jetzt erstmal unseren Physiotherapeuten besuchen und mich von ihm wieder in Form bringen lassen“, so Ferstl. „Morgen werden wir dann sehen, ob ich fit für das Training bin.“ Am Donnerstag (20. Januar 2022) stand ein weiteres Abfahrtstraining an. Die Rennen finden am Freitag (21. Januar 2022) und Samstag (22. Januar 2022) und Sonntag (23. Januar 2022) statt.

10. Glamour: 8000 Menschen leben in Kitzbühel, am Rennwochenende kommen normalerweise 100.000 Fans in den Ort, darunter die High Society von A-Promis wie Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger und Franz Beckenbauer bis hin zu Showgrößen wie DJ Ötzi oder Verona Pooth. Auftakt für die Bussi-Gesellschaft ist normalweise die Weißwurst-Party im Stanglwirt am Freitag mit 2500 Gästen. Ein Promi war immer mit ganz besonders viel Fachwissen dabei: Hansi Hinterseer. Mit 19 Jahren gewann er 1974 den Slalom auf der Streif, 1994 wurde er dann zum erfolgreichen Schlagerstar.

Doch in diesem Jahr ist wegen Corona erneut alles etwas dezenter. Normalerweise warten im Zielbereich über 50.000 Fans. Wegen Corona sind nur 1000 Fans zugelassen. Das Society-Schaulaufen ist auch strengen Corona-Regeln zum Opfer gefallen. Die Polizei kontrollierte die Einhaltung der Regeln „in Dauerschleife“, wie es seitens der Behörden hieß.

Etwas lockerer war es noch vor einer Woche. Ein Unternehmer, der aus der österreichischen Version der Startup-Show „Höhle der Löwen“ als Jurymitglied bekannt ist, war Gast bei einer dicht gedrängten Party und postete davon ein Video. Nach heftiger Kritik aus Politik und Wirtschaft gab der Betreiber der betroffenen Bar bekannt, dass er bis zum Ende der Pandemie schließen werde. Am Samstag (22. Januar) war die Feierlaune in Kitzbühel endgültig verflogen, wie die Polizei bestätigte. Bei Kontrollen in 44 Lokalen seien zwar kleinere Übertretungen festgestellt worden, verbotene Après-Ski-Parties seien jedoch nicht entdeckt worden.

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