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Letzter Kampf?Ex-Box-Weltmeister Felix Sturm wechselt Gewichtsklasse für sein großes Ziel

Felix Sturm im Gym: Training vor seinem Kampf in Stuttgart gegen Sükrü Altay.

Letzte Trainingseinheiten vor dem großen Kampf. Felix Sturm (hier am 13. Februar 2023) bereitet sich auf das Duell mit Sükrü Altay vor.

Ex-Box-Weltmeister Felix Sturm steigt noch einmal in den Ring. Gegen Sükrü Altay will er in Stuttgart unbedingt einen Sieg holen, um danach seine Karriere erfolgreich zu beenden.

von Marcel Schwamborn (msw)

Er will es unbedingt noch einmal wissen. Am Samstag (18. Februar 2023) steigt Felix Sturm (44) wieder in den Boxring. Der fünffache Box-Weltmeister kämpft bei seinem erneuten Comeback gegen den Türken Sükrü Altay (38).

In der Stuttgarter Porsche-Arena will der Rheinländer mit einem Sieg den Schlusspunkt unter seine Karriere setzen. Im März vergangenen Jahres verlor Sturm im ersten Kampf nach seiner Haft unter skandalösen Umständen gegen den Ungarn Istvan Szili (40) nach Punkten, stand kurz vor dem Karriere-Aus.

Felix Sturm: Fünf Weltmeister-Titel, dann Haftstrafe

Knapp ein Jahr nach der Blut-Schlacht in Dortmund durch Kopfstöße seines Gegners will es Sturm noch mal allen beweisen. „Er möchte seine Karriere mit einem Sieg beenden. Dieses Ring- und Punktrichter-Desaster will er nicht so stehen lassen“, sagt sein Trainer Maurice „Mo“ Weber (41) zu EXPRESS.de.

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„Selbstverständlich zähle ich mich mit 44 Jahren noch zu den besten Boxern Deutschlands und zu den wenigen, die internationales Spitzenformat besitzen“, sagt Sturm, der mit bürgerlichem Namen Adnan Catic heißt. 2019 saß er wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung knapp neun Monate in U-Haft. Im April 2020 wurde er wegen Steuerhinterziehung, eines Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz und Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt.

Felix Sturm Gym: Training vor seinem Kampf in Stuttgart gegen Sükrü Altay.

Trainer Maurice Weber (r.) hilft Felix Sturm vor dem Training beim Schnüren der Boxhandschuhe.

Um sich den Traum vom siegreichen Karriere-Ende zu erfüllen, hat Sturm die Gewichtsklasse gewechselt. Nachdem er seine WM-Titel im Mittelgewicht und Supermittelgewicht errungen hat, geht er nun im Halbschwergewicht mit knapp unter 80 Kilogramm an den Start. „Er ist jetzt schon lange im Training und gut in Schuss“, sagt Weber. „Sein Auge und seine Schnelligkeit sind enorm. Das ist in dem Alter eigentlich gar nicht möglich, was er leistet.“

Gegner Altay machte in der Vergangenheit mit einem bizarren Zoff auf sich aufmerksam. Der langjährige Amateur-Welt- und Europameister gilt als bekennender Erdogan-Fan, beleidigte Profi-Boxer Ünsal Arik (42) in einem Facebook-Post und redete sich wild in Rage. Danach sah sich Altay mit Gewalt- und Morddrohungen konfrontiert und verließ seinen Wohnort im Allgäu vorübergehend.

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Im Vorprogramm der Veranstaltung in Stuttgart steigt der frühere WBF-Weltmeister im Schwergewicht Francois Botha (54) in einem Charity-Boxkampf gegen den Ex-Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück (60) wieder in den Ring. Der „Weiße Büffel“ sicherte sich vor 27 Jahren ebenfalls in Stuttgart gegen Axel Schulz (54) knapp den Weltmeistertitel, musste aber wegen eines positiven Dopingtests den Gürtel direkt wieder abgeben.

Felix Sturm: Im Vorprogramm boxen Francois Botha und Anas El Abid

Zudem kehrt der frühere Box-Weltmeister im Supermittelgewicht, Tyron Zeuge (30), nach knapp drei Jahren in den Ring zurück. Der deutsche Shootingstar im Schwergewicht, Daniel Dietz (27), ist ebenso im Einsatz wie das Aachener Mega-Talent Anas El Abid (25). „Er bringt alles mit, um ein großer Champion zu werden“, sagt Weber über ihn. „Ein toller Athlet, so etwas wünscht man sich als Trainer.“

Doch natürlich gilt die größte Aufmerksamkeit dem Hauptkampf ab 22 Uhr (live bei DAZN). „Wir erwarten euphorische Fans im Stuttgarter Hexenkessel“, sagt Weber. Da wenige Stunden zuvor der 1. FC Köln nebenan beim VfB antritt, könnten noch einige den Besuch beim Boxkampf anschließen. „Felix muss seinen Gegner eindeutig besiegen. Dann erwarte ich auch ein faires Urteil“, sagt Weber.