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Schock-Bericht im SportHunderte Gewalt-Fälle – Täter sind meist die eigenen Trainer

Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein

Copyright: Michael Kappeler/dpa

Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein ist nach den Zahlen aus dem Safe-Sport-Jahresbericht alarmiert. (Archivbild)

Ein neuer Bericht enthüllt das erschreckende Ausmaß von Gewalt im deutschen Sport. Hunderte Hilferufe gingen bei einer Anlaufstelle ein – und die Täter sind oft Personen, denen die Opfer am meisten vertrauen sollten.

Im letzten Jahr zählte die eigenständige Kontaktstelle Safe Sport genau 236 frische Anfragen um Unterstützung. Diese Zahl stammt aus dem jährlichen Report der Organisation, die im Jahr 2022 auf der Konferenz der Sportminister ins Leben gerufen wurde. „Besonders erschütternd ist, dass vor allem Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt im Sport werden“, äußerte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU).

Gewalt im Breiten- und Spitzensport

Wie die dpa berichtet, ist die eigenständige Kontaktstelle Safe Sport für jeden da, der im sportlichen Umfeld zwischenmenschliche Gewalt erfahren oder mitbekommen hat. Die registrierten Fälle verteilen sich auf den Amateursport (80 Prozent) und den professionellen Bereich (20 Prozent). Das Drama spielt sich also nicht nur im großen Rampenlicht ab, sondern auch direkt vor der Haustür.

Rund zwei Drittel der Hilferufe stammten laut dem Report von weiblichen Personen. In den Gesprächen mit den Betroffenen geht es meistens um seelische und/oder sexualisierte Übergriffe, wie es in dem Dokument heißt.

Wie bitte Täter sind zu 77 Prozent die Trainer

Die Statistik zu den mutmaßlichen Tätern macht fassungslos: Der Auswertung zufolge handelt es sich hauptsächlich um Männer (84 Prozent). Und was besonders schockiert: In der großen Mehrheit der Situationen, genauer gesagt in 77 Prozent, sind es die Trainerinnen oder Trainer selbst.

„Der Jahresbericht der Ansprechstelle unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, kurzfristig eine von verbandsinternen Strukturen losgelöste unabhängige Stelle zu schaffen, an die sich Betroffene im Bedarfsfall wenden können und die Vorwürfe interpersonaler Gewalt untersucht“, erklärte Schenderlein.

Zu den Gründern von Safe Sport gehören neben dem Bundesministerium des Innern und für Heimat auch alle 16 Bundesländer und der Verein Athleten Deutschland. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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