Red Bull wegen Budgetverstoßes am Pranger Verstappen und Perez als „Betrüger“ beschimpft

Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) hält sich die Ohren zu.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) wartet in seiner Garage vor dem Abschlusstraining für den Großen Preis der USA auf dem Circuit of the Americas am 22. Oktober 2022.

Doppel-Schock für Red Bull vor dem US-Rennen: Neben der Nachricht des Todes von Dietrich Mateschitz (78) musste die Weltmeister-Truppe üble Schummel-Vorwürfe wegen des Budget-Verstoßes hinnehmen.

Sogar die Fahrer Max Verstappen (35) und Sergio Perez (32) wurden bei einer Fan-Veranstaltung mit lautstarken Buhrufen und „Betrüger“-Sprechchören empfangen.

Ein frisch gebackener Doppel-Weltmeister als Betrüger, so hatte sich der „fliegende Holländer“ sein erstes Rennen (Sonntag, 23. Oktober 2022, 21 Uhr) nach der kuriosen Krönung im Regen-Chaos von Suzuka nicht vorgestellt. Und das, nachdem bereits sein Glücks-Titel im Vorjahr in Abu Dhabi wegen der Regelbeugung von FIA-Rennleiter Michael Masi (44) zulasten von Lewis Hamilton (37) von den vielen Fans angezweifelt worden war.

Red Bull: Budgetobergrenze wurde überschritten

Aber für die aktuellen Buhrufe darf sich Verstappen bei seinem Red-Bull-Rennstall bedanken. Das vom Briten Christian Horner (48) geleitete Brause-Team hat 2021 die Budgetobergrenze (150 Millionen Euro) um angeblich 1,8 Millionen überschritten.

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Laut Weltverband FIA ein „geringfügiger“ Verstoß, der aber laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff (50) durchaus zu Entwicklungs- und damit Leistungsvorteilen auf der Strecke geführt haben kann. Deshalb fordern er und die anderen acht Teamchefs eine drakonische Strafe gegen Red Bull. „Ich denke, dass es um die Integrität des Sports geht“, sagte Hamilton, der den Titel in der letzten Runde und mit acht Zählern Rückstand an Verstappen verloren hatte.

Das Urteil besitzt Sprengkraft. Greift die FIA mit voller Härte durch – im Extremfall könnte Verstappen WM-Punkte und dadurch den Titel der Vorsaison verlieren – dürfte das die Formel 1 in eine tiefe Krise stürzen. Belässt es die FIA bei einer milden Strafe, schafft sie einen gefährlichen Präzedenzfall.

Doch FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem (60) will eine nachträgliche Sanktionierung mit Punktabzug und Verlust des Weltmeistertitels unbedingt verhindern und hat Horner ein „Angebot“ gemacht: 25 Prozent weniger Windkanalzeit für die Entwicklung des 2023er-Autos und damit einen Verlust der technischen Überlegenheit plus Geldstrafe. Darüber wird hinter den Kulissen verhandeln.

Bei der FIA-Pressekonferenz spielte Horner dagegen das „Opfer“ angeblicher Verleumdungen. „Ungeheuer enttäuschend“ und „absolut schockierend“ seien die Betrugsvorwürfe der Rivalen gegen sein Team. Vom öffentlichen Pranger sprach er erbost, besorgt klagte er von Mitarbeitern, deren Kinder auf Spielplätzen wegen „erfundener“ Anschuldigungen gemobbt würden: „Das ist nicht in Ordnung.“

Neben ihm saß McLaren-Teamchef Zak Brown (50), der in einem Brief harte Sanktionen gefordert und auch von Betrug gesprochen hatte. „Es ist absolut schockierend, ohne jegliche Fakten und Kenntnis der Details solche Anschuldigungen zu erheben“, erwiderte Horner. Doch für seinen Auftritt erntete er nur Spott. „Ich habe fast eine Träne verdrücken müssen, als ich das gehört habe“, kommentierte Wolff Horners Kinder-Schilderungen.

Und der Österreicher erneuerte seine Vorwürfe: „Fakt ist, dass neun von zehn Teams unter dem Cost Cap geblieben sind. Und wir wurden im Vorjahr in Brasilien disqualifiziert, weil bei Lewis das DRS wegen eines Defekts um 0,2 Millimeter zu weit geöffnet hat. Das war kein Performance-Vorteil.“ Horner, so Wolff, argumentiere mit umgekehrter Psychologie. Die Buhrufe gegen die Red-Bull-Fahrer seien allerdings zu verurteilen: „Das geht überhaupt nicht.“

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