Schluderia wie bei Vettel Formel 1: Vermasseln Ferrari und Leclerc wieder den Titel?

Mattia Binotto (l.) unterhält sich mit Charles Leclerc in der Ferrari-Garage

Fehler-Duo: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (l.) und sein Lieblingsfahrer Charles Leclerc.

Die Hälfte der Formel-1-Saison ist vorüber. Die Scuderia Ferrari steht aber wiedermal in keinem guten Licht da. Der Team-Chef sieht Top-Fahrer Charles Leclerc aber nach wie vor als Titelanwärter.

In der Formel 1 ist gerade mal Halbzeit – und Ferrari hat seinen Fans den Titeltraum schon wieder so gut wie vermasselt. Nach Motorschäden und Taktikpannen fiel Charles Leclerc (24) bei seinem Frankreich-Crash zum dritten Mal in Führung liegend aus.

Sein Rückstand auf WM-Spitzenreiter Max Verstappen (24) beträgt vor dem Ungarn-GP am Sonntag (31. Juli 2022, 15 Uhr/Sky) nun schon 63 Punkte. All das erinnert fatal an die Schluderia-Jahre mit Sebastian Vettel (35).

Charles Leclerc im Pech – Max Verstappen profitiert davon

Die Rote Göttin ist nach zwei durch die Motorsanktionen verlorenen Jahren endlich wieder siegfähig, Leclerc holt eine Pole-Position nach der anderen, steht aber am Ende stets als Depp da. „Diese Fehler dürfen mir nicht passieren. Wenn wir die Weltmeisterschaft am Ende wegen 32 Punkten verpassen, dann weiß ich, dass sie von mir kommen“, sagte der Monegasse über seine Patzer in Imola (Dreher) und Le Castellet (Unfall).

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Darüber freute sich natürlich Verstappen, der seinen zweiten Titel von den Roten auf dem Silbertablett serviert bekommt. Der gnadenlos effiziente Red-Bull-Pilot, der sich mit Charles Leclerc schon zu Kartzeiten erbitterte Duelle lieferte, wunderte sich über dessen Nervenschwäche: „Unser Vorsprung ist größer, als er sein sollte, wenn man auf das Potenzial der Autos schaut.“

Deshalb bekommt nun der zuvor hochgelobte Leclerc, der Vettel 2020 mit linken Aktionen destabilisiert und den Nummer-eins-Status entrissen hatte, die beißende Kritik von Italiens Presse zu spüren. „Die Unsicherheit Leclercs wird zur Unsicherheit des gesamten Teams“, schrieb der „Corriere dello Sport“: „Ein unsicherer Champion kann zwar ein großartiger Pilot, aber kein Leader sein.“

Ins gleiche Horn stieß Damon Hill (61). „Charles ist eindeutig schnell, aber Carlos ist mir eigentlich eher als Teamleader aufgefallen“, sagte der Brite über Carlos Sainz (27), der sich von seinem bisherigen Pech nicht entmutigen ließ und in Le Castellet trotz Motorenstrafe von ganz hinten auf Platz fünf gerast war. „Er scheint mit der Strategie besser vertraut zu sein, scheint in der Lage zu sein, Entscheidungen zu treffen.“

Doch noch hält Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (52) die schützende Hand über seinen Liebling. „Es war ein Fahrfehler von Charles, aber es wäre unfair ihn dafür zu kritisieren. Er ist sicherlich am Limit gefahren und am Limit kann das passieren“, sagte der Italiener. „Was ich Charles gesagt habe, ist, dass die Dinge nun komplizierter sind, aber nicht unmöglich.“

Mattia Binotto traut Leclerc den WM-Titel zu

Trotz des großen Rückstands traut er Leclerc noch das WM-Wunder zu:  „Wir konzentrieren uns auf Ungarn, wo wir einen Doppelsieg holen wollen. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht die restlichen zehn Rennen alle gewinnen können.“

Doch selbst dann müsste der nach zwei Ausfällen zu Saisonbeginn (Bahrain, Melbourne) sehr zuverlässige Red Bull auch mal schlapp machen. Binotto: „Uns hat es schon getroffen, vielleicht passiert bei Max und Red Bull auch noch etwas. Wir müssen auf uns selbst schauen und das Beste herausholen.“

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