Purzeln in der Formel 1 bald die Geschwindigkeitsrekorde? Toto Wolff löst eine Speed-Debatte aus.
Dank Regel-ReformFormel 1 fährt bald 400 km/h

Copyright: IMAGO/HochZwei
Valtteri Bottas hält bisher den inoffiziellen Speed-Rekord in der Formel 1.
29.08.2025, 17:09
Die Formel 1 kämpft auch in der aktuellen Saison gegen einen unsichtbaren Feind: die sogenannte „dirty Air“. Gemeint ist die durch Luftverwirbelungen der Flügel-Monster „verschmutzte“ Luft, die dem Verfolger das Überholen erschwert.
Die macht es selbst Weltmeister Max Verstappen (27) beinahe unmöglich, auf engen Kursen wie Monaco oder seinem Heimrennen in Zandvoort (Sonntag, 31. August 205, 15 Uhr, RTL & Sky) Plätze gutzumachen. Dabei sind Überholmanöver das Salz in der Suppe. Deshalb hat der Weltverband FIA in seiner Regel-Reform 2026 zwei Rezepte parat: einfachere Aerodynamik und mehr Topspeed! Die Formel 1 fährt bald 400 km/h.
Tempo-Wahnsinn in der Formel 1
Tempo-Wahnsinn in der Königsklasse! Den Formel-1-Rekord hält der 2026 im neuen Cadillac-Team zurückkehrende Valtteri Bottas (36), der 2016 im Baku-Qualifying im Williams-Mercedes 378 km/h erreichte. Allerdings hatte sich der Finne Windschatten von Verstappen besorgt, was in Kombination mit DRS zu diesem hohen Topspeed geführt hat. Doch bald sollen solche Werte normal werden und zu mehr Nervenkitzel führen.
Ausgelöst hat den 400er-Hype Mercedes-Teamchef Toto Wolff (53). Der Österreicher erklärte, dass die Simulationen mit dem neuen Hybridantrieb unter bestimmten Bedingungen Topspeeds ergeben hätten: „Wenn die volle Leistung freigesetzt wird, kratzen wir an der 400-km/h-Marke.“
Und das ist gewollt. Die FIA schreibt in ihrem neuen technischen Reglement nicht nur eine einfachere Aerodynamik vor (weniger Abtrieb, weniger Luftwiderstand, aktive Aerodynamik an Front- und Heckflügeln), sondern auch eine neue, günstigere und stärkere Antriebsgeneration.
Der neue V6-Turbomotor (1,6 l) soll „nur“ noch 545 PS leisten (aktuell 850 PS), dafür stemmt der deutlich stärkere Elektrogenerator MGU-K (gewinnt Bremsenergie zurück) dank größerer Batterien 475 PS auf die Kurbelwelle (bisher 161 PS). Dafür verzichtet die FIA aus Kostengründen auf den teuren zweiten Generator MGU-H, der aktuell die Abgasenergie nutzt, um den Turbolader zu beschleunigen, die MGU-K mit Strom zu versorgen oder in die Batterie einzuspeisen.
Doch es nicht nur die Systemleistung von mindestens 1020 PS, die 400er-Topspeeds ermöglichen wird (auch der aktuelle Hybridantrieb leistet ca. 1000 PS), sondern auch das Anti-dirty-Air-Paket wird das Überholen einfacher machen.
Was denken die Fahrer über den Temporausch? Ferrari-Star Charles Leclerc (27), der die 2026er-Version nach ersten Simulationen schwerfällig genannt hat, sagt: „Die Entwicklung geht so schnell, dass sich das Gefühl ständig verändert. Aber wenn wir wirklich 400 km/h erreichen sollten, dann wäre das schon sehr beeindruckend.“
Haas-Franzose Esteban Ocon (28) meint: „380 bis 400 km/h klingt schon ziemlich beängstigend. Aber ich werde erst urteilen, wenn ich den Simulator fahre.“ Und Verstappen nimmt die 400er-Schallmauer mit Humor: „Vielleicht schafft es ja der Motor von Toto. Aber die FIA hat schon erklärt, dass sie das nicht zulassen wird. Man wird da aufpassen.“