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Fahrkarten-Festival gegen NorwegenAber Super-Wolff hält Deutschland im Turnier!

Andi Wolff gestikuliert sauer und schimpft mit Juri Knorr (nicht im Bild).

Andi Wolff musste gegen Norwegen immer wieder mit seinen Vorderleuten schimpfen.

Aktualisiert

Der Traum vom Halbfinale lebt – dank Andi Wolff! Die deutschen Handballer haben ihr zweites Hauptrundenspiel bei der EM gewonnen.

Der nächste Handball-Krimi in Herning! Das Spiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Norwegen war über weite Strecken ziemlich schwere Kost.

Im zweiten von vier Hauptrunden-Spielen bei der EM leistete sich das DHB-Team im Angriff immer wieder Fehlwürfe und unerklärliche Patzer. Doch einer war da: Torhüter Andreas Wolff raubte den Norwegern mit seinen schier unzähligen Paraden den Nerv und hielt Deutschland zeitweise fast im Alleingang im Spiel.

Ziel Halbfinale: Zwei „Endspiele“ gegen Dänemark und Frankreich

Mit diesem Rückhalt fand das Team von Bundestrainer Alfred Gislason schließlich spät, aber nicht zu spät, doch noch ins Spiel. In der zweiten Hälfte des zweiten Durchgangs zog Deutschland das Spiel auf seine Seite, gewann am Ende mit 30:28.

Vor 10.117 Fans in Herning war Rückraumspieler Marko Grgic mit sieben Toren bester Werfer für den Olympia-Zweiten.

Dank des Erfolgs führt das DHB-Team die Gruppe mit 6:0 Punkten an, darf weiter vom Halbfinale träumen. Das entscheidet sich in den letzten beiden Gruppenspielen gegen Olympiasieger und Weltmeister Dänemark sowie Titelverteidiger Frankreich. Die beiden Topteams haben jeweils 4 Pluspunkte auf dem Konto.

Durch den schwer erkämpften Sieg gegen Norwegen um Superstar Sander Sagosen hat die deutsche Mannschaft jetzt alle Trümpfe in der Hand, sich den Traum vom Halbfinale zu erfüllen. Dafür muss aber eine deutliche Steigerung her. Angesichts der engen Konstellation ist auch noch eine frühzeitige Heimreise nach der Hauptrunde möglich.

„Wir müssen Spaß haben und unser Spiel durchziehen“, forderte Gislason vor dem Anpfiff. Doch das war leichter gesagt als getan. Wie schon zuletzt gegen Portugal tat sich das DHB-Team im Angriff enorm schwer. 

Der Fehlstart veranlasste den Bundestrainer zu einer frühen Auszeit, die zunächst aber ebenso wenig bewirkte wie erste personelle Wechsel. Erst langsam kämpfte sich die DHB-Auswahl in die Partie und kam beim 8:8 (17.) zum Ausgleich. Wolff hatte zu diesem Zeitpunkt bereits acht Würfe abgewehrt.

Fans feiern krasse Torwart-Leistung von Wolff

Vorn machte jetzt vor allem Franz Semper viel Betrieb. Der Leipziger erwies sich aus dem Rückraum als sicherer Vollstrecker und traf in dieser Phase viermal. Seine Nebenleute ließen aber weiter die nötige Effizienz vermissen. So ging es mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel setzte sich das Fehlerfestival im deutschen Angriff zunächst fort. Nur auf Wolff war weiter Verlass. Der 34-Jährige erhielt von den Fans für seine teils unglaublichen Rettungstaten immer wieder Szenenapplaus und hielt das DHB-Team im Spiel.

Das färbte Mitte der zweiten Halbzeit endlich auch auf seine Vorderleute ab. Beim 26:21 (49.) führte Deutschland plötzlich mit fünf Toren, weil nun auch Rückraumspieler Grgic erstmals im Turnier sein Potenzial ausschöpfte und der Mannschaft mit seinen Treffern zusätzliche Sicherheit gab. So durfte die DHB-Auswahl am Ende jubeln. (are/sid)

Die DHB-Profis jubeln gemeinsam gegen Portugal.

Schlusszene gegen Portugal

EHF gibt zu: Letzter DHB-Treffer war irregulär