Corona sorgt für ungleiches Duell Europameister Spanien schießt deutsches Not-Aufgebot ab

DHB-Kreisläufer Patrick Wiencek kam gegen Spanien am 20. Januar 2022 selten so frei zum Wurf.

DHB-Kreisläufer Patrick Wiencek kam gegen Spanien am 20. Januar 2022 selten so frei zum Wurf.

Kämpferisch begonnen, anständig verabschiedet, aber dazwischen abgeschossen: Deutschlands Not-Aufgebot bei der Handball-Europameisterschaft ging gegen Titelverteidiger Spanien phasenweise unter.

Keine Chance auf die Sensation für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Nach einem durchaus verheißungsvollen ersten Durchgang nahm Gegner Spanien die durch elf Corona-Ausfälle dezimierte deutsche Mannschaft im Hauptrundenspiel am Donnerstag (20. November 2022) nach der Pause regelrecht auseinander.

Von 12:12 kurz vor dem Wechsel zogen die Iberer auf 19:12 nach 38 Minuten weg – damit war die Hauptrunden-Partie in der Arena von Bratislava frühzeitig entschieden, am Ende hieß es 29:23 für Spanien.

Spanien-Keeper treibt Deutschland zur Verzweiflung

Im Vorfeld hatte der Deutsche Handball-Bund (DHB) versucht, das Spiel zu verschieben, damit einige Spieler nach überstandener Quarantäne wieder ins Turnier zurückkehren könnten. Julius Kühn, dem ersten infizierten Spieler, gelang das nicht: Seine Viruslast war noch zu hoch, er musste draußen bleiben. Dagegen war Christoph Steinert wegen eines negativen EHF-PCR-Tests spielberechtigt, stieß kurz vor Anpfiff zur Mannschaft.

Zu Beginn fand die deutsche Sieben überraschend gut in die Partie, hielt lange ein Unentschieden. Dem DHB-Team merkte man mit zunehmender Spieldauer die fehlenden Automatismen an, viele technische Fehler spielten dem Gegner in die Hände. Spanien zog immer weiter davon, nach 46 Minuten hieß es 22:14. Immer wieder verzweifelten die Deutschen dabei an Gonzalo Perez de Vargas, Keeper vom FC Barcelona, der auch schwerste Bälle hielt.

Deutschland bei Handball-EM gegen Spanien chancenlos

„Wir müssen in der Abwehr schon aggressiver sein und uns hier nicht einfach abschießen lassen. Wir müssen schon draufgehen“, schimpfte Bundestrainer Alfred Gislason (62) in einer Auszeit. ARD-Experte Dominik Klein: „Am Ende ging es nur noch darum, mit einem guten Gefühl rauszukommen. Spanien war der schwierigste Hauptrundendgegner.“

Deutschlands Trainer Alfred Gislason reagiert auf das Spiel.

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason am 20. Januar 2022 in Bratislava.

„Das war definitiv unser schlechteste Spiel bisher. Es war vorher alles wild. Heute kam zu viel zusammen, als dass wir gegen Spanien bestehen konnten“, sagte Christoph Steinert.

Sieben technische Fehler in Halbzeit eins bremsen Deutschland

Gislason: „Wir haben unglaublich viele technische Fehler gemacht, so haben wir keine Chance. Aber es war unheimlich viel los, dann müssen wir den Spielern zugestehen, dass sie auch mal Lehrgeld zahlen. Es haben aber auch Dinge gut funktioniert, die wir mitnehmen können.“

Die Spanier setzen sich damit an der Spitze der Hauptrunden-Gruppe 2 fest. Die deutsche Mannschaft dagegen trifft schon am Freitag, 21. Januar 2022, auf Norwegen (20.30 Uhr, ZDF)  und muss trotz aller Widrigkeiten siegen, will man noch eine Chance auf das Halbfinale haben.

Gislason: „Norwegen hat auch eine tolle Mannschaft. Aber am Ende können die zwei Punkte gegen Polen noch sehr wertvoll werden. Ich hoffe auf ein oder zwei Rückkehrer. Wir müssen sechzig Minuten gut spielen, wenn wir eine Chance haben wollen.“

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