Später Schock für den Senegal Ex-FC-Profi gibt WM-Debüt – und erlebt bitteres Duell mit Oranje

Matthijs de Ligt kämpft mit Senegals Ismail Jakobs um den Ball.

Enges Duell: Matthijs de Ligt (l.) vom FC Bayern München kämpft im WM-Spiel der Niederlande gegen den Senegal am Montag (21. November 2022) mit dem Ex-Kölner Ismail Jakobs um den Ball.

Es war der Showdown der Favoriten in WM-Vorrundengruppe A. Und Afrika-Meister Senegal unterlag den Niederlanden im Gipfeltreffen denkbar bitter. Mittendrin: ein ehemaliger Profi des 1. FC Köln.

Cody Gakpo und Davy Klaassen haben den WM-Start des selbsternannten Titelanwärters Niederlande gerade noch gerettet. Youngster Gakpo (84. Minute) und Klaassen (90.+9) erzielten am Montag (21. November 2022) in Doha die Treffer beim 2:0 gegen Afrika-Meister Senegal. Weltmeisterlichen Glanz konnte Oranje aber noch nicht versprühen.

Immerhin gelang der niederländischen Mannschaft, der Bondscoach Louis van Gaal den großen Coup zutraut, zum vierten Mal in Serie ein siegreicher Start ins WM-Turnier. Die Senegalesen, die ohne ihren verletzten Bayern-Star Sadio Mané zur WM gereist waren, müssen indes nun in den weiteren Gruppenspielen gegen Katar und Ecuador punkten. Dann darf sich Keeper Edouard Mendy, der beim 0:1 eine schlechte Figur abgab, keine weiteren Patzer erlauben.

WM 2022: Bittere Niederlage für Senegal gegen Niederlande

Auch ein ehemaliger Profi des 1. FC Köln war mittendrin: Ismail Jakobs (23), vor der Saison vom FC zum französischen Top-Klub AS Monaco gewechselt, kam in der 62. Minute für den angeschlagenen Leipzig-Profi Abdou Diallo (26) aufs Feld. Der gebürtige Kölner feierte seinen dritten Länderspiel-Einsatz – und das direkt bei einer WM! Seine Spielberechtigung war erst kurz vor dem Anpfiff eingetroffen.

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Umso größer war die Enttäuschung bei Jakobs und seinen Kollegen – hatte der Senegal gegen Oranje doch über die gesamte Spieldauer voll dagegengehalten.

Torwart-Patzer bei Senegals WM-Niederlage gegen Oranje

Bevor der Anpfiff vor 41.721 Zuschauern im Al-Thumama-Stadion erfolgte, waren die Augen auf den niederländischen Kapitän Virgil van Dijk gerichtet. Doch auch Liverpools Starverteidiger hatte sich – erwartungsgemäß – dem FIFA-Druck gebeugt und auf die „One Love“-Binde verzichtet. Zusammen mit weiteren europäischen Ländern hatte Holland eigentlich eine symbolträchtige Kampagne starten wollen, doch die FIFA drohte mit Sanktionen.

Das politische Zeichen blieb aus, das sportliche bis zum Siegtreffer auch. Weltmeister könne sein Team werden, hatte van Gaal getönt. Weltmeisterlich war der Auftritt der Elftal aber lange nicht. Viel zu selten ließen die Oranje-Fußballkünstler ihre Klasse aufblitzen, und auch in der mit van Dijk, Bayern-Verteidiger Matthijs de Ligt und Nathan Ake hochkarätig besetzten Verteidigung gab es gegen den unbequemen Afrikameister immer wieder Lücken.

Dabei müssen die Senegalesen ohne ihre stärkste Waffe auskommen. Bayern-Superstar Sadio Mané hatte sich vor dem Turnier am Schienbeinköpfchen verletzt und ist inzwischen schon operiert worden. Der Stürmer sprach seinen Teamkollegen aus der Ferne Mut zu, im Stadion erhielten die Löwen von Teranga lautstarke Unterstützung von ihren pausenlos trommelnden Fans. Da waren sogar kaum die Oranje-Anhänger zu hören.

Berauschend war das Spiel der van-Gaal-Elf ohnehin nicht. In der ersten Halbzeit wurde es vereinzelt mal gefährlich vor dem senegalesischen Tor, als Steven Bergwijn an einem feinen Querpass von Gakpo vorbeirutschte (4.) und Mittelfeldstar Frenkie de Jong frei vor Torhüter Mendy zwei Haken zu viel machte (19.).

Auf der Gegenseite versuchten es die Westafrikaner, die vor 20 Jahren zum WM-Auftakt Weltmeister Frankreich geschockt hatten, aus einer kompakten Defensive immer wieder mit Nadelstichen. Ein Stürmer wie Mané war aber nicht zu ersetzen. So wurde Debütant Andries Noppert im niederländischen Tor kaum gefordert.

Nach 53 Minuten konnte van Gaal endlich mal eine Torchance notieren – nach einem Standard. Doch der Kopfball von van Dijk ging über das Tor. Das Offensivspiel lahmte aber weiterhin. So brachte der Bondscoach nach gut einer Stunde den lange verletzten Stürmerstar Memphis Depay. Doch erst mal prüfte Iliman Ndiaye den Oranje-Keeper Noppert (65.). Als alle schon mit einem Remis gerechnet hatten, schlug Gakpo nach Vorarbeit von de Jong zu. Klaassen setzte dann per Abstauber nach Mendys Patzer den Schlusspunkt. (dpa)

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