In eigener Sache Warum wir während der WM in Katar ganz genau hinschauen

Ein Mann schaut am 17. November 2022 kurz vor dem Start der Fußball-WM in Katar auf sein Handy. Im Hintergrund ist in der Stadt Al Shamal für die WM geschmückt.

Ein Mann schaut am 17. November 2022 kurz vor dem Start der Fußball-WM in Katar auf sein Handy. Im Hintergrund ist in der Stadt Al Shamal für die WM geschmückt. 

Die Vergabe der WM nach Katar war eine von vielen sehr schlechten Entscheidungen, die der Fußball-Weltverband in den vergangenen Jahren getroffen hat. Darum werden wir von EXPRESS.de während des Turniers sehr genau darüber berichten, was in Katar passiert.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

vermutlich haben Sie diese Frage in den vergangenen Tagen auch schon gestellt bekommen oder selber gestellt: „Wirst du die WM in Katar verfolgen?“

Kann man sich als Fußball-Fan auf die WM in Katar freuen?

Es ist eine Frage, die spaltet. Nicht nur in Beziehungen und Freundeskreisen, sondern auch die Gedanken vieler einzelner, die sich in einem Dilemma sehen. Auf die Fußball-WM freut man sich als leidenschaftlicher Fan immer – doch die Menschenrechtslage im Gastgeberland Katar veranlasst viele zu einem Boykott des Turniers.

Alles zum Thema WM 2022

Auch wir bei EXPRESS.de haben uns in der Redaktion gefragt, wie wir mit der WM umgehen wollen. Nicht erst jüngst, sondern immer wieder in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren, in denen wir sehr kritisch über die FIFA und die Vergabe der WM nach Katar berichtet haben.

Die Umstände, unter denen die WM im Jahr 2010 nach Katar vergeben wurde, sind nach wie vor skandalös. Die Bewerbung war laut der FIFA-eigenen Prüfberichte die schlechteste. Die Entscheidung war vor allem aus gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Gründen falsch.

Das Gastgeberland ist in seinen Grundhaltungen was Homophobie, die Missachtung von Meinungsfreiheit und Frauenrechte angeht, absolut ungeeignet. Die unwürdigen Arbeitsbedingungen haben bereits viele Todesopfer gefordert.

Alles rund um dieses Turnier fühlt sich falsch an und entspricht auch nicht den Grundwerten, für die die Redaktion von EXPRESS.de eintritt. Allerdings sehen wir es wie bei vielen anderen Missständen ebenfalls als unsere Aufgabe an, trotzdem über dieses Ereignis mit der nötigen journalistischen Sorgfaltspflicht zu berichten.

Gerade in einem Land wie Deutschland, freiheitlich und demokratisch, sollten wir die Augen nicht verschließen vor dem, was in Katar nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz passiert.

EXPRESS.de zeigt Haltung

Die Haltung von EXPRESS.de kennen Sie als unsere Leserin und Leser, unseren Einsatz rund um Themen wie den Krieg in der Ukraine oder die Rechte der LGBTQI+-Community ebenfalls.

Jeder und jede von Ihnen darf selbst entscheiden, für welche Themen sie sich interessieren und ob sie auch die WM in Katar und die damit einhergehende Berichterstattung in den Medien verfolgen. Klar ist allen auch: Nicht alle, die sich für die Weltmeisterschaft interessieren, mit einem der größten Ereignisse der Welt mitfiebern und sich über Tore und Erfolge freuen, sympathisieren darum mit einem System, das Menschen verachtet.

Es wäre unserer Meinung nach als Newsportal falsch, wegzusehen und gar nicht über die WM zu berichten, weder über das Sportliche noch über die Lage in Katar. Genau darum werden wir von EXPRESS.de in den kommenden Wochen wie gewohnt ganz genau hinschauen, was im Gastgeberland passiert – mit ganz besonderem Blick auf die Menschenrechte.

Deshalb versprechen wir Ihnen in den kommenden Wochen eine kritische und distanzierte Berichterstattung, vor allem im Hinblick auf die FIFA und das Gastgeberland. Sportliche Glanzleistungen werden wir aber genauso würdigen.

Ihre Redaktion von EXPRESS.de

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.