„Kapitän, der Spanien beschämt“Kurz vor dem Halbfinale: Spielerfrau geht auf spanische Presse los

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Ein Interview von Kapitän Álvaro Morata schlägt in Spanien vor dem EM-Finale hohe Wellen. Nun meldet sich seine Frau zu Wort.

von Antje Rehse (are)

Spanien steht bei der EM im Finale, ist für viele nach dem Sieg gegen Deutschland der Top-Favorit auf den Titel. Doch vor dem Halbfinalduell mit Frankreich gab es Wirbel um Álvaro Morata (31) – in den sich nun auch seine Ehefrau öffentlich einmischte.

Der Spanien-Kapitän hatte sich nach dem Viertelfinale gegen Deutschland über die Anfeindungen der Fans und die aus seiner Sicht unberechtigt harte Kritik beschwert.

Morata-Ehefrau mischt sich in Debatte um ihren Mann ein

„In Spanien ist es schwer für mich, glücklich zu sein. Ohne Zweifel bin ich außerhalb Spaniens glücklicher“, hatte der Profi von Atlético Madrid im Interview mit „El Mundo“ unter anderem gesagt. „Ich habe es schon oft gesagt. Vor allem, weil die Leute mich respektieren. In Spanien gibt es keinen Respekt vor irgendetwas und niemandem.“

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Das Interview des Kapitäns wenige Tage vor dem EM-Kracher gegen die Équipe Tricolore schlug hohe Wellen, viele Medien berichteten darüber. Doch nach Ansicht von Moratas Ehefrau Alice Campello Morata (29) waren auch diese Berichte teilweise nicht fair ihrem Mann gegenüber.

In ihrer Instagram-Story teilte die Italienerin einen Screenshot von „El Confidencial“. Die Zeitung hatte ihren Artikel zu Morata wie folgt betitelt: „Morata ist ein Kapitän, der Spanien beschämt und das nicht nur wegen seines schwachen Niveaus bei der EM.“ Morata fühle sich persönlich verfolgt. „Wer ist er, dass er schlecht über Spanien spricht? Und das nicht zum ersten Mal.“

Moratas Frau Alice zeigte sich bestürzt. „Ich hasse es, wieder das Opfer zu spielen und für weitere Polemik zu sorgen, aber das finde ich nicht ansatzweise normal“, schrieb sie einleitend.

„Anstatt einen Spieler eurer Nationalmannschaft aufzubauen, versucht ihr, ihn zu vernichten. Was glaubt ihr denn, wie ein Mensch das Beste für sein Land geben kann, wenn er fühlt, dass niemand an ihn glaubt?“, so die Spielerfrau.

Sie fragt sich, was mit solchen Schlagzeilen erreicht werden soll. „Noch mehr Hass für einen Menschen zu erzeugen? Herzlichen Glückwunsch!“

In einem weiteren Eintrag wies sie darauf hin, dass die Spieler Mütter, Väter, Frauen und Kinder hätten, die „diese Grausamkeiten“ lesen müssten. Dies sei nur ein Beispiel von vielen. Jeder dürfe sagen, was er oder sie denkt, aber man sollte immer respektvoll sein, wenn man sich selbst Respekt wünscht.

Morata hatte in dem Interview durchblicken lassen, dass er nach der EM aus der Nationalmannschaft zurücktreten könnte. Zudem hatte er gesagt, er wisse nicht, ob es das Beste für ihn sei, in Spanien zu bleiben.

Und in der Tat stehen die Zeichen auf Abschied. Morata steht nach Informationen der „Gazzetta dello Sport“ vor einem Wechsel zur AC Mailand.

Der Stürmer, der in der Heimat seiner Ehefrau bereits für Juventus Turin spielte, soll einen Vertrag bis 2027 mit einem Gesamtgehalt von zwölf Millionen Euro netto erhalten, wie die italienische Sportzeitung berichtete. Derzeit steht er noch bei Atlético Madrid unter Vertrag.