Der Afrika-Cup ist mit einem Skandal-Finale zu Ende gegangen. Abseits des Platzes benahmen sich zahlreiche Marokkaner daneben.
Skandal-Bilder gehen um die WeltBalljungen greifen Ersatztorhüter an

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Marokkanische Ballungen greifen den Ersatztorhüter von Senegal beim Finale des Afrika-Cups an.
Aktualisiert
Lange flog der Afrika-Cup in der Weltöffentlichkeit eher unter dem Radar, die Skandal-Szenen beim Finale zwischen Marokko und Senegal (0:1) am Sonntag (19. Januar 2026) gingen dann allerdings um die Welt. Millionenfach wurden entlarvende Videos auch bei Social Media geklickt.
Fifa-Präsident Gianni Infantino (55) bezeichnete die Vorfälle als „inakzeptabel“. Der Schweizer sagte: „Wir verurteilen das Verhalten einiger ‚Fans‘ sowie einiger senegalesischer Spieler und Mitglieder des Trainerstabs aufs Schärfste. Es ist inakzeptabel, das Spielfeld auf diese Weise zu verlassen, und Gewalt darf in unserem Sport nicht toleriert werden.“
Handtuch-Zoff bei Marokko gegen Senegal
Für großes Entsetzen sorgte auch das Verhalten zahlreicher marokkanischer Helfer, die als Balljungen oder Teilnehmer der Einlaufzeremonie im Einsatz waren. Sie griffen den senegalesischen Ersatztorwart Yehvann Diouf (26) wiederholt an.
Hintergrund: Der hinter dem Tor postierte Diouf hielt ein Handtuch bereit, an dem Stammtorwart Edouard Mendy (33) sich beim Regenwetter die nassen Handschuhe abtrocknen konnte. Im Halbfinale gegen Nigeria hatten Marokkaner das Handtuch des gegnerischen Torhüters bereits versteckt, das versuchte der Senegal mit dem Einsatz von Diouf zu verhindern.
In der Folge kam es mehrmals zu regelrechten Jagdszenen, bei denen die Nummer zwei von zahlreichen Männern angegriffen und zu Boden gezerrt wurde. Einmal flüchtete er sich während des laufenden Spiels sogar auf den Platz. Zeitweise versuchte auch Marokko-Spieler Ismael Saibari (24), die Übergabe des Handtuchs an Stammkeeper Mendy zu verhindern.
In der regulären Spielzeit hatte Marokkos Brahim Díaz (26) kurz vor Abpfiff einen Elfmeter auf klägliche Art vergeben. Vor der Ausführung durch den Offensivspieler von Real Madrid hatte es fast 20 Minuten lang intensive Diskussionen um den Elfmeterpfiff gegeben.
Aus Protest gegen die aus ihrer Sicht falsche Entscheidung waren Senegals Spieler – offenbar auf Geheiß von Trainer Pape Thiaw – zwischenzeitlich sogar in die Kabine marschiert. Auch zwischen Fans und Sicherheitskräften kam es zu Auseinandersetzungen. Kurzzeitig drohte ein Abbruch.
„Wir müssen die Entscheidungen der Schiedsrichter auf und neben dem Spielfeld stets respektieren“, meinte Infantino. Alles andere würde das Wesen des Fußballs gefährden.
Die unschönen Szenen müssten verurteilt werden und dürften sich niemals wiederholen. „So etwas hat im Fußball nichts zu suchen“, meinte Infantino. Er erwarte, dass die zuständigen Disziplinargremien des afrikanischen Fußball-Verbandes CAF die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. (bc/sid)
