Sorge um neue Katar-Zensur Live-Schalte zur WM nimmt kuriose Wende

Zwei verkleidete mexikanische Fans sorgen in einer TV-Schalte aus Katar beim TV-Sender Canal 13 aus Chile für Verwirrung.

Eine Live-Schalte des chilenischen TV-Senders Canal 13 aus Katar sorgte am Dienstag (29. November 2022) für Aufsehen.

Unerwartete Wende bei einer Live-Schalte des chilenischen TV-Senders Canal 13 aus Katar. Bei den Berichten rund um die WM 2022 drängten sich zwei Störer ins Bild. Jedoch aus anderen Gründen als zunächst gedacht.

Neue Negativ-Schlagzeilen gerade noch abgewendet: Die Live-Schalte eines chilenischen TV-Reporters bei der WM 2022 in Katar ist anders geendet, als es zunächst den Eindruck machte.

Als Journalist Eugenio Salinas für den Sender Canal 13 die Eindrücke aus dem Emirat in die Heimat überliefern sollte, griffen zwei Männer in der traditionellen katarischen Kluft, dem Thawb-Gewand, in die Übertragung ein. Zunächst schien es, als wollten sie den Presse-Vertreter an seiner Arbeit hindern. Sein wahres Anliegen klärte das Duo aber schnell auf.

WM 2022: Live-Schalte aus Katar sorgt für Aufsehen

Salinas sprach am Dienstag (29. November) bei einer Schalte gerade über das entscheidende Gruppenspiel von Titel-Kandidat Argentinien gegen Polen (Mittwoch, 20 Uhr), als er von den beiden Männern aus dem Takt gebracht wurde. Einer hielt seine Hand abwehrend in Richtung Kamera, während beide gestenreich andeuteten, dass nicht weiter gedreht werden dürfe.

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„Wir dürfen das“, sagte der sichtlich verwirrte Reporter auf Englisch und Spanisch, wechselte beim verzweifelten Versuch, sich zu rechtfertigen, immer wieder zwischen beiden Sprachen: „Wir haben das Recht, hier zu sein.“

Nach quälenden 25 Sekunden, die sich nicht nur für den TV-Mann deutlich länger angefühlt haben dürften, dann die Wende. „Viva México, señores“, rief einer der beiden Störer plötzlich mit breitem Grinsen aus. Sofort dämmerte auch Salinas, dass ihm zwei nach Katar gereiste mexikanische Fußball-Anhänger soeben einen Streich gespielt hatten, schloss sich dem Gelächter umgehend an.

Verkleidete Mexiko-Fans treiben in Katar ihr Unwesen

Auch im angeschlossenen TV-Studio sorgte die Wende für sichtliche Erleichterung und erheitertes Lachen. Und auch Katar dürfte, nachdem es in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder Eingriffe in die Pressefreiheit gegeben hatte, aufatmen, dass es sich diesmal nur um einen verkleideten Anwalt und einen Lehrer aus Mexiko handelte.

Hier sehen Sie die Szenen im Video:

Salinas zeigte sich nach der Aufklärung erleichtert, dass er es nicht mit tatsächlicher Zensur zu tun hatte. Er sagte der Zeitung „Las Últimas Noticias“: „Es gibt hier in Katar Sicherheitsleute und Polizisten, die ihre Grenzen weit überschreiten. Selbst mit einer Akkreditierung kann es dir passieren, dass sie dich aufhalten, weil du jenes Foto gemacht hast oder ihnen etwas nicht gefällt, was du tust.“

Der TV-Mann war derweil nicht der Einzige, den verkleidete Mexikaner überraschten. In den sozialen Netzwerken gibt es verschiedene Videos, in denen immer wieder kleinere Fan-Gruppen angesprochen und auf vermeintliches Fehlverhalten hingewiesen werden, ehe die Situation mit dem Verweis auf die eigentliche Herkunft der „Ordnungshüter“ aufgelöst wird. (bc)

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