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Marokko-Party eskaliertNach WM-Sensation: Ausschreitungen in Europa, Fan niedergestochen

Es ist eine echte Sensation: Als erste afrikanische Mannschaft hat Marokko bei einer Fußball-WM das Halbfinale erreicht. Die Freude der Fans war gigantisch, vielerorts ging am Abend nichts mehr, in einigen Städten eskalierte die Lage.

von Paulina Meissner (mei)

Egal, ob man das WM-Spiel zwischen Marokko und Portugal live am Fernseher verfolgt hat oder nicht. Das Ergebnis dürfte am Samstagabend (10. Dezember 2022) den Wenigsten entgangen sein. Denn nach dem umjubelten 1:0 der Nordafrikaner brach in vielen Städten in Europa der Ausnahmezustand aus. Der Grund: eine echte WM-Sensation.

Denn die marokkanische Mannschaft schaffte es mit ihrem 1:0-Sieg am Samstag (10. Dezember 2022) als erstes afrikanisches Team in das Halbfinale einer Fußball-WM. Und warf nebenbei auch noch Portugal aus dem Rennen. Die Reaktionen ließen auch in Deutschland nicht lange auf sich warten. In Belgien und Frankreich kam es indes erneut zu Ausschreitungen, in Mailand wurde ein Fan durch Messerstiche verletzt. 

WM 2022: Feiernde Marokko-Fans legen Innenstädte lahm

In vielen Städten versammelten sich die Fans auf den Straßen. Autokorsos fuhren laut hupend durch die Straßen, Flaggen wurden in die Luft gestreckt, Pyrotechnik gezündet. In Düsseldorf-Oberbilk war am Abend kein Durchkommen mehr möglich. Auf Twitter zeigten mehrere Videos volle Straßen mit feiernden Marokkanern und Marokkanerinnen.

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Rund um den Hauptbahnhof versammelten sich ebenfalls Massen an Fans. Die Rheinbahn kam mit ihren Bussen und Straßenbahnen nicht mehr durch und musste den ÖPNV rund um den Hauptbahnhof umleiten. Laut Polizei sei der Abend „weitestgehend friedlich“ verlaufen. Vereinzelt sei es jedoch zu Übergriffen (Tritte, Schläge) und Flaschen bzw. Böllerwürfen gegen Einsatzkräfte und Einsatzwagen sowie Sachbeschädigungen gekommen. Ein Beamter wurde leicht verletzt.

Und auch in Dortmund, Hamburg und Frankfurt wurde ausgelassen gefeiert. Teils auch mit Pyro-Fackeln auf den Straßen. In Berlin-Neukölln kamen laut Polizei etwa 300 bis 400 Personen zusammen.

Ein Sprecher des Polizei-Lagedienstes sagte, die Feier in der Sonnenallee laufe nicht ganz so, wie sich die Polizei das vorstelle. Mehrere Beamte waren im Einsatz. Fans zündeten laut Polizei auch Böller. Das ist eigentlich nur zu Silvester oder mit einer Ausnahmegenehmigung erlaubt. Am Alexanderplatz wurde ebenfalls gefeiert. Dort hatten sich nach Polizeiangaben etwa 80 bis 100 Leute versammelt.

Nach Marokkos WM-Erfolg: Erneut Ausschreitungen in Brüssel

Bei Ausschreitungen in Brüssel hat die Polizei 60 Menschen festgenommen. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga in der Nacht zum Sonntag unter Berufung auf eine Polizeisprecherin berichtete, hätten Feiernde massiv Pyrotechnik eingesetzt. Kleine Gruppen hätten die Polizei mit Gegenständen beworfen.

Zunächst hätten die Feierlichkeiten friedlich begonnen, dann sei die Stimmung jedoch teils gekippt, berichtete Belga. Bereits bei vorherigen Siegen der Nordafrikaner war es in Brüssel zu Ausschreitungen durch Marokko-Anhänger gekommen.

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Ähnlich die Lage in Paris, wo in der Nacht zum Sonntag 108 randalierende Fans festgenommen wurden. Der Polizei zufolge hatten sich etwa 20.000 Fans der marokkanischen Fußballmannschaft zunächst friedlich auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées versammelt. Ab 23.00 Uhr hätten dann vereinzelt Menschen die Ordnungskräfte beworfen und drei Motorroller angezündet. Auch einzelne Schaufenster wurden beschädigt.

Mailand: Fan im Gedränge niedergestochen, Zustand kritisch

Auch in Italien gab es Jubelfeiern der Nordafrikaner – bei denen eine Person schwer verletzt worden ist. Das berichtete die italienische Zeitung „La Gazzetta dello Sport“.

Bei einer WM-Feier in Mailand wurde demnach ein 30-jähriger Mann im Gedränge mit Messerstichen verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er habe versucht, einen Streit zu schlichten, sei dabei in eine Person geschubst worden, die umgehend mit dem Messer zustach. Der Zustand des Opfers sei kritisch. (ra/mei/dpa)