Spieler jagten Schiedsrichter Harte Strafen nach Gewalt-Attacke in Kölner Kreisliga

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Zwei Rote Karten nach dem Schlusspfiff hatten die Situation Anfang November 2019 eskalieren lassen.

Köln – Es war das nächste traurige Kapitel einer offenbar unendlichen Geschichte: Bei einem Spiel in der Kreisliga D war es Anfang November im Westen Kölns erneut zu einem tätlichen Angriff auf einen Schiedsrichter gekommen. Jetzt hat das Kölner Kreissportgericht harte Strafen gegen die Täter verhängt.

Beim Spiel zwischen Blau-Weiß Köln V und Germania Ossendorf hatte der junge Unparteiische zwei Akteuren der Ossendorfer nach dem Schlusspfiff wegen Beschimpfungen die Rote Karte gezeigt. Die Situation eskalierte, mehrere Germania-Kicker jagten den Unparteiischen über den Platz und traten nach ihm. Nun erhielten sie lange Sperren.

Amateurspieler nach Attacke auf Schiedsrichter lange gesperrt

So erhielt der Torwart des Kreisliga-Klubs wegen des tätlichen Angriffs, unsportlichen Verhaltens und Bedrohung des Schiedsrichters eine Sperre von drei Jahren. Anderthalb Jahre muss er definitiv verbüßen, die andere Hälfte der Strafe kann anschließend auf Bewährung ausgesetzt werden. Die Bedingung: Der Amateurkicker muss einen Schiri-Lehrgang absolvieren und zehn Spiele pfeifen.

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Ein weiterer Ossendorfer Spieler wurde zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen. Der Kapitän der Mannschaft, der versucht hatte, den Schiedsrichter mit dem Ball abzuwerfen, darf sechs Monate nicht auflaufen. Die erste Mannschaft der Ossendorfer wurde zudem für die laufende Saison vom Spielbetrieb ausgeschlossen. „Wir hoffen, damit ein klares Zeichen gegen die wiederkehrende Gewalt im Amateurfußball setzen zu können“, sagt Kreissportgerichts-Vorsitzender Axel Zimmermann dem EXPRESS.

Sportgerichts-Vorsitzender Axel Zimmermann: „Zeichen setzen“

Doch damit nicht genug: Sollte die Erstvertretung der Ossendorfer in der neuen Saison wieder am Spielbetrieb teilnehmen wollen, spielt sie zwei Jahre auf Bewährung. Selbiges gilt – und zwar ab sofort – für die zweite Mannschaft des Vereins. Germania Ossendorf hat das Urteil akzeptiert, teilte Zimmermann mit.

Ein weiterer Grund für die harten Strafen: In der Vergangenheit waren die Ossendorfer bereits mehrfach mit unsportlichem Verhalten aufgefallen.

Trotz der schockierenden Tat will der junge Schiedsrichter, der Opfer der Attacke wurde, weiterpfeifen. Der Unparteiische, der bei der Attacke durch die Tritte eine offene Fleischwunde und ein Trauma erlitt, hatte noch tagelang mit den physischen und psychischen Folgen des Angriffs zu kämpfen.

Nach dem Vorfall waren die Kölner Schiedsrichter zudem in einen kollektiven Streik getreten.

Strafanzeigen gegen zwei Ossendorfer-Spieler

Der Unparteiische konnte seinerzeit erst unter dem Schutz einiger Heim-Spieler die Anlage verlassen. Anschließend wurde Strafanzeige gegen zwei Ossendorfer Spieler erlassen.

Wie Zimmermann weiter erklärte, erhofft sich das Sportgericht von dem Urteil eine Signalwirkung. „Eine Geldstrafe trägt immer der Verein und trifft nicht die Täter direkt. Wir hoffen nun, dass auch bei den Spielern endlich ein Umdenken einsetzt“, sagt er. In der vergangenen Saison hatte es in den Kölner Herren-Kreisligen A bis D zehn tätliche Angriffe gegen Schiedsrichter gegeben.

Ein Vereinsvertreter, der bei der Verhandlung anwesend war, entschuldigte sich noch einmal für die Vorfälle. Auch der für drei Jahre gesperrte Torwart hat angegeben, dass er die Auflagen des Gerichts erfüllen und den Schiedsrichter-Lehrgang antreten will.

Lesen Sie hier: Ärger nach Alleingang – Kölner Schiedsrichter mit Streik zufrieden – Verband reagiert kritisch.

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