„Das ging unter die Gürtellinie“ Harte HSV-Vorwürfe gegen Schiri Schröder nach Skandalspiel

Hamburgs Jonas Boldt (Sportvorstand Hamburger SV) bekommt von Schiedsrichter Robert Schröder (r) die Rote Karte gezeigt.

Hitzige Szenen am 19. August 2022 beim Hamburger SV gegen Darmstadt 98 (1:2): Hamburgs Jonas Boldt (verdeckt) wird von Schiedsrichter Robert Schröder (r) vom Platz geschickt.

Was war das für ein hitziger Abend beim Hamburger SV! Beim 1:2 gegen Darmstadt 98 ging es am Freitagabend mehr als emotional zur Sache.

Das nennt man Kartenflut: Am Freitagabend (19. August 2022) griff Schiedsrichter Robert Schröder (38) beim Zweitliga-Duell des Hamburger SV gegen Darmstadt 98 so richtig häufig in seine Taschen.

Sieben Gelbe Karten, drei Rote Karten und eine Gelb-Rote-Karte standen nach der 1:2-Niederlage des Hamburger SV in den Statistiken.

Hamburger SV: Viel Wut und Frust nach Kartenflut

Neben der Niederlage war es ein herber Abend für den Aufstiegsfavoriten Hamburger SV. Die zweite Heimniederlage und reichlich Zoff auf dem Platz. 

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Die Darmstädter verloren zunächst Klaus Gjasula, weil er Gelb-Rot kassiert hatte (59.). Bei den Gastgebern aus Hamburg flog Aaron Opoku nur acht Minuten nach seiner Einwechslung wegen eines Fußtritts gegen Fabian Holland (64.) mit Rot vom Platz, auch Ransford Königsdörffer (89.) sah wegen einer Tätlichkeit Rot. Der wild schimpfende HSV-Sportvorstand Jonas Boldt wurde dann auch noch nach Rot auf die Tribüne geschickt.

Logisch, dass es danach Gesprächsbedarf gab: „Viele Entscheidungen waren sehr hektisch. Es war ein sehr emotionales Spiel. Ich habe auch Emotionen. Ich werde immer meine Farben verteidigen. Ich habe nichts Beleidigendes gesagt“, erklärter Boldt bei Sky. Seine Spieler erhoben dann schwere Vorwürfe gegen den Schiedsrichter.

Jonas Meffert giftete laut Kicker: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Der Schiedsrichter war eine absolute Frechheit. Wie er mit uns geredet hat, geht überhaupt nicht. Das ging unter die Gürtellinie.“

HSV-Vorwürfe: Hat Schiri Schröder Opoku beleidigt?

Welche Worte genau gefallen sein sollen, sagte Meffert nicht. Nur so viel: „Die Worte, die gefallen sind, sind unglaublich. Was er zu Aaron Opoku gesagt hat, ist respektlos.“

Nach Opokus Tritt in den Rücken des am Boden liegenden Fabian Holland soll Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) wohl verbal ausgeteilt haben. Der Schiri bestreitet aber die Vorwürfe des Hamburger SV: Beleidigend sei er nicht geworden. 

Schröder sagte: „Die Spieler, die dann die Rote Karte gekriegt haben, haben von mir die Ansage bekommen, das Spielfeld zu verlassen. Das taten sie nicht, also habe ich das mit Nachdruck getan. Aber ich habe kein Fehlerverhalten meinerseits gesehen“, betonte der Sportfachwirt aus Hannover: „Ich habe den Spielern klar gesagt, dass wir über solche Szenen nicht zu diskutieren brauchen und dass ich es nicht verstehen kann, dass so lange diskutiert wird bei für mich so klaren Vergehen.“

HSV-Profi Sebastian Schonlau (28) sagt allerdings gegenüber Kicker: „Ein, zwei Aussagen sollten so nicht fallen. Auch wenn er unter Druck steht, das geht so nicht.“ Als Kapitän hat er aber Verständnis für Emotionen: „Wir Spieler sagen auch auf dem Feld Dinge, die nicht sein sollten. Deshalb sollten diese Sachen auch auf dem Platz bleiben. Aber der Schiedsrichter wird wissen, welche Sätze gemeint sind.“

Beim HSV war nach dem Spiel auch eine Menge Frust dabei. Schiri Schröder hatte zuvor einen Elfmeter an Robert Glatzel (28) verweigert. Zuvor wurde viel zu früh auf Abseits entschieden. (ubo)

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