Pünktlich zum Rückrunden-Autakt meldet sich Jamal Musiala zurück – und wird in Leipzig voraussichtlich wieder im Kader stehen.
Musiala-Comeback bei den BayernTrainer witzelt über „Strandmuskeln“
Die lange Leidenszeit ist vorbei: Jamal Musiala steht vor seinem Comeback beim FC Bayern. Er wird beim Auswärtsspiel in Leipzig erstmals in dieser Saison im Kader stehen.
Sein Trainer Vincent Kompany schmunzelte am Freitag (16. Januar) verschmitzt, als er über die „Strandmuskeln“ von Musiala sprach. Der schlaksige Ballmagnet habe in den sechs Monaten im „dunklen Tunnel“ körperlich zugelegt, berichtete der Trainer von Bayern München, dabei sei es aber natürlich nicht um eine bessere Optik für den Urlaub gegangen.
Abwehr-Not beim FC Bayern: Kimmich als Rechtsverteidiger?
„Stabilität, Mobilität, Geschwindigkeit – die tiefen Muskeln“, berichtete Kompany, all das habe sich verbessert. Am Samstag, 196 Tage nach seiner Horrorverletzung, sei Musiala endlich bereit für sein Comeback, mit „sehr viel positiver Energie“.
Der 22-Jährige hätte sich kaum eine bessere Bühne aussuchen können: Im Bundesliga-Topspiel bei RB Leipzig, das auf Revanche für die 0:6-Blamage aus dem Hinspiel brennt, soll er die ersten Minuten seit der Klub-WM sammeln. Seit jenem dramatischen Moment, in dem ihm Torwart Gianluigi Donnarumma von Paris Saint-Germain das Wadenbein brach.
„Wenn alles gut läuft heute“, meinte Kompany vor dem Abschlusstraining, „ist der Plan, dass er dabei ist. Das ist schön für ihn und eine gute Sache“, ergänzte der Coach, dem auch Alphonso Davies wieder zur Verfügung steht. Zudem könnte Joshua Kimmich zurückkehren – womöglich als Rechtsverteidiger, fallen auf dieser Position doch drei Profis aus.
Musiala brennt auf sein Comeback. „Man sieht, wie gut wir gerade spielen, wie viel Spaß sie alle haben“, sagte er vor einigen Wochen und betonte: „Ich möchte Teil davon sein (...). Spaß haben und schauen, dass wir viel gewinnen.“
Auf dem Weg zurück, bei dem er im Kreise der Familie immer wieder Kraft schöpfte, habe er viel über sich gelernt. Etwa, „wie sehr ich den Fußball liebe“. Aber auch, was er noch besser machen oder wo er körperlich stärker werden könne – auch mit dem Ziel, „so gut vorbereitet wie möglich“ zur WM im Sommer in die USA zu reisen.
Zunächst will Kompany den laut Harry Kane „besten Spieler, den wir im Team haben“ noch „ein bisschen schützen“. Der Zauberfuß müsse nicht gleich wieder Spiele entscheiden, sagte er, auch wenn Musiala in der Reha „die nächste Version“ von sich selbst geschaffen habe.
Wozu diese in der Lage ist? Musiala, meinte Kompany, könne „den Unterschied machen“ – gerade in den großen Spielen. Dies bei all der Schufterei nicht zu vergessen, sei ein Antrieb gewesen. „Du musst immer den Gedanken haben: Wenn ein Pokal in die Luft geht, bist du dabei! Das ist eine Riesenmotivation.“
Zunächst aber geht es darum, wieder Vertrauen zu gewinnen, Minuten und Spiele zu sammeln. „Er hat eine schwere Zeit hinter sich gebracht. Es gehört schon etwas dazu, sich so lange immer wieder zu motivieren“, sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen. Torgarant Kane meinte: „Es ist schön, dass er zurück ist.“
Und das gleich in einem Kracher wie bei RB, wo die Klatsche im August noch nicht vergessen ist. „Klar willst du ein Stück weit zeigen, dass du es besser kannst“, sagte Willi Orban. Kompany erwartet ein Offensivspektakel. „Ohne Intensität“, betonte er, „wird es nicht gehen.“ Ein paar „Strandmuskeln“ sind da sicher ganz hilfreich. (sid)

